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Von Zypern durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket Durch die Malakka- Strasse ins Süd- chinesische Meer in die Philippinen Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien Von Ushuaia über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen |
Von Antigua auf die Bermudas und auf die Azoren
Nach vierundzwanzig Stunden war der Wind auf zwanzig Knoten gefallen, der Seegang blieb aber noch für zwei Tage und nahm nur allmählich ab. Des Seegangs wegen, konnte ich den Klüver nicht setzen, weil der Bug die Wellen unterschnitten hat. Erst dann konnte ich den Klüver wieder setzen und in der Zwischenzeit hat der wind auf zehn bis fünfzehn Knoten abgenommen, die Richtung aber blieb. Nicht einmal die Bermudas konnte ich in einem Schlag erreichen, musste ich den Kurs doch um 315 Grad herum tolerieren, verursacht durch einen Strom aus Ost. Habe ich einmal gewendet, fiel die Geschwindigkeit auf zweieinhalb Knoten, auch wegen des Stromes. Im grossen und ganzen war es ei nasser Amwind-Törn, also nichts angenehmes! Nun bin ich hier in Saint George’s und werde später weiter auf die Azoren zu segeln, hoffentlich nicht alles hart am Wind! Es ist möglich, dass ich zwei Wochen hier bleiben werde, um die Inseln zu geniessen und auf guten Wind zu Warten oder zu hoffen, dass er sich zu meinen Gunsten ändert. Im Moment ist immer noch Nordost-Wind.
Ich glaube, dies geschieht alles wegen der Kreuzfahrtschiffen. Auch Saint George sieht neu aus und es hat viele neue Häuser gegeben, die aber alle im alten Stil gebaut wurden mit Dächern, die aus Steinplatten wie mit ziegeln gedeckt sind. Sie werden weiß gestrichen. Der Witterung wegen, es ist Trockenzeit, sieht der Golfplatz nicht so grün aus, weil das Wasser fehlt. Es hatte auch fast keine Golfspieler, als ich zum Fort Saint Catherine gewandert bin. Hier lernte ich Heiko kennen, der in einer Westerly Ketsch segelt. Er hat mir einiges auf dem Computer installiert und mir gezeigt, wie ich dies brauchen kann. Zum Beispiel kann ich jetzt Wetterkarten auf den Bildschirm laden und sie werden automatisch gespeichert. Auf der Überfahrt von den Bermudas nach Horta habe ich jeden Abend die Karten heruntergeladen. Je nach dem wie die Atmosphäre beschaffen ist, kommen die Karten mehr oder weniger gut an.
Am 27. Mai, an einem Mittwoch, sind Heiko und ich am Morgen um acht Uhr gestartet und hatten ausgemacht, per VHF-Funk in Verbindung zu bleiben. Am Mittwoch hat dies super geklappt. In der Nacht zum Donnerstag kam aber Wind aus Süd mit 25 Knoten auf und ich machte mit der Al Na’ir zwischen 7,5 und 8,4 Knoten Fahrt. Heiko macht höchstens sechs. Am morgen war ich schon soweit weg, dass ich per Funk keine Verbindung mehr hatte. Von Donnerstag mittag bis Freitag mittag hatte ich ein Etmal von 168,9 Meilen, Durchschnitt 7,03 Knoten. Es blieb aber das einzige Etmal in dieser Größenordnung, alle anderen waren aber kleiner. Am 4. und 5. Juni war ich im Azorenhoch drin und machte keine Fahrt mehr. Alles habe ich ausprobiert aber schneller als 1,2 bis 2,2 Knoten brachte ich nicht zustande. Am 5. bin ich schlußendlich mit dem Motor gegen Norden aus dem Hochdruckgebiet hinausgefahren. Aber oho! Wind habe ich bekommen, nur ein bißchen zuviel. Ein Tiefdruckgebiet hat mich erwischt mit einer Windstärke von über 40 Knoten. Mit der Sturmfock allein, machte ich 5.5 bis 6 Knoten fahrt. Die Geschwindigkeit nahm nach einer gewissen Zeit wieder ab, ich mußte wieder Groß, Fock und Klüver setzen und ich war schon wieder in einem Schwachwindgebiet drin – das Zwischenhoch. Der Seegang blieb und die Segel schlugen hin und her.
Wieder nahm der Wind ab, Klüver wieder hoch und viertes und drittes Reff heraus. Erst etwa 25 Meilen von Horta weg hatte ich praktisch nur mehr die verbliebene Dünung, die Segel schlugen hin und her und das Schiff rollte heftig. Ich machte nun den Motor an und ich fuhr bis zur Einfahrt in den Hafen noch mit den Segeln, wo ich sie geborgen Karibik zurück nach Europa. An einer amerikanischen Yacht habe ich festgemacht und am Tag darauf habe ich einklariert. Es war keine Bilderbuch-Überfahrt, ich glaube, dass es die unangenehmste überhaupt war. Für die Strecke von 1985 Meilen brauchte ich fünfzehn Tage – insgesamt trotzdem ein guter Durchschnitt. Er lag bei 5.33 Knoten Fahrt.
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