Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

  Von Gibraltar über Almeria und Cartagena auf die Balearen 

 

 

            Noch am 23. Juli gegen Mittag haben wir Gibraltar verlassen und sind mit gutem Wind gegen Osten gesegelt. Es ging vorbei an Malaga und Marbella. In der Nacht nahm der Wind ab und es ging ein bißchen langsamer voran. Auch den Tag darauf hatten wir keinen starken Wind, wir sahen noch Motrils, von wo aus man gut Grenada mit der Alhambra besuchen kann. So trafen wir erst gegen Mitternacht, noch am 24., in Almeria ein.

            Durch die vielen Lichter irritiert, sind wir am Club de Mar vorbeigefahren und haben im Inneren des großen Fährhafen darnach gesucht. Fast am Ende kam die Policia del Mar und sagte uns, dass die Marina des Yachtklubs am Anfang des Hafens liege. Endlich, von Westen kommend haben wir die Masten gesehen und liefen darauf zu und wollten längsseits an einem belgischen Motorboot festmachen.

            Der Eigner hat uns nicht an seiner Seite haben wollen und wir mussten uns an die Tankstelle legen. Nun war es schon gegen ein Uhr, als an Deck geklopft wurde. Es war der Sicherheitsmann, der meine Papiere wollte, die er an der Rezeption deponiert hat. Jetzt aber schnell Schlafen! Schon bald wurden wir aus dem Schlaf gerissen, es war sieben Uhr am Morgen, die Tankstelle wurde geöffnet und wir mussten Platz machen.

            Nach einem diffizilen Anlegemanöver, Heck an die Mole, im engen Hafen wurde erst mal das Frühstück vorbereitet. Pieter hat nun beschlossen, gleich mit dem Gepäck auf den Bahnhof zu gehen und nach einer Verbindung in die Schweiz zu schauen und wenn möglich, gleich abzureisen. Auf jeden Fall ist er nicht mehr zurückgekommen und ich nehme an, dass er es geschafft hat.

            Mir blieben jetzt zwei Dinge zu tun: Ins Internet gehen und meine Mails lesen und in die Stadt zum Supermarkt laufen, da ich einige Sachen einkaufen musste. Auch eine lange Siesta wurde gehalten, da von Mittag bis vier Uhr eine solche Hitze herrscht, dass man froh ist,  wenn man sich nicht bewegen muss.


            Am Morgen des 26. Juli bin ich gleich nach dem Frühstück mit dem Fotoapparat in die Stadt gegangen und wollte mir die Alcazaba ansehen. Es ist dies eine Festung der Mauren, die sie hier errichtet haben. Erstaunlicherweise war der Eintritt frei, war es, weil es Sonntag war? Ich glaube, ich war der erste Besucher an diesem Tag, bald kamen auch andere, die die kühle Zeit ausnützen wollten.

            Die Alcazaba nimmt einen ganzen Felshügel ein und ist gewaltig. Leider sind viele Teile im laufe der Zeit zerstört worden, durch Erdbeben und nicht zu vergessen, die diversen Kriege darum. Ganz am westlichen Ende der Festung haben die spanischen Könige auf dem Platz des Gouverneurspalastes gebaut mit Schiessscharten für die Kanonen, von denen bei den Mauren noch keine hatten.

            Am Dienstag morgen habe ich Almeria verlassen und musste bis in den Nachmittag hinein motoren, da kein Wind war. Schlussendlich kam ein Südwind auf, ich glaube, es war Thermik. Er wurde schnell so stark, dass ich mit dem Grossegel allein sechs bis sieben Knoten Fahrt gemacht habe. So gegen sechs Uhr am Abend  bin ich in den Hafen von Garrucha eingelaufen und musste in der Restdünung ankern.

            Am Morgen früh des nächsten Tages lief ich aus, um nach Cartagena zu segeln. Es war kein Wind, dafür Nebel. Schon bald kam ein Nordwestwind auf, ich setzte das Gross und habe die Aries eingerichtet. Kaum war dies geschehen, war der Wind weg. Also, weiter mit dem Motor. Vor mir türmten sich nun Wolken auf und ich bekam den Wind auf die Nase. Die Wolkenbank mit Nebel rutschte schnell nach hinten und es setzte ein starker Nordostwind ein.

            Nun beschloss ich, nicht Gegenahn zu bolzen und habe den Kurs geändert und bin nach Aguilas gesegelt, wo ich hinter der Punta de Aguilica vor Anker ging. Schon um sechs Uhr anderntags machte ich mein Frühstück und gleich nachher ging’s los in Richtung Cartagena. Es waren noch 31 Meilen zurückzulegen, leider alles mit dem Motor, da wieder mal kein Wind war. Um ein Uhr traf ich im „Real Regatta Club de Cartagena ein und bekam einen Platz zugewiesen.

            Immer noch bin ich in Cartagena, der Grund dazu: an der achterlichen Unterwant auf der Bakbordseite sind etwa vier Drähte gebrochen und ich musste sie ersetzen. Ich glaube, einen starken Mistral hätte dieses Kabel nicht überlebt und der Mast wäre gebrochen. Nun, der Schaden ist behoben und es hat lange gedauert, bis ich eine Firma gefunden habe, die so was macht. Schon in Cadiz, in Gibraltar und in Almeria habe ich versucht eine solche zu finden.

            Am Samstag, den 1. August war ich im Museum für Unterwasser-Archäologie. Verschiedene Wracks wurden geborgen und die Schiffe analysiert und zum Teil nachgebaut. Es ist schon so, wie die Touristenwerbung sagt, es ist eine Stadt der Kultur(en). Die ersten nachweisbaren waren die Phönizier, nachher die Griechen, die Karthager, die Römer und auch die Araber. Später kamen noch alle europäischen Nationen dazu und brachten die Kultur von ihrem Land mit.

            Vor allem findet man hier Zeugnisse der Römer, der Araber und der Spanier. Am Sonntag habe ich das römische Theater-Museum besucht. Sie waren mit am längsten in Cartagena. Sie haben eine Stadt mit Theater und einer Arena gebaut und ihre Schiffe trieben Handel vor allem mit Wein, Öl und Edelmetallen, darunter Gold, Silber, Blei, Kupfer und Zink.

            Das Theater wurde restauriert und wichtige Teile rekonstruiert, damit man einen Eindruck erhält, wie es einmal ausgesehen hat. Obwohl das Theater, auch das Bauwerk, von den Griechen abstammt, ist es trotzdem nicht gleich. Schon die Akustik wie in Griechenland fehlt und die Bühne wurde eingefügt, die bei den Griechen auf das Halbrund vor den Zuschauerreihen beschränkt war – eben der Akustik zuliebe. Scheinbar haben die Römer auch Orchester ins Theater gebracht.

            Dort, wo das Theater steht, haben schon bereits die Araber Wohnhäuser hingebaut und dabei die Sitze im Haus integriert. Später in der spanischen Periode, wurde das Theater weiterhin als Wohnraum mit einzeln stehenden Häusern gebraucht. Das Amphitheater jedoch ist noch nicht ausgegraben, da immer noch Wohnhäuser darin stehen und sehr wahrscheinlich auch das Geld fehlt.

            Als ich unterwegs mit Pieter bei Flaute auf dem Atlantik in den Mast hinauf ging um etwas zu regeln, habe ich festgestellt, dass an der achterlichen Unterwante ein draht gebrochen war. Diese Unterwante wollte ich seit Cadiz ersetzen. Es war aber weder in Cadiz, noch in Gibraltar, oder in Almeria möglich – die Schiffsausrüster haben nichts! erst hier in Cartagena habe ich einen gefunden, der mir neue Kabel machen will, muss sie aber in Barcelona bestellen. 

            Am Mittwoch abend konnte ich sie abholen. Aber sie waren noch nicht da, sie kämen erst am Tag darauf. Also, am Donnerstag nochmals bei grösster Hitze zum Laden, um sie abzuholen. Zurück an Bord habe ich alles vorbereitet und habe auch den Spanner ausprobiert und festgestellt, dass sie ein rechtsgängiges Gewinde benutzt haben. Es sollte aber ein linksgängiges sein!

            Also, zurück in den Laden und mein Leid geklagt. Sie haben hin und her überlegt, wie das Problem zu lösen sei und haben mich wieder auf den Freitag mittag bestellt. Sie gaben mir ein neues Teil mit, das ich unten auf mein Püttingeisen am Platze des alten anbringen sollte. Als ich zurück war, habe ich sofort die Montage vorbereitet und ein Franzose wurde von mir in den Mast hinauf gezogen und er hat die Wante angebracht. 

            Gleich darnach habe ich die Marina bezahlt und habe mich bereit gemacht, gleich auszulaufen. Es war etwa drei Uhr, als es soweit war. Mein Ziel war die Bucht auf Espalmador in den Balearen. Bis hinaus zum Cabo de Palos fuhr ich mit der Maschine, weil ich die ganze Strecke gegen den Wind fahren musste. Einmal das Kap erreicht, konnte ich bei einem schwachen Wind hart am Wind segeln.  

            Da ich bei Santo Pola an Land gekommen wäre, musste ich wenden und weiter aufs Meer hinaussegeln, was aber durch die hohe Abdrift einen schlechten Winkel ergab. Am Morgen hat der Wind gedreht und ich konnte die Durchfahrt zwischen Ibiza und Espalmador anlaufen, auch mit schwachem Wind und immer noch hart am Wind. Am frühen Vormittag nach der zweiten Nacht war es soweit, ich sah die Durchfahrt aber wollte nicht noch einen Schlag nach Südosten machen.

            Nun habe ich beschlossen, noch eine Nacht auf See zu verbringen und gleich nach Mallorca zu segeln. Dies war vielleicht keine gute Entscheidung, hat doch in der Nacht ein starker Nordost- Wind eingesetzt und ich habe mit dem Motor die letzten 21 Meilen gegen den Wind gemacht und bin schlussendlich in den Hafen von Port Adriano eingelaufen, wo ich in der Bucht auf Sand geankert habe.

 

 

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