Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Von Bequia, Port Elisabeth über St. Lucia, Dominica und Les Saintes nach Antigua 

 

 

            Am 28. Februar habe ich am Morgen den Anker gelichtet und bin mit Grosssegel und dem kleinen Klüver gegen Westen gesegelt zur Insel West Cay, die westlichste von den beiden Inseln am Südwestkap von Bequia. Dort war aber fertig mit Segeln, da der Wind genau von vorne kam, dazu noch mit einer starken Strömung. Also, Klüver bergen und das Gross dicht ziehen und Motor an!

            In der Hafenbucht von Port Elisabeth habe ich auf elf Metern geankert, relativ nahe am Ende der Bucht. Zwei mal mußte ich mich versetzen, da ich zu nahe an einer Mooring zu liegen kam und habe schlussendlich auch eine Mooring genommen für die restlichen zwei Tage, die ich noch in Port Elisabeth blieb.

            Auch Marianne und Hans Peter sind hier eingetroffen und haben weiter hinten geankert. Verschiedene Male haben wir uns getroffen und haben zusammen zwei Mal bei Marie, einer Französin aus der Provence gegessen. Bei Marie ißt man gut und preiswert. Wie immer, wenn ich in ein Restaurant gehe, esse ich Fisch, den ich am meisten mag.

            Hier habe ich auch in einem Geschäft für Schiffsartikel einen Impeller gefunden, der zu meinem Motor paßt. Jedoch hat mir Hans Peter noch einen gebrauchten gegeben, den er noch aufgehoben hat. Er ist aber noch ganz und noch nicht spröde.

            Am dritten März bin ich von Port Elisabeth abgesegelt in Richtung St. Vincent. Der Wind war nicht sehr stark aber trotzdem machte ich mit dem drei Mal gerefften Gross und den kleinen Klüver fünf bis sechs Knoten. In der Bucht Wallilabou nahm ich eine Mooring und ein Helfer brachte eine Achterleine aus. Und schon waren die Verkäufer von Früchten und selbst gemachtem Schmuck um mein Schiff herum. Zum Glück hatte ich kein Kleingeld bei mir, auf hundert EC$ konnten sie nicht herausgeben.

            Am Abend habe ich noch ausklariert und am Morgen früh ging es in Richtung St. Lucia. Mit dem gesetzten Gross und dem Motor ging’s vorerst der Küste von St. Vincent entlang bis zum Nordende, wo man dann den Kurs auf St. Lucia abstecken kann. Durch den starken Gegenstrom machte ich zuwenig Fahrt. Da habe ich zur Mithilfe die Maschine angemacht. So konnte ich genügend Höhe laufen, um die Marigot Bay anzuliegen.

            Da dort heute alles voller Moorings ist und man zu weit draussen ankern muss, habe ich eine Mooring genommen. Noch am gleichen Tag wollte ich einklarieren, der Zöllner war aber nicht da und ich musste den nächsten Tag, den Samstag, abwarten, natürlich mit Overtime. Erst gegen zehn Uhr erschien der Imigration-Beamte, solange musste ich warten.

            Es ging mit dem Motor gegenan zur Rodney Bay Marina. Da im Norden ein starker Sturm gewütet hatte, ist der Schwell recht hoch und fast alle Buchten sind im Moment schlechte Liegeplätze, weil der starke Schwell hineinläuft. So auch in der Rodney Bay bei der Pigeon Island. So bin ich halt in die Rodney Bay Marina eingelaufen, wo man nicht mehr ankern darf. Die Marina wird riesig ausgebaut und ein Teil der Bucht ist jetzt schon mit Moorings versehen.



            Der elektronische Ankerwinsch-Schalter ist ausgefallen und ich habe ihn zur Reparatur gebracht. Seit zwei Tagen warte ich jetzt auf die Reparatur, die vielleicht zehn Minuten in Anspruch nehmen würde, so schnell schiessen die Preussen nicht! Endlich am dritten Tag, meiner Abreise von der Rodney Bay Marina, habe ich einen reparierten Schalter bekommen – Kostenpunkt 150 EC$ - ein enormer Preis und sie haben nicht gemacht, was ich vorgeschlagen habe.

            Vor zwanzig Jahren hat hier in der Marina ein Italiener aus Rom eine Pizzeria eröffnet und wir waren öfter seine Gäste. Den Pizzaofen hat er aus Steinen und Lehm selber gebaut und das nötige Holz hat er sich im Busch geholt. Carlo hat jetzt ein schönes Gebäude, nur ein bisschen weit von der Marina weg. Seine Pizzeria heisst immer noch Key Largo und die Pizza ist immer noch so gut wie vor langer Zeit. Drei Mal habe ich ihn besucht.

            Die Überfahrt nach Martinique hat leider sehr spät begonnen, da ich auch noch ausklarieren musste. Mit relativ starkem Wind konnte ich auf die Küste zu halten, wo die Grande Anse d’Arlet zu finden ist. Schon bei der Ausfahrt aus der Rodney Bay habe ich gemerkt, dass mit dem Motor etwas nicht in Ordnung war, es kam nur spärlich Wasser aus dem Auspuff. In der Bucht auf Martinique konnte ich nichts tun, da der Motor zu heiss war.

            Am Morgen des 13. März habe ich den neu gekauften Impeller eingebaut. Nachher wurde der Anker gelichtet und das Grossegel und den kleinen Klüver gesetzt und los ging es der Küste von Martinique entlang. Es waren nur 16 Meilen bis Saint Pierre, das vor gut hundert Jahren vom Vulkan Mount Pelée komplett zerstört wurde. Dabei kamen 30'000 Menschen ums Leben. Zwölf Schiffe wurden zerstört und nur eines konnte sich retten.

            Am nächsten Morgen ging es sehr früh los um die Ruppert Bay am Nordende von Dominica zu erreichen. Wieder setzte ich Gross und kleiner Klüver. Draussen war sehr starker Wind und mit der Zeit nahm er noch mehr zu. Es blies mindestens dreissig Knoten und sobald ich in Abdeckung von Dominica war, fegten Böen die Berge herunter, die bei fünfzig Knoten lagen. Sehr schön Fahrt machte ich, war ich doch bereits um drei Uhr in der Bucht vor Anker. Der Seegang war zwischen den beiden Inseln recht Ruppig und viele Wellen schlugen über das Deck. Zwei Mal musste ich meine nassen Kleider wechseln.

            Am Montag habe ich mit „Cobra“, so wird er überall genannt, eine Bustour auf der Nordhälfte und einen Teil der Ostseite gemacht. Zuerst fuhren wir auf den ältesten Vulkan und gingen zu fuss in den Krater hinein, wo Schwefelgase mit Wasser gemischt aus dem Boden dringt. Zurück in Portsmouth ging es über die Insel auf die Ostküste nach Calabashe, nach Wesley, Melville und nach Marigot.

            Andrew (Cobra) weiss viel über die Insel und die Flora zu erzählen. Viele Pflanzen kennt er mit Namen und kennt auch die Vögel. Er hat uns zum Beispiel den Papagei, der auf dem Wappen ist, gezeigt. Auf der Rückfahrt bei Wesley ging es steil den Berg hinauf zu einem seiner Freunde, wo wir einen einheimischen lunch zu uns genommen haben. Alle haben Fisch bestellt.

            Wir fuhren nun westlich von Calabashe in einen Karrenweg ein und hinauf bis zu einem Punkt, wo man auf einem Pfad zum Chadiere Pool wandern kann. Steil geht es bergab bis man unten beim Fluss angekommen ist. Die anderen haben gewusst, dass man dort im kühlen Bergwasser baden kann. Ich wusste es nicht und habe meine Badehose nicht bei mir gehabt. Alle tummelten sich im Wasser.

            Etwa um sechs Uhr waren wir zurück bei Papas Restaurant, genehmigten einen Drink und hier habe ich das erste Mal in dieser Saison einen „Green Flash“ gesehen. Wenn die Sonne gleich vom Horizont verschwunden ist, kommt etwa eine Sekunde lang ein grüner Blitz. Da das Wetter diese Saison nicht normal ist, waren die Konditionen noch nie gut. Dort, wo die Sonne unter geht, dürfen keine Wolken sein. Fotografieren konnte ich ihn nicht.

            Weiter ging’s unter Segel am Donnerstag in den Norden zu den Inseln Les Saintes. Es waren etwa zwanzig Meilen zurückzulegen und so um zwei Uhr bin ich in der Bucht bei Bourg des Saintes eingetroffen und habe geankert. Gleich ging ich zum Einklarieren, nur, heute ist ein Feiertag und es geht gar nichts.

            Endlich am Freitag, den 20 März konnte ich in Bourg de Saintes bei der Gendarmerie einklarieren. Die Strassen rauf und runter habe ich gleich erforscht und habe festgestellt, dass sich auch hier viel verändert hat, die Häuser waren in einem besseren Zustand und es hat neue gegeben. Am Mittag begab ich mich ins Café des Marins und habe dort bei Philippe meinen Lunch verzehrt, natürlich wieder Fisch.

            Am Samstag besuchte ich den Markt, kaufte wieder etwas Gemüse und Früchte ein. Den Tag darauf wollte ich eine Inselrundfahrt machen und fand auch einen Bus, der noch einen einzigen Platz frei hatte. Vorerst fuhren wir zum Fort Napoleon hinauf, besichtigten das Bauwerk und besuchten das Museum. Auf diesem Vulkanhügel mit Rundumsicht kann man auch Leguane sehen, die dort geschützt sind.

            Weiter ging es nun zum Südwestende der Insel über schmale und steile Strassen. Hier hatte man einen Blick auf die Insel Terre d’en Bas. Zurück ging es ins Dorf und über die Hügel in die Baie de Pompierre, ein beliebter Badestrand. Zurück ging’s in die Bucht Marigot und ins Dorf. Kostenpunkt: zehn Euro. Für die lange Fahrt ist es eigentlich nicht zuviel.

            Hier musste ich nicht ausklarieren und ich segelte mit gutem Wind auf die Westseite von Guadeloupe in die Anse la Barque, wo ich die Nacht verbrachte. Dies war am 23. März. Am folgenden Tag segelte ich der Küste entlang nach Deshaies, wo ich die Nacht verbrachte und am Tag darauf ging es mit gutem Wind nach Antigua, wo ich am Abend des 25. März eintraf. Einklarieren konnte ich nicht mehr. Alles war geschlossen. An der Zollmole, wo ich angelegt habe, verbrachte ich eine ruhige Nacht.

 

 

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