Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Von Chaguaramas in Trinidad in die Kleinen Antillen - Grenada 

            Mein Schiff ist seit zwei Tagen wieder im Wasser und ich bin mein ganzes Geld los! Am 16. November war ich in Chaguaramas eingetroffen, konnte aber erst am 27. an Land gesetzt werden. Diese Zeit habe ich benutzt, um bei den vorhandenen Zubehörläden das Angebot zu begutachten und nach den Preisen zu fragen. Billig ist es hier nicht! Jedoch braucht die Mehrwertsteuer mit einem ausländischen Schiffen nicht bezahlt werden.

            Dringende Arbeiten wurden erledigt, wie das Unterwasserschiff und das Cockpit. Das erste war, den Teil im Wasser Sandzustrahlen und neu zu beschichten. Auch an den Relingsstützen unten am Deck mußte etwas getan werden, da einige rostig waren. Auch diese wurden sandgestrahlt und gestrichen. An Deck waren viele Rostflecken, verursacht durch die rostige Ankerkette und der Relingsstützen. Mit Rostentferner und Chlorzugabe im Wasser habe ich diese Flecken weggemacht.

            Da ich im Sandblasraum keinen elektrischen Strom hatte, ist das Schiff versetzt worden und dort habe ich angefangen das Cockpit zu schleifen. Schon lange war dies nötig, konnte ich doch in Neuseeland nur gerade einen Teil bearbeiten. Nun, jetzt ist das ganze Cockpit neu gestrichen und wo der Rost den Stahl angefressen hat, habe ich mit Spachtel die Vertiefungen ausgefüllt. Jetzt muss ich nur noch einige Rostläufe mit Rostentferner behandeln und das Schiff sieht wieder ordentlich aus.

            Was jetzt noch zu machen wäre ist, den ganzen Kabinenaufbau zu schleifen und zu streichen. Da ich aber jetzt keinen Strom mehr habe, ich bin in der Bucht vor Anker, ist dies leiden nicht mehr möglich. Dies wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Da die Ankerkette seit Langkawi sehr viel gebraucht wurde, war sie arg rostig. Ich musste sie ersetzen, was mich in arge Unkosten gestürzt hat. Nun, es musste halt sein, da sie auf einem gewissen Teil auch auf der Nuss der Ankerwinde Nicht mehr die richtige Länge hatte und immer übersprungen ist.

            Sobald ich noch einige Arbeiten an Deck ausgeführt habe und meine Einkäufe getätigt sind, werde ich nach Grenada segeln, das zu den „Windward Islands“ in der Karibik gehört. Jedoch muss ich warten, bis ich den rechten Wind habe und nicht die ganze Strecke kreuzen muss.

            Chaguaramas habe ich am Nachmittag um vier Uhr, am 23. Dezember, verlassen. Zuerst ging es mit dem Motor mit sechs Knoten aus der Chaguaramas-Bucht hinaus in den engen Kanal, der die Bucht vom offenen Meer trennt. Aber oha! Bei der Ausfahrt war eine starke Dünung und der Bug hat die engen und hohen Wellen unterschnitten und das Vorschiff war einige male komplett unter den Wellen verborgen. 

           Endlich draussen auf dem offenen Atlantik war der Seegang nicht mehr schlimm und ich konnte vorerst mal auf die Pricky Bay zusteuern. Jedoch setzte sich mehr und mehr eine Strömung durch, die mich stetig nach Südwest versetzte. Dadurch wurde meine Geschwindigkeit über Grund stark herabgesetzt (4 kn). So hoch wie überhaupt möglich, ging ich an den Wind, und trotzdem, der Kurs nach dieser Bucht auf Grenada war nicht mehr zu halten.

            Von anderen Seglern habe ich gehört, daß sie Motorsegeln gemacht haben. Jedoch ich wollte dies nicht und bin halt stur weitergesegelt. Etwa zwanzig Meilen von Trindad im Norden befinden sich Ölplattformen, auf die konnte ich vorerst noch zusteuern. Später aber versetzte mich der Strom immer mehr und der Kurs führte nun zwischen hindurch. Am Morgen hatte ich fast sechs Meilen Versatz gegen Westen.

            Nun, als ich näher an die Insel kam, drehte der Wind und ich konnte wieder drei Meilen gutmachen. Das letzte Stück von drei Meilen legte ich nun mit dem Motor zurück. Nach zwanzig Stunden habe ich die Prickly Bay erreicht und habe zwischen den anderen Yachten geankert. An die hundert Schiffe waren hier vor Anker, die ganze Bucht war angefüllt. Am Weihnachtstag bin ich an Bord geblieben.

            Am 26., Boxingday, bin ich zur Bank marschiert – eine halbe Stunde – und wollte mich mit Geld versorgen. Es war aber nichts, der Bancomat gab mir nur einen Zettel, auf dem stand, ich sollte meine Bank anrufen. Am nächsten Tag habe ich es wieder versucht, mit dem gleichen Ergebnis. Am 29., es war Montag, bin ich wieder zur Bank gestiefelt und bekam wieder kein Geld. Ich kaufte eine Telefonkarte, um in die Schweiz anzurufen, jedoch kein einziges Telefon hat funktioniert!

            Am 30. fuhr ich mit einem Minibus nach Saint George, um dort ein Telefon zu finden – Segler haben mir gesagt, daß diese dort intakt sind. Aber nichts ging! Von sechs Telefonen hatte nur eins einen Hörer, hat aber keinen Ton von sich gegeben. Frustriert ging es zurück in die Prickly Bay und hoffte, Lothar zu treffen, der mir angeboten hatte, Geld zu leihen. Er war aber nicht an Land, denn er als Morgenmuffel war um elf Uhr noch beim Frühstück.





            Lothar gab mir dann das Telefon und ich konnte endlich die Postbank anrufen. Da habe ich erfahren, daß es eine Limite von 5000 Franken gibt und ich nur noch bis zum neuen Monat an die hundert Franken beziehen kann. Die freundliche Dame am Telefon schlug mir vor, die Limite auf 6000 hinaufzusetzen, ich wollte aber nicht. Lothar gab mir zweihundert Dollar, die bis ins Neue Jahr wohl reichen werden. Ich wollte nicht noch einmal bis zur Bank laufen!

            Am Silvestermorgen bin ich recht früh aus der Prickly Bay ausgelaufen und bin zur „Le Phar Bleu Marina“ gefahren, wo ich bei Jana und Dieter das Neue Jahr erwarten wollte. Die Besitzer sind Schweizer und haben eine tolle Arbeit geleistet. Sie haben das Västa-Banken-Feuerschiff gekauft, renovieren lassen  und zu einem Restaurant ausgebaut. Es liegt nun am Schwimmsteg ihrer Marina. Dahinter am Festland haben sie ein Resort gebaut, wo sie neun Bungalows gebaut haben und sie für Ferien vermieten. Für zwei Personen rechnet man mit zweihundert Dollar.

            Hier habe ich das Silvestermenu genossen. Nun, am Montag kann ich wieder zur Bank und Geld beziehen und dem Lothar seine zwei hundert Dollar zurück geben.

 

 

 

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