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Zweiter
Teil:
Von Zypern
durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket
Dritter
Teil:
Durch die Malakka-
Strasse ins Süd-
chinesische Meer in die
Philippinen
Vierter
Teil:
Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien
Fünfter
Teil:
Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland
Sechster Teil:
Von
Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland
Siebenter
Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien
Achter
Teil:
Von Ushuaia
über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen
Neunter
Teil:
Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach
Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar
Zehnter
Teil:
Von Gibraltar zu den
Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland
Anhang: Mitsegelmöglichkeiten
und Bedingungen
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Von
Rio Grande do Sul nach Santos
Wie ich schon geschrieben
habe, lag ich am Steg des ozeanographischen Museum. Wir waren drei Yachten am
Steg – ein Südafrikaner und ein Spanier waren auch hier. Bei allen Museen,
die ich besucht habe, war keine so gute ozeanographische Abteilung wie hier. Es
kann auch sein, dass dieses Museum hier rein Bezug zum Meer hat. Der Professor,
der dieses Institut leitet, scheint ein guter Meeresbiologe zu sein. Geld erhält
er von der Regierung und als Sponsor tritt BA-Petrol in Erscheinung.
Gegenüber auf einer sumpfigen Insel in der Lagune betreibt er auch ein
Ökomuseum mit Bezügen auf die speziellen Bedingungen in der grossen Lagune.
Viele der hier vorhandenen Pflanzen sind auf die Lagunen-Feuchtgebiete
ausgerichtet. Auf vorhandenen Aussichtstürmen kann man die Insel gut überblicken
und kann die fast kreisrunden Grasgebilde bestaunen, die von ganz allein
entstehen.
Am 12. Juni habe ich um neun Uhr Rio Grande do Sul verlassen und bin
gegen Norden gesegelt. Zuerst ging es mit dem Motor die elf Meilen aus der
Flussmündung hinaus aufs offene Meer. Draussen hatte ich den Wind aus Südwesten
und habe die Fock und den Klüver gesetzt, da der Wind so einfiel, dass das
Gross die anderen Segel abgedeckt hätte. Schön Wind hatte ich bis zum nächsten
Morgen und mein Etmal betrug 115 Meilen, trotz der Flaute in der Nacht.
Der
zweite Tag sah ein bisschen anders aus, hatte ich doch Wind aus Nord-Nordost und
ich musste kreuzen. Dazu war der Wind noch relativ schwach. Später stellte er
ganz ab und ich dümpelte mit 1,5 Knoten dahin. Das Etmal war kläglich, habe
ich doch nur 95 Meilen geschafft. Der Barometer sank auf 1003 hPa, jedoch Regen
gab es praktisch keinen.
In der
dritten Nacht fing es auf einmal zu blasen. Ich musste das Gross bergen und fuhr
nur mit dem Klüver und machte zwischen sechs und acht Knoten Fahrt. Der Wind
nahm ständig zu und gegen acht Uhr am Morgen habe ich die Fock gesetzt und mit
Müh und Not den Klüver geborgen und ich machte immer noch die gleiche
Geschwindigkeit. Den ganzen Tag blieb es so und der Seegang wurde gewaltig.
Nach
dem Passieren der Insel De Coral sah ich die Einfahrt in die Bucht Da Pinheira
und ich musste ein wenig anluven. Die Einfahrt war trotz des Seeganges mühelos
und im Inneren war der Seegang weg und ich barg die Fock. Mit dem Motor fuhr ich
die letzten 7 Kabellängen bis zu meinem Ankerplatz vor dem Ort Pinheira, ein
Fischerdorf. Um fünf Uhr war das Schiff vor Anker auf fünf Meter Wasser auf
der rechten Seite der Fischerboote.
Hier
habe ich beschlossen, einen Tag auszuruhen und erst am 17., einem Montag, weiter
zu segeln. Den Tag benutzte ich auch dazu, ein Brot zu backen, da ich am Morgen
die letzten Scheiben gegessen habe. Früh am Morgen schellte der Wecker und nach
dem Frühstück ging es weiter. Der Wind blies aus West und es versprach ein schöner
Segeltag zu werden. Ich fuhr aus der Bucht und der Wind wurde stärker und
drehte zudem auf Nord, genau aus der Richtung wohin ich wollte.
Ständig
nahm der Wind zu und ich war noch nicht aus der Abdeckung heraus und er blies
schon mit etwa fünfundzwanzig Knoten. Daher beschloss ich, die äusserste gegen
Süd offene Bucht anzulaufen und vor dem Ort Pantano Do Sul, einem kleinen
Fischerdorf auf der Insel Santa Caterina zu ankern und auf besseren Wind zu
warten. Es macht keinen Sinn, bei dreissig Knoten vierzig Meilen weit zu
motoren!
Am
Morgen früh des 19. verliess ich mit einem Westnordwest-Wind die Bucht und
segelte weiter in den Norden. Lange hielt der Wind aber nicht durch und ich
musste kreuzen. Die ganze Küste der Insel Santa Caterina entlang folgt eine
seichte Bucht mit Sanddünen der nächsten. Da ich dort wo der Yachtklub sein
soll, keine Masten gesehen habe, bin ich in die nördlichste Bucht hinein, wo
viele Segler und Fischer vor Anker liegen, natürlich weit vom Land weg, da es
weiter innen untief wurde.
Tags
darauf hatte ich „nur“ 27 Meilen zu segeln und bin daher erst um neun Uhr
los. Aber wieder musste ich kreuzen und als ich endlich in Porto Belo
eingetroffen bin, war es auch wieder fünf Uhr am Abend. Auch hier sah ich den
Yachtklub nicht und bin daher in die Bucht Caixa d’Aço hinein gegangen, wo
auch viele Schiffe vor Anker liegen. Hier ist es näher unter Land und ein
kleiner Ort ist am steilen Hang gebaut.
In der
Nacht fing es an zu blitzen und praktisch ohne Wind zog ein Gewitter vorüber
mit zwei Mal ein bisschen Regen. Der Barometerstand betrug 1005 hPa und jetzt
liegt er wieder bei 1010. Die Bucht, in der ich liege wird vom Wind kaum berührt
und es ist sehr ruhig. Die Fischer fahren mit ihren kleinen Schiffchen hin und
her, ob sie etwas gefangen haben, kann ich nicht feststellen.
Am
Sonntag, den 22. Juni bin ich am Morgen früh aus der Bucht gefahren und habe
die Segel gesetzt. Eigentlich wollte ich San Francisco do Sul anlaufen, aber ich
kam wegen schwachem Wind erst um halb neun vor dem Hafen an. Da es zuerst über
eine Sandbarre geht und ich nachts in keinen unbekannten Hafen einlaufe, habe
ich beschlossen, gleich weiter zu segeln.
Hier
ist es so, dass am Vormittag bei schönem Wetter ablandiger Wind vorherrscht. Am
Mittag schläft er ein und etwa zwei Stunden später setzt dann auflandiger Wind
ein. Das gleiche Phänomen beobachte ich in der Nacht, nur im umgekehrten. Auch
hier schläft der auflandige Wind für etwa zwei Stunden ein und es folgt dann
ablandiger Wind.
In der
Nacht segelte ich am Hafen Paranguá vorbei, der in der „A Baia de Paranguá“
liegt. Davor waren zig Frachter auf Rede und ich dachte zuerst, dass es Fischer
seien. Ich musste aufpassen, dass ich ihnen nicht zu nahe kam. Da der Wind
relativ stark war und ich ein bisschen zuviel Segel führte, hat mir das Schiff
immer wieder angeluvt und ich musste ständig den Kurs korrigieren.
In der
Nacht segelte ich am Hafen Paranguá vorbei, der in der „A Baia de Paranguá“
liegt. Davor waren zig Frachter auf Rede und ich dachte zuerst, dass es Fischer
seien. Ich musste aufpassen, dass ich ihnen nicht zu nahe kam. Da der Wind
relativ stark war und ich ein bisschen zuviel Segel führte, hat mir das Schiff
immer wieder angeluvt und ich musste ständig den Kurs korrigieren.
In der
Nacht hat der Wind auf West gedreht und ich konnte den Kurs nicht mehr halten.
Am Morgen war ich noch elf Meilen
von dem ausgewählten Ziel weg und ich habe gehalst. Nach der halben Strecke
schlief der Wind gänzlich ein, nur mehr die Dünung blieb. Ich habe das
verbleibende Segel geborgen und bin die restliche fünf Meilen mit dem Motor
gefahren. In der Bucht der Insel
„Do Bom Abrigo“ (übersetzt: guter Schutz) habe ich einen guten Ankerplatz
gefunden
Kaum
war ich vor Anker, ist ein Einheimischer mit seinem Aluminiumboot gekommen und
hat mir einen Fisch gebracht. Als Gegenleistung wollte er kein Geld, lieber hätte
er alkoholische Getränke. Leider habe ich nur eine angebrochene Weinflasche und
einen Rest Rum gehabt, das gab ich ihm. Er lebt allein auf der Insel und fängt
Fische und Garnelen.
Am
Dienstag wollte ich eigentlich nach Santos segeln, aber es hatte bei 1024 hPa
keinen Wind. Der Fischer kam wieder und brachte mir noch mehr Fisch – einen
kleinen Hai und einen „Yellow Jack“, die er so vorbereitete, dass ich nur
mehr ans Braten gehen kann. Da ich nichts mehr hatte, konnte ich ihm auch nichts
dafür geben, Geld wollte er keines.
Am 25.
um neun Uhr hob ich den Anker und segelte mit gutem Wind von Bom Abrigo weg. Den
ganzen Tag hatte ich Wind von Süd und es ging flott voran. Jedoch in der Nacht
schlief der Wind völlig ein und eine starke unangenehme Dünung von Nordost
erreichte mich. Die Segel schlugen hin und her, so stark, dass es Schäden gab.
Schlussendlich habe ich sie geborgen und als es Tag wurde, habe ich den Motor
angeschmissen und bin den ganzen Tag über gegen Santos zu gefahren.
Nie konnte ich die Segel setzen, es war nicht möglich, da der Wind nie stark
genug wurde, um gegen die Dünung als Sieger hervorzugehen. Übrigens hat er
auch ständig gedreht und ich hätte sie zum Teil wieder bergen müssen. Fünfzig
Meilen waren zu bewältigen, bis in den Kanal, der nach Santos hineinführt.
Nacht wurde es schon bereits um sechs Uhr abends und ich war immer noch fünf
Meilen vom Ziel entfernt. Um halb acht Uhr bin ich schlussendlich in den Iate
Club Internacional eingelaufen und habe an der Dieselpier angelegt.
Am
Morgen kam der Präsident zu mir und sagte, es sei besser, wenn ich zum Iate
Club Santos gehen würde, da dort mehr Service geboten würde. Jetzt fängt
wieder der Behördengang an. Drei verschiedene Stellen muss ich wieder besuchen
– den Hafenkapitän und die Federal Police.
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