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Zweiter
Teil:
Von Zypern
durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket
Dritter
Teil:
Durch die Malakka-
Strasse ins Süd-
chinesische Meer in die
Philippinen
Vierter
Teil:
Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien
Fünfter
Teil:
Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland
Sechster Teil:
Von
Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland
Siebenter
Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien
Achter
Teil:
Von Ushuaia
über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen
Neunter
Teil:
Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach
Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar
Zehnter
Teil:
Von Gibraltar zu den
Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland
Anhang: Mitsegelmöglichkeiten
und Bedingungen
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Von
Buenos Aires nach Rio Grande do Sul in Brasilien
Am 8.Mai habe ich Buenos Aires verlassen und motorte ohne Wind nach
Colonia del Sacramento in Uruguay. An einer Mooring habe ich festgemacht, habe
die Behörden besucht und von der kleinen Stadt einen ersten Eindruck bekommen.
Gegründet wurde dieses Colonia um 1560 von den Portugisen. Noch heute findet
man Häuser im Stile der Portugisen. Nach gut einem Jahrhundert haben die
Spanier die alten Herren rausgeschmissen.
Der Teil der Stadt, der einmal von den Stadtmauern umschlossen war, ist
heute der touristische Teil. Viele Besucher aus der ganzen Welt finden sich hier
ein, angekarrt mit Bussen oder mit der Fähre von Argentinien. Am Wochenende war
der Hafen voller Segel- und Motorboote aus dem Raum von Buenos Aires. Im alten
Teil sind die Strassen mit Steinplatten gepflästert, noch von den Portugisen
stammend und uneben.
Für fünfzig Uruguaypesos konnte man sechs verschiedene Museen besuchen,
wobei das portugisische das interessanteste war, gab es doch einen Eindruck wie
die Leute damals gelebt haben. Das spanische war wegen Reparaturen geschlossen.
Die anderen waren weniger interessant. Im Hafen an einer Mooring lag ein Schiff
von Südafrika. Der Eigner befindet sich schon seit Wochen dort und kann sich
nicht von Colonia trennen.
Am 12., ein Montag, segelte ich dann die zweiundzwanzig Meilen nach
Puerto Sauce. Von hier aus führt eine Fähre für Lastwagen nach Buenos Aires,
wobei sie sich einen riesigen Umweg um das Delta der Flüsse Uruguay und Parana
ersparen, befindet sich doch die erste Brücke erst zwischen Fray
Bentos-Gualeguaychú- Zarate. Staubige Naturstrassen führen in den Ort Juan
Lacaze.
Da die Strecke zwischen Sauce und Buceo bei Montevideo zu lang ist, sie
in einem Tag zurückzulegen, bin ich am Abend des 13. weitergesegelt. Wenig Wind
hatte ich die ganze Nacht und traf gegen Mittag in Buceo ein. Hier blieb ich
eine Nacht und segelte weiter nach Piriapolis. Am Abend vor dem Einnachten lief
ich in den Hafen ein, machte am Dieselpier fest, da der Hafen nur tagsüber
bedient ist. Im Ort kann ich wieder frisches Obst und Gemüse kaufen, auch Käse
und Fleisch ist erhältlich. Ein Filetsteak von 340 Gramm kostet hier acht $!
Ganze zwölf Tage blieb ich in Piriapolis. Und warum? Zuerst war die
ganze Zeit Ostwind, genau aus der Richtung wohin ich segeln musste. Am Samstag,
den 24. hatten wir dann einen Sturm aus Süden mit bis zu vierzig Knoten und der
Hafen war gesperrt. Ich musste eine lange Leine bis zum Geländer am Liftquai
ausbringen, weil ich nicht sicher war, ob die Leinen an den Moorings halten würden.
Am Sonntag war der Sturm vorbei und ich konnte meine Weiterreise planen.
Am Montag versuchte ich noch einmal bei der Bank Dollars zu bekommen aber
nichts lief. Die Hafengebühren waren zu bezahlen und meine Uruguaypesos
reichten nicht und ich musste noch einmal in den Ort um Geld zu wechseln.
Schlussendlich gegen Mittag war es soweit und ich konnte ablegen. Nur, viel Wind
aus West bis Westnordwest war nicht. Aber was soll’s, für zweiundzwanzig
Seemeilen wird es wohl reichen. Kurz vor dem einnachten habe ich mich an eine
Mooring gelegt und bin zur Prefectura Naval gegangen und habe meine Papiere
abgegeben.
Ich war nun also in Punta del Este, wo ich wieder die Banken abgegrast
habe, bis ich endlich bei der Bank HSBC neunhundert $ aus dem Automaten
ziehen konnte. Am Quai, wo ich das Beiboot angebunden hatte, habe ich für
hundert Pesos einen Beutel kleine Miesmuscheln gekauft und das war mein
Abendessen.
Am Morgen ging es wieder zur Prefectura und als ich zurück war wurde das
Dingi an Bord genommen. Es ging ums Kap herum in Richtung La Paloma. Der Wind
spielte aber nicht mit, kam er doch aus Nord zu Ost. So musste ich den Motor zu
Hilfe nehmen. Auch drohte schlechtes Wetter, der Barometer ist auf 1003 gefallen
und die Wolken wurden immer dichter. Die Sonne war schon bereits untergegangen,
als ich mich im neuen Hafen von La Paloma an eine Mooring legte. Und siehe da,
der Hafen ist wieder einmal gesperrt.
Am 30., es war Freitag, habe ich das Beiboot wieder ins Wasser gelassen
und bin zur Prefectura gegangen. Nachdem ich unterschrieben hatte, dass ich bei
gesperrtem Hafen auslaufen will, war der Papierkram erledigt. Alles war parat,
da hat mich die Port Control per Funk angerufen, dass ich wegen eines
Marinebootes warten müsse. Sie geben mir Bescheid, wenn ich gehe könne. Nach
einer halben Stunde lief das Schiff ein und ich konnte auslaufen.
Draussen war eine recht rauhe
See und ich setzte nur die Fock und mit sieben bis acht Knoten ging es mit
achterlichem Wind in Richtung Nordost. Es war ein arges Geschaukel verbunden mit
viel Lärm von den anklatschenden Wellen und vom Wasser in den Tanks. Aber flott
ging es voran. Während der ganzen Nacht und auch noch die Hälfte des nächsten
Tages blieb der Wind leicht abnehmend konstant.
Da ich fast einen ganzen Tag zu schnell war, durfte ich nicht zuviel
Fahrt machen, sonst war ich noch in der Nacht vor der Hafeneinfahrt. Ich fahre
nicht gerne in Häfen, die ich nicht kenne, in der Nacht. Also zockelte ich mit
drei ein halb bis vier Knoten in die Nacht hinein. Nun nahm aber der Wind so
stark ab, dass ich nicht mehr als zwei Knoten machte. Ich setzte nun den Klüver
und siehe da, die Geschwindigkeit war wieder bei vier Knoten.
Beim Morgengrauen hat der Wind so stark nachgelassen, dass ich nur mehr
zwei Knoten Fahrt machte und es waren immer noch vierzehn Meilen bis zur
Ansteuerungstonne. Ich barg also den Klüver und der eiserne Gustav tat seine
Pflicht. Als ich um halb zwölf etwa noch zwei Meilen davor stand, stellte ich
den Motor ab und machte mir einen Salat. Nach dem Essen barg ich die Fock und
fuhr in den Hafen ein.
Elf
Meilen sind es in die Lagune hinein bis zum Anlegesteg des ozeanographischen
Museum, wo ich an der Yacht Bounty Bligh angelegt habe. Am Montag ging ich mit
Antonio, dem Eigner des spanischen Seglers zum Einklarieren.
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