Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Zwei Reisen in Argentinien 

            Seit vier Tagen bin ich wieder zurück in Buenos Aires. In der Zwischenzeit habe ich zwei Reisen gemacht: die erste führte mich zu den Iguazú-Wasserfällen, die zweite brachte mich zuerst nach Salta und Jujuy, nach Mendoza und nach Cordoba. Viel habe ich gesehen und erlebt.
            Die Iguazú-Wasserfälle haben mich fasziniert, habe ich doch noch nie solche gesehen mit soviel Wasser. An einem Tag besuchte ich die argentinische Seite, am zweiten Tag die brasilianische. Da jedoch Trockenzeit ist, seien die Fälle nicht so voll wie sonst, für mich aber waren sie beeindruckend genug. Scheinbar werde in Brasilien viel Wasser zur Bewässerung der Felder abgezweigt, darum sei der Wasserstand auch so niedrig. Ich habe an einer Führung teilgenommen, sind doch die Wege im Naturreservat verschlungen. Es ist einfacher, mit einem Führer zu gehen, der die Wege genau kennt.







            Am 28. April bin ich von meiner zweiten Tour zurückgekommen. Mit dem Bus fuhr ich zuerst nach Salta, das ich nach fünfundzwanzig Stunden!! erreichte. Der Bus hatte fünf Stunden Verspätung wegen eines Lastwagenunfalls. Aber auch sonst sind die Busse hier nie pünktlich, jedes Mal waren Verspätungen drin, immer ein bis drei Stunden. Die Stadt Salta bietet nichts besonderes, ist sie doch wie viele andere Städte hier.

            Am nächsten Tag ging es wieder mit einem Führer weit in den Norden, über Jujuy hinaus in das Humahuaca-Tal. Noch nirgends habe ich Berge in all diesen Farben gesehen – von weiss über ocker, siena, braun, orange, rosa zu violette und zu grün. Auch die besuchten Dörfer sind sehenswert. Die Einwohner sind zu fast hundert Prozent indianischer Abstammung und die Frauen machen viele traditionelle Gegenstände, die sie verkaufen wollen. Dies ist fast die einzige Verdienstmöglichkeit. Sonst leben sie vom Anbau, Kartoffeln und Mais dominieren.
            Im Dorf Purmamarca besuchten wir eine Kirche, die bereits 1648 erbaut wurde. Sie ist weiss verputzt und man sieht nicht, ob sie aus Adobe-Ziegeln gebaut ist. Der Unterbau des Daches besteht aus dem Holz des hiesigen Kaktus, genannt Cardon. Auf dem Dorfplatz und in den Häusern darum herum werden Souvenirs verkauft.
            Weiter im Tal oben in Humahuaca, auch ein Dorf, das etwas grösser ist, wird es vom Inka-Freiheitsdenkmal dominiert, das auf dem nächsten Hügel liegt. Im Dorf beim Hauptplatz selber, befinden sich zwei Kirchen. Die eine hat an seiner Wand einen Schrein, der sich beim Glockenschlag um zwölf Uhr mittags, und nur um zwölf, öffnet und der heilige Franziskus als Statue, segnet die Zuschauer. Auch hier verkaufen die Frauen und grössere Kinder Souvenirs.
            Auf der Rückfahrt besuchten wir noch den Ort Tilcara. Auf dem steilsten Hügel hatte der letzte Kazike der Inkas mit seinen Leuten sich zehn Jahre erfolgreich verteidigt, bis es den Spaniern gelungen ist, die wenigen zu besiegen. Der Kazike wurde natürlich hingerichtet. Zwei italienische Archäologen haben vom 19. zum 20. Jahrhundert diesen steilen Felsen erforscht und einige der ehemaligen Häuser wurden wieder aufgebaut. Unten im Dorf besuchten wir das Museum, wo gefundene Gegenstände und Skelette aus den Gräbern ausgestellt sind. Bei den Inkas hiess der Ort Pucará.
            Wieder über Nacht fuhr ich mit dem Bus nach Mendoza, eine total andere Gegend. Hier besuchte ich mit einer geführten Tour die hohen Berge der Cordillera. Der Berg Aconcagua ist der höchste in der Bergkette – er ist 6959 Meter hoch. Herunter bis auf 3000 Meter ist er immer im Schnee. Wir fuhren auf einer Naturstrasse hinauf zum Pass La Cumbre, der auf 4200 Meter liegt und die Grenze zwischen Chile und Argentinien bildet. Hier befanden sich einmal, vor dem Tunnelbau, die Grenzstationen. Die Statue Christ Redemptore aus Bronze liegt genau auf der Grenze. 
            Wir sahen auch den Vulkan Maipo (Höhe 5323 Meter), der die umgebenden Berge überragt Auf der Fahrt ins Tal besuchten wir kleinen Ort, der einmal ein Thermalbad hatte, das einer Schnee- und Eislawine zum Opfer fiel. Der Ort heisst Puente del Inca auf einer Höhe von 2700 Metern. Hier hat sich der Fluss ein Loch unter dem Felsen geschaffen und es entstand eine Brücke. Das Thermalwasser enthält ausser viel Kalk auch viel Schwefel und Eisen, daher die gelb-braun Färbung.
            Am Tag darauf besuchte ich, auch wieder geführt, zwei „Bodegas“ – Weinkellereien – und einen Betrieb, der Olivenöl herstellt. Im Gebiet von Mendoza wird der meiste Wein von Argentinien angebaut. Drei Sorten haben hier den Vorzug: Malbec, Shyra und Cabernet Sauvignon. Die ganze Arbeit wird noch von Hand ausgeführt, ist doch die Arbeitskraft noch sehr billig. Leider konnte ich weder Wein noch Olivenöl mitnehmen, da mein Gepäck schon so zu schwer war.






            Die Stadt Mendoza besitzt einige schöne Gebäude, die an Andalusien erinnern. Auch die beiden dominierenden Kirchen, die des heiligen Franziskus und die Kathedrale sind sehenswert. Am Sonntag besuchte ich noch einen Handarbeitsmarkt, der gleich drei oder vier Strassen einnahm. Alles Mögliche war hier erhältlich. Ein Chilene machte aus Bambusstücken Musikinstrumente – Flöten, Saxophone und Digeridus, nur eben kürzer als die australischen, weil sie gebogen waren.
            Die nächste Stadt, die ich besucht habe, war Cordoba. Sie enthält nur ganz wenige Gebäude aus der Kolonialzeit, da sie 1926 durch ein Erdbeben fast ganz zerstört wurde. Das historische Museum ist nur von Montag bis Freitag geöffnet und ich kam erst am Freitag hier an. Jede Strasse in Cordoba ist eine Allee mit einem tiefen Graben auf jeder Seite. In der Mitte der Stadt liegt die Plaza de la Independencia und immer im gleichen Abstand, von den Ecken aus je zwei Blöcke weiter liegen vier kleinere Plätze – Plaza de España, Italia, Chile und San Martin.
            Nun kann ich meine weitere Reise planen. Ich hoffe, Argentinien in Richtung Uruguay und Brasilien nächste Woche verlassen zu können.

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