Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Von Ushuaia über Puerto Madryn und Mar del Plata nach Buenos Aires 

            Seit dem 15. Januar war ich wieder unterwegs. Nachdem Pieter gekommen ist, haben wir die Einkäufe gemacht und sind in Richtung Isla de los Estados, Also gegen Osten unterwegs. Der erste Ankerplatz war in der Bahia Relegada, die Bucht vor Harberton. Wir beschlossen, einen Tag dort zu bleiben, die Natur zu bewundern und Harberton zu besichtigen. Zwei Graufüchse sahen wir hier, die alles nach Futter abgesucht haben.
            Als wir zum Schiff zurückkehrten, kam ein Gummiboot auf uns zu und erklärten, dass ich nach Ushuaia zurückkehren müsse, ich hätte mich bei der Prefectura Naval nicht abgemeldet – glatt vergessen habe ich dies. Nach langem hin und her musste ich mit meinen Papieren zurück. Schlussendlich fand ich eine Transportmöglichkeit zurück, ich brauchte nicht mit dem Schiff zurückzugehen.
            Dort angekommen ging es vor allem darum, zu warten, bis die entsprechenden Herren verfügbar waren. Ich musste eine Strafe bezahlen und nach dem Erledigen des Papierkrames mit vielfacher Unterschrift durfte ich wieder gehen. Zurück musste ich ein Taxi nehmen, das nicht gerade billig war. Abschliessend zu sagen, war es ein teures Vergessen.
            Auf Feuerland besuchten wir noch die Bucht Puerto Español und am Tag darauf liefen wir wegen starkem Nordwind die Bahia Valentin an, wo wir gegen diesen starken Wind gut geschützt lagen. Auch den Tag darauf blieben wir in der Bucht, da der wind nicht nachliess. Hier beobachteten wir eine Familie Guanacos, die an beiden Tagen an den Strand kam und, ich glaube, sie tranken Meerwasser. Insgesamt mit den jungen waren es etwa zehn Tiere.
            Am 19, am zweiten Tag in der Bucht Valentin legten wir am Nachmittag ab und beschlossen, gleich den Estrecho de Maire zu passieren und nach norden zu segeln. Bis in die Mitte hatten wir die Strömung mit uns, darnach war es aber aus! Sie nahm zu und sie war so stark, dass wir mit dem Motor dagegen manchmal null Vortrieb hatten. Nach einigen stunden waren wir schlussendlich draussen und konnten Segel setzen. Der wind blies aus Nord und wir machten mit dem zweimal gerefften Gross und der Fock vier ein halb Knoten fahrt – am Wind bin ich nur selten schneller bei hohem Seegang.
            Wir beschlossen, den Puerto Deseado anzulaufen, jedoch verhinderte die starke Südströmung dies und wir beschlossen daher, weiter auf den Atlantik hinaus zu segeln, um später den Puerto Madryn anzulaufen. Auch dort, war die Strömung sehr stark und indem wir weit gegen Osten auswichen, gelang es uns in den Golfo Nuevo einzulaufen. Es waren jedoch an die sechzig Meilen, die zurückzulegen waren. Am Abend spät ankerten wir in der Bucht südlich der Anlegebojen des Yachtklubs.
            Der Tag darauf brachte starken Südwind – bis zu 40 Knoten – u8nd unser Anker ging auf Drift. Nach einem neuen Ankermanöver – mit mehr Kette – hielt er und nachdem der Wind nachgelassen hatte, konnten wir die Prefectura Naval besuchen. Trotzdem wurden wir nass! Der Wind drehte auf Ost und in der Nacht legten wir ab. Alles mit dem Motor gegen an verliessen wir wieder den Golf.
            Weitere 480 Meilen warteten auf uns und wieder wie schon vorher, fast alles bei starkem Nordwind gegenan, bis Mar del Plata. Am Abend um sieben Uhr des 7. Februar liefen wir in den Hafen ein. Diese strecke von 1620 Meilen dauerte inklusive Aufenthalt im Hafen von Madryn 24 Tage, wie eine Atlantiküberquerung. Noch nie in meinem Seglerleben habe ich soviel gekreuzt! Sicher 80 % hatten wir den Wind aus norden oder Nordost und wir mussten gegenan. Allein bei Deseado haben wir infolge des Gegenstromes drei Tage verloren.
            Am Sonntag, den 10. sind wir am Morgen um zehn Uhr aus dem Hafen von Mar del Plata hinausgesegelt. Tags zuvor war ich bei der Prefectura Naval und habe mir ein neues „Zarpe“ bis Buenos Aires ausstellen lassen. Wir hatten Südostwind, endlich einmal den Wind, den wir gebrauchen konnten. Uns blieb er treu bis vor den Hafen von Buenos Aires. Der Hafen liegt 273 Meilen nördlich im Rio de la Plata.
            Nach zwei Tagen und drei Nächten sind wir am Mittwochmorgen früh vor dem Yacht Club Argentina eingetroffen. Wir hätten leicht schon am Dienstagabend eintreffen können, wenn die Winde in der Nacht nicht so stark abgeflaut wären. In der letzten Nacht mussten wir sogar bremsen, damit wir nicht mitten in der Nacht angekommen wären. So haben wir beim Einnachten das Grosssegel geborgen, was die Geschwindigkeit beträchtlich gesenkt hat.
            Als wir im Vorhafen auf den Beginn des Tages kreisend gewartet haben, ist ein Schiff der Prefectura Naval gekommen und hat uns im Vorhafen ganz nach hinten gescheucht, da ein Kreuzfahrer auslaufen wollte und scheinbar die Kurve nicht erwischt hätte, wenn wir dort geblieben wären. Alles blinder Alarm – und sie haben wieder einmal ihre Macht demonstriert!
            In der Marina des Yachtklubs haben wir mit Hilfe des Hafenmeisters rückwärts angelegt. Nach dem Frühstück – Haferbrei, Brot war keines mehr da – haben wir uns beide zum Schlafen hingelegt, da wir in der Nacht im engen Kanal nicht schlafen konnten. Anschliessend ging’s zur Prefectura und wir wurden in der halben Stadt herumgehetzt, weil niemand von den Prefecturaleuten gewusst haben, was mit uns zu tun sei. Schlussendlich ist es uns gelungen, die erforderlichen Unterschriften und Stempel zu erhalten.

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