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Zweiter
Teil:
Von Zypern
durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket
Dritter
Teil:
Durch die Malakka-
Strasse ins Süd-
chinesische Meer in die
Philippinen
Vierter
Teil:
Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien
Fünfter
Teil:
Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland
Sechster Teil:
Von
Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland
Siebenter
Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien
Achter
Teil:
Von Ushuaia
über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen
Neunter
Teil:
Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach
Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar
Zehnter
Teil:
Von Gibraltar zu den
Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland
Anhang: Mitsegelmöglichkeiten
und Bedingungen
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Von
Puerto Montt nach Puerto Edén
Schon
seit langer Zeit habe ich Puerto Montt verlassen. Heute, es ist der 24. Oktober,
liege ich in einer Bucht mit Namen Puerto Americano und nehme mir Zeit, meine
Erlebnisse aufzuschreiben. Die ersten drei Tage hatte ich keinen Wind und musste
die meiste Zeit mit dem Motor fahren. Nur am dritten Tag konnte ich das letzte
Stück segeln. Ich besuchte Calbuco, ein Fischerhafen zwischen Festland und der
Insel gleichen Namens.
Am zweiten Tag erreichte ich die Insel Chiloé. Der nächste Hafen war
Dalcahue, auch ein Fischerhafen, der heute aber mehrheitlich von Salmoneras
lebt. Übrigens lebt Chiloé heute nicht mehr von der Fischerei, eher von den
Fisch- und Muschelfarmen, die der Küste entlang überall anzutreffen sind.
Sogar noch weiter im Süden in den Kanälen habe ich diese Anlagen gesehen.
Endlich konnte ich segeln und der Kurs führte mich in die Marina von
Quinched. William Bannister, der Besitzer, stammt von einem englischen Vater ab,
ist aber Chilene und auch hier geboren. In der Marina liegt man an einer Mooring
und nicht an einem Steg. William ist sehr hilfsbereit, er holte für mich in
Chonchi vierzig Liter Diesel und fuhr mit mir am nächsten Tag nach Castro, wo
ich noch Einkäufe zu machen hatte. Er fragte mich, was ich kaufen wollte. Unter
anderem wollte ich dort fünf Kilo Kartoffeln kaufen und er sagte mir, kauf
keine, ich gebe sie dir.
Mit dem Motor fuhr ich in die nahe Cala Ichuac, Insel Lemuy, wo ich
eigentlich noch Kirchen filmen wollte. Das Wetter war aber so schlecht, dass ich
nicht an Land gegangen bin. Immer noch der Küste von Chiloé entlang lief ich
Queilen an, das tief in einer Bucht liegt. Auch hier alles voll mit Schiffen,
die die Muschel- und Fischfarmen bedienen. Da es bis zu einem Laden sehr weit zu
laufen war, bin ich auch hier an Bord geblieben.
Der wirklich letzte Hafen auf Chiloé ist Queillon. Hier musste ich
soweit vom Land weg ankern, dass ich auch hier den Ort nicht besucht habe. Häfen
unserem Sinn gibt es hier nur sehr wenige, es gibt keine Molen und wenn welche
da sind, sind sie von den Fischern in Beschlag genommen. Der letzte „Hafen“
in Chiloé ist Puerto San Pedro. Dort ist kein Ort und von einem Hafen keine
Spur – es ist einfach eine Bucht mit diesem Namen.
Als ich in Queillon weggesegelt bin, wurde ich von der „Armada de
Chile“ besucht, sie wollten wissen, ob ich alle Papiere habe. Da ich keinen
Autopiloten habe, musste ich am Ruder bleiben und konnte ihnen nichts zeigen.
Auf dem Weg nach San Pedro kam nochmals das grosse Küstenwachboot und sandte
ein Schlauchboot zu mir – das Segel habe ich nicht geborgen. Und auch diese
wollten meine Papiere kontrollieren. Die ersten waren von der Armada Queillon,
die andern unterstehen Puerto Montt.
Am Tag darauf segelte ich die weite Strecke zu den „Islas Guaitecas“,
wo ich den Hafen Melinka an lief. Die ganze Strecke hat es geregnet und ich war
recht ausgekühlt, als ich ankam. Hier musste ich wegen des schlechten Wetters
einen Tag liegen bleiben. Dies war der letzte Hafen, in dem ich vor Puerto Edén
noch etwas kaufen konnte. Brot hätte ich haben sollen, habe aber beschlossen,
selber zu backen.
Hier war es das letzt mal, dass ich noch Häuser gesehen habe – jetzt
gibt es bis Puerto Edén nur mehr Natur. Auch von Melinka bis zur Caleta
Valverde war ich vom Regen „begünstigt“. In dieser Region wechselt das
Wetter so schnell und man muss sich anpassen. Der Barometer ist ständig zu
kontrollieren und im Funk erhält man dann Wetterberichte, wenn wieder eine
Schlechtwetterfront im Anzug ist.
Besucht habe ich noch Pozo Delfin und Caleta Brooks und befinde mich
jetzt im Puerto Americano. Wieder ist eine Front im Anzug und ich bin hier
geblieben. Am Morgen bis zum Mittag war schöner Sonnenschein aber die Wolken
sausten mit einer hohen Geschwindigkeit an der Sonne vorbei. Gegen elf Uhr zog
sich der Himmel zu mit schwarzen Wolken und der Regen hat eingesetzt. Der
Barometerstand ist im Keller. Im Moment habe ich 994 hPa und er sinkt noch
immer. Ich weiss nicht, ob ich Morgen weiter kann.
Mein Törn führte mich nun in die Caleta Sepulcro oder Puerto Laguna.
Hier kam am Abend ein starker Westwind auf und es blies in der Bucht mit
dreissig Knoten fast die ganze Nacht. Weiter ging es, um in den Kanal Darwin zu
gelangen, der mich westwärts führen sollte. Flott ging es bis zur Einfahrt in
den Kanal und kaum war ich drin, fing der starke Wind der letzten Nacht wieder
an. Und zwar in einer Stärke von zehn Bf. (50 kn). Das Wasser wurde von den
Wellen gerissen und in Schwaden kam es über Bord.
Zuerst wollte ich umkehren und die zwanzig Meilen zurück in die Lagune
segeln. Zum Glück fand ich im Lee der Insel Quemda ein Riff, auf dem ich ankern
konnte. Am späteren Nachmittag liess der Wind nach und ich wollte nun den Kanal
bezwingen. Leider, kaum war ich drin, fing es noch stärker an zu blasen als
gegen Mittag. Und ich kehrte zu meinem Riff zurück. Solange der Wind von Westen
kam, war es hier gemütlich.
Am nächsten Morgen bei Tagesanbruch unternahm ich die Bezwingung des
Kanals noch einmal, da am Morgen der Wind immer schwächer ist. Nun, mit einer
Windstärke von etwa fünfzehn Knoten durchquerte ich den ersten Teil des Kanals
Darwin bis ans Ende der Insel Quemda, wo ich in der Bucht nach dem Leuchtturm
vor Anker ging. Der Ankerplatz ist nicht ideal, muss man doch sehr nahe unter
Land ankern. Der Grund ist voller Geschiebe und der Anker hält nicht besonders
gut.
Mitten im grössten Regen hat der Anker auch nicht mehr gehalten und ich
war auf einmal zwei Meter von der Felsküste entfernt, wo aber immer noch vier
Meter Wassertiefe war. Ein Baum, der überhängend war, hat verhindert, dass das
Schiff den Felsen berührte. Mit meiner Säge, die ich an Bord habe, musste ich
einen Ast des Baumes ab sägen, damit ich wieder freikam. Und, ein neues Mal
ankern! zum dritten mal.
Durch den Kanal Utarupa erreichte ich dann den Kanal Abandonado, wo ich
in einer wunderschönen Bucht auf der Insel Prieto vor Anker ging. Von hier aus
geht es aus den Kanälen hinaus auf den offenen Pazifik. Leider war seit drei
Tagen kein Wind und ich musste fast alles mit dem Motor zurücklegen. Dieser Tag
führte mich in die Caleta Cañaveral, eine Bucht mit einer fantastischen
Bergkulisse, wo es am Morgen darauf Schnee hatte.
Da ich allein bin und mein Autopilot seit langer Zeit defekt ist, muss
ich, wenn ich mit dem Motor fahre, immer am Ruder sein. Hier hatte ich die ganze
Zeit den Wind auf die Nase und, um überhaupt voranzukommen, musste ich motoren.
Am Morgen lief ich wohl aus, musste aber wieder umdrehen, da ich bei dreissig
Knoten Wind nicht vorankam, ich hätte die folgende Bucht erst in der Nacht
erreicht. Es wäre auch für mich am Ruder unangenehm gewesen, da es oft
geregnet hat und es sehr kalt wurde.
Am nächsten Morgen lief ich um fünf Uhr aus, da ja am Morgen der Wind
immer schwächer ist oder nicht existiert. Als es dann angefangen hat zu blasen,
hatte ich schon mehr als die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Die Bucht, Seno
Pico Paico wird sehr oft von Fischern angelaufen und in der Nacht waren wirklich
drei Fischerboote drin. Wieder versuchte ich die nächste Bucht zu erreichen,
kehrte aber nach vier Stunden (zurückgelegte Strecke neun Meilen) wieder um.
Auch in dieser Nacht waren drei Fischer in der Bucht.
Wieder ging es am Morgen früh los und ich erreichte die Caleta Cliff,
die letzte Möglichkeit für mich, vor der Überquerung des Golf de Penas (nicht
Peñas), wo ich ankern konnte. Endlich, endlich! wurde am Kurzwellenradio durch
die Armada de Chile West- und Nodwestwinde versprochen, auf die ich schon seit
einer Woche gewartet habe. Wieder ging es am Morgen um sechs beim Morgengrauen
los, um die windstille Zeit noch auszunutzen, da ich dem Wetterbericht nicht
ganz getraut habe.
Jedoch, siehe da, der Wind war aus Westen und ich setzte die Segel und
ich kreuzte auf das Kap Raper zu. Als ich schlussendlich abfallen konnte, drehte
auch der Wind auf Nordwest und ich musste die Fock bergen, da sie immer vom Wind
abgedeckt wurde und die ganze Zeit nur gekillt hat. Schon beim Kreuzen habe ich
die Aries (Windsteueranlage) in betrieb genommen und ich brauchte nicht mehr die
ganze Zeit am Ruder zu sein. Der Seegang war aber aus Südwest so stark, dass
ich im Schiff drin Seekrank wurde – nicht dass ich erbrechen musste, aber zum
Essen war es auch nicht.
Mit leichten Korrekturen des Kurses erreichte ich um fünf Uhr am Morgen
den Faro San Pedro und konnte nun bereits vor acht Uhr die Bucht Caleta Ideal
anlaufen, wo ich auf etwa acht Meter geankert habe. Den ganzen Tag bis so gegen
fünf Uhr hat es wie schon in der vorigen Nacht weiter geregnet. Scheinbar noch
im Regen ist eine andere Yacht eingelaufen, mit der ich jedoch keinen Kontakt
aufnehmen konnte.
Heute ist der siebente November und in drei Tagen werde ich in Puerto Edén
sein.
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