Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Von Whangarei nach Valdivia in Chile, Ende Februar 2007 
 
           Der Mast wurde am 12. Dezember heruntergeholt und zum „Rigger“ gefahren. Ich habe alle Stagen und Wanten untersucht und dabei festgestellt, dass am Klüverstag ein Draht gebrochen war. Also werden nicht nur die Rollen des Grossfalles und der Dirk ausgetauscht, sondern auch noch gleich das Vorstag in zehn Millimeter Chromstahl. Auch bei den Salingen ist etwas nicht in Ordnung, auch dies muss geregelt werden. Der ausgebrochene Niederholer wird auch ersetzt und ich machte noch eine neue Kurzwellenantenne. Für den Schutz der unteren Salinge habe ich an den Bakstagen Tausendfüssler angebracht.
            Das Vordeck ist nun fertig gestrichen auch mit „Don’t Slip“ eine Farbe, die das Rutschen an Deck verhindern soll. Am Ruder wurde die Packung erneuert, damit das Ruder wieder Wasserdicht ist. Die Bakskiste, wo das eindringende Wasser einige Sachäden verursacht hat, habe ich repariert und mit dem Heizlüfter ausgetrocknet. Das Ruder habe ich wieder am Steuerrad angeschlossen. Die Bakskiste musste dann wieder eingeräumt werden. Die Giftfarbe fürs Unterwasserschiff habe ich auch aufgetragen und zwar zwei Schichten. Es blieb mir dann noch Antifouling übrig und ich habe am Kiel und an der Wasserlinie eine dritte Schicht gestrichen, bis eben die Farbe alle war.
            Nachdem diese Arbeit fertig war, habe ich das Schiff am Montag, den achten Januar wieder einwassern lassen. Die Segel sind am Dienstag zurückgebracht worden, Pelle hat gute Arbeit geleistet. Nun liege ich wieder im „Town Basin“ an einem Schwimmsteg und habe jetzt den Sitz des Cockpites gestreichen und den Ofen fertig eingebaut. Was am Ofen noch zu machen ist, werde ich in Valdivia machen. dies ist das Einziehen der Kupferleitung. Ohne Regen ging es natürlich nicht und ich musste warten, bis das Tiefdruckgebiet weggezogen war. Der Teakrost ist wieder montiert und ich bin soweit fertig, dass ich Whangarei nach dem Einkauf der Lebensmittel verlassen kann.
            Viel Arbeit ist noch zu verrichten, es muss geputzt werden und vorallem so aufgeräumt, dass ich wegsegeln kann. Auch mein Bankkonto bei der „The National Bank“ muss ich auflösen. Mein Kurzwellenradio ist zur Zeit bei einem Spezialisten in Reparatur, da durch die Feuchtigkeit einige Druckknöpfe korodiert waren. Diese werden jetzt ausgewechselt und dann habe ich wieder ein gut funktionierendes Funkgerät, mit dem ich die Wetterberichte empfangen kann.
           Hier in Whangarei wollte ich eine hoch auflösende digitale Videokamera kaufen, ohne Vorbestellung und Bezahlung ist es aber nicht möglich. Die nächste Lieferung kommt erst wieder im Februar, da bin ich schon etwa zweitausend Meilen von Neuseeland weg. Es ist hier auch so, dass sie für ihre nur vier Millionen Einwohner halt nichts auf Lager haben. Auch in Sachen Kultur ist hier eben nicht viel los, wenn man nicht gerade in Auckland oder Wellington wohnt. Die Nation ist auch sehr jung – nicht älter als hunderfünfzig Jahre und die Maoris verschliessen sich fast ganz.
            Fast alles ist jetzt getan und ich kann Morgen nach zwölf Uhr auslaufen und zum zoll gehen zum ausklarieren. Morgen habe ich nur noch Kleinigkeiten einzukaufen, vorallem Gemüse, und dann bin ich soweit. Die Strecke nach Chile ist sehr lang – 5230 Seemeilen und ich hoffe, dies in vierzig bis sechzig Tagen zu schaffen. Mit Winfried werde ich solange wie möglich in Kontakt bleiben. Er kann mir immer die Wetterlage durchgeben per SSB (Kurzwellenradio).
            In Whangarei bin ich am 24. Februar mittags gestartet und bin am Donnerstag, den 15. März angekommen, wobei ich den letzten Tag damit zugebracht habe, die Geschwindigkeit zu reduzieren, da ich sonst in der Nacht in die Bahia de Coral eingelaufen wäre. Da die elektronischen Karten einen Fehler von fast einer Meile Fehler haben, ist es nicht ratsam eizulaufen, wenn man nichts sieht.
            Bis nach Valdivia brauchte ich 51 Tage. Die effektiv gesegelte Strecke betrug 6100 Meilen, die direkte Strecke hingegen nur 5300. Ich war in den „Brüllenden Vierzigern“ und habe kaum Westwinde gehabt. Viel gekreuzt habe ich, denn ich hatte vielfach den Wind aus dem 1. und 2. Sektor. Das heisst von Nordnordost bis Südsüdost. Hatte ich einmal Westwind, war er nur von kurzer Dauer und meist sehr schwach.
            Von 35-52 Süd bis 42-16 Süd betrug meine „Schwankungen“ durch den Südpazifik. Mein längstes Etmal (von Mittag zu Mittag) betrug 161,9 Meilen, also 6,75 Knoten. Hingegen das kürzeste lag bei nur 64,9 Meilen, das heisst nur gerade 2,7 Knoten. Im ganzen aber, wenn ich die wirklich gesegelte Strecke nehme, legte ich im Durchschnitt 120 Seemeilen zurück. Bei der direkten Strecke liegt es bei 104 Meilen.
            Nach vier Wochen hatte ich ausser Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten kein frisches Gemüse mehr und musste auf Konserven ausweichen. Jedoch Früchte blieben sogar einige übrig, es waren Orangen. Am letzen Tag verbrauchte ich die letzte Zitrone, die ich mir am Morgen in mein Müesli tat. Mein eigenes Joghurt habe ich hergestellt, jede Zubereitung von einem Liter hat für drei Frühstücke gereicht. Nur einmal habe ich Brot gebacken, da das Gas aus Fiji schlecht war und viel Russ produtiert hat.
            Bis zum 110. Grad West habe ich jeden Tag mit Winfried von der Annamaria Kontakt über das Kurzwellenradio aufgenommen und er hat mir den Wetterbericht durchgegeben, wofür ich ihm recht herzlich danken möchte. Gelegentlich haben andere Segler Relais gemacht, denen ich auch meinen Dank ausspreche. Ab 100 Grad West hattei ch dan Kontakt mit der „Wilden Mathilde“. Wolfgang hat mir aber keinen Wetterbericht vermitteln können, jedoch ist es beruhigend, wenn man auf einer solchen langen Strecke weiss, dass jemand notiert, wo man gerade ist, auch ihm herzlichen Dank.
            Es ist schon ein Erlebnis, so lange Zeit auf sich selbst gestellt zu sein und sich nur mit sich selber unterhalten zu können. Es war auch sehr nass, oft stiegen die Wellen an Bord und die Aussenluft hatte bis zu 91 Prozent Luftfeuchtigkeit. Erlebt habe ich nur zwei kurze Stürme, bei denen ich für etwa sechs Stunden alle Segel geborgen habe und vor Top und Takel getrieben bin. Die Windstärke ging nie höher als neun Bf. (41 bis 48 kn). Ich habe in der ganzen Zeit sehr viel gelesen, meiner Hauptbeschäftigung ausser der Navigation, dem Kochen und dem Segeltrimm.
            Im Detail brauche ich meinen Törn nach Patagonien nicht zu besprechen, willst du aber mehr wissen, so schreibe mir und ich werde gelegentlich antworten. Was ich vergessen habe, zu erzählen: ich habe die ganze Zeit Vögel um das Schiff herum gehabt und habe sogar zwei mal Albatrosse gesehen.

Törnverlauf
            Hier berichte ich über meinen
, soweit er von Interesse ist. Am Freitag nach dem Start in Whangarei habe ich etwa um elf Uhr die Datumsgrenze überschritten, war also darnach um einen Tag jünger! 146,6 Meilen war das Etmal und am zweiten Freitag 149 Knoten. Ich musste reffen und es hat geregnet. Am 5. Februar schlief der Wind ein und drehte späterauf Ostsüdost.
            Am Tag darauf musste ich um vier Uhr morgens zwei Reffs ins Gross machen und den Klüver bergen, Windgeschwindigkeit 20 bis 25 Knoten und ich war hart am Wind. Am Abend drehte der Wind auf Ostsüdost. Am 7. setzte ich wieder den Klüver ,immer noch hart am Wind. Der Kurs war 150 Grad und der Wind drehte weiter gegen Süden. Der achte Februar brachte dann Nordost-Wind und ich konnte ein bisschen fieren und sofor schnellte die Geschwindigkeit in die Höhe.
            Am Freitag und Samstag hatte ich eine sehr starke Dünung und das Schiff stampfte durch die Wellen. In der Nacht ist dann der Pütting der acxhterlichen Unterwant gebrochen und ich musste die Want auf den inneren Pütting versetzen. Ständig nahm jetzt der Wind zu, Reffs einziehen, Klüver bergen und später auch das ganze Gross. Der 12. Februar brachte Wind bis 48 Knoten. Ich habe auch die fock geborgen und liess das Schiff unter Top und Takel treiben.
            Nach etwa fünf Stunden konnte ich zuerst die fock und später auch das Gross wieder setzen. Der Wind hat dann auf Westnordwest gedrehtund nahm rapide ab. Ich setzte den Klüve und habe die Fock geborgen, da sie mir immer den Klüver abgedeckt hat. Immer mehr nahm der Wind ab. Erst am Samstag, den 17. Februar nahm der Wind wieder zu und am Tag darauf musste ich den Klüver bergen. Entlich konnte ich mit halbem Wind gegen Osten segeln.
            Tags darauf musste ich in der Nacht das zweite Reff einbinden, am Morgen sogar den Klüver bergen. Der 19. brachte Winde aus Nondnordwest und aus Nordwest und am 20 habe ich am Morgen das 2. Reff ausgeschüttet und am Abend wieder eingebunden. In der Nacht musste ich sogar das dritte und das vierte Reff einbinden, Wind 25 bis 30 Knoten.
            Donnerstags, den 22. Februar in der Nacht drehte der Wind auf Südwest und ich konnte das dritte und vierte Reff wieder ausschütte. Am Morgen konnte ich auch das zweite Reff ausschütten und den Klüver setzen. Der Freitag brachte wieder starken Wind und ich musste am Mittag den Klüver bergen
            Der wind nahm am Samstag weiter zu und ich musste am Mittag das dritte und vierte Reff einbinden. Um drei Uhr morgens am Sonntag kamen die beiden Reffs wieder raus und ich war wieder einmal hart am Wind! Am 26. war es wieder soweit, in der Nacht zuerst das Gross bergen und dann die Fock. Der wind weht mit 40 bis 48 Knoten und ich lasse mich vor top und Takel treiben. Der Morgen des nächsten Tages liess mir die Zeit, die Mastrutscher zu reparieren und das Gross mit vier Reffs wieder zu setzen. Auch die Fock wurde wieder gehisst. Immer noch hart am Wind.
            Am Morgen des 28. Februar barg ich wieder das Gross, weil der oberste Rutscher sich wieder gelüst hat. Nach der Reparatur gross wieder Gesetzt, viertes und drittes Reff ausgeschüttet. Der Wind drehte langsam auf nord und ich konnte die Segel fieren. Da der wind am 1. März auf West gedreht hat, musste ich die Fock bergen, da sie immer den klüver abgedeckt hat und dieser nicht richtig ziehen konnte.
            Der Freitag brachte schwache Winde aus Nordnordwest und ich konnte die Fock wieder setzen. Später nahm der Wind zu, es wurde das zweite Reff eingebunden, da der Wind auf 25 Knoten aufgefrischt hat, Fahrt über 6 Knoten. Später wieder drittes und viertes Reff eingezogen. Gegen Abend konnten die zwei Reffs wieder ausgeschüttet werden. Am Montag drehte der Wind auf Südwest und ich habe gehalst. Ich musste das zweite Reff wieder einbinden.
            Bis zum Freitag, den 9. März blieb der Wind stark und ich machte schöne Etmale. Der wind wurde für einen Tag  chwächer, nahm aber am 11. wieder zu und drehte auf Westsüdwest. Ich setzte den Klüver und barg die Fock. Am Montag den 12. März drehte der Wind auf Südwest, nahm ab und drehte dann auf Südsüdost und später auf Südost. Vor dem Einnachten drehte der Wind so, dass ich die Bahia de Coral anlaufen konnte.
            der 13. März brachte eine Winddrehung, es blies jetzt aus Südwest und ich habe gehalst. Später drehte er auf Nordwest und ich hatte noch 90 Seemeilen bis in die Bahia de Coral. Der 14. März zeichnete sich dadurch aus, dass ich bremsen musste, um nicht in der Nacht einzulaufen. Also Klüver weg, Gross bis zum vierten Reff reduziert. Am morgen des 15. März war ich noch 6 Meilen von der Bahia de Coral weg und hatte keinen Wind mehr.
            Mit dem „eisernen Gustav“ fuhr ich nun in die Bei ein und suchte die grüne Spiere, die die Einfahrt in den Fluss Valdivia markiert. Es war aber nicht so einfach, da ein dicker Nebel aufkam. Sichtweite noch gerade 50 Meter! Dann ging es den fluss hinauf mit gelichtetem Nebel allen Spieren entlang. Kurz vor der Ankunft rief ich den Club de Yates und ich meldete mich an. Für ein paar Tage onnte ich mich an einer Australischen Yacht anlegen, bis eine andere Auslief.
So, das wäre in etwa mein längster Törn meines Seglerdaseins.

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