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Zweiter
Teil:
Von Zypern
durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket
Dritter
Teil:
Durch die Malakka-
Strasse ins Süd-
chinesische Meer in die
Philippinen
Vierter
Teil:
Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien
Fünfter
Teil:
Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland
Sechster Teil:
Von
Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland
Siebenter
Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien
Achter
Teil:
Von Ushuaia
über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen
Neunter
Teil:
Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach
Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar
Zehnter
Teil:
Von Gibraltar zu den
Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland
Anhang: Mitsegelmöglichkeiten
und Bedingungen
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Von
Whangarei nach Valdivia in Chile, Ende Februar 2007
Der Mast
wurde am 12. Dezember heruntergeholt und zum „Rigger“ gefahren. Ich habe
alle Stagen und Wanten untersucht und dabei festgestellt, dass am Klüverstag
ein Draht gebrochen war. Also werden nicht nur die Rollen des Grossfalles und
der Dirk ausgetauscht, sondern auch noch gleich das Vorstag in zehn Millimeter
Chromstahl. Auch bei den Salingen ist etwas nicht in Ordnung, auch dies muss
geregelt werden. Der ausgebrochene Niederholer wird auch ersetzt und ich machte
noch eine neue Kurzwellenantenne. Für den Schutz der unteren Salinge habe ich
an den Bakstagen Tausendfüssler angebracht.
Das Vordeck
ist nun fertig gestrichen auch mit „Don’t Slip“ eine Farbe, die das
Rutschen an Deck verhindern soll. Am Ruder wurde die Packung erneuert, damit das
Ruder wieder Wasserdicht ist. Die Bakskiste, wo das eindringende Wasser einige
Sachäden verursacht hat, habe ich repariert und mit dem Heizlüfter
ausgetrocknet. Das Ruder habe ich wieder am Steuerrad angeschlossen. Die
Bakskiste musste dann wieder eingeräumt werden. Die Giftfarbe fürs
Unterwasserschiff habe ich auch aufgetragen und zwar zwei Schichten. Es blieb
mir dann noch Antifouling übrig und ich habe am Kiel und an der Wasserlinie
eine dritte Schicht gestrichen, bis eben die Farbe alle war.
Nachdem diese
Arbeit fertig war, habe ich das Schiff am Montag, den achten Januar wieder
einwassern lassen. Die Segel sind am Dienstag zurückgebracht worden, Pelle hat
gute Arbeit geleistet. Nun liege ich wieder im „Town Basin“ an einem
Schwimmsteg und habe jetzt den Sitz des Cockpites gestreichen und den Ofen
fertig eingebaut. Was am Ofen noch zu machen ist, werde ich in Valdivia machen.
dies ist das Einziehen der Kupferleitung. Ohne Regen ging es natürlich nicht und ich musste warten, bis
das Tiefdruckgebiet weggezogen war. Der Teakrost ist wieder montiert und ich bin
soweit fertig, dass ich Whangarei nach dem Einkauf der Lebensmittel verlassen
kann.
Viel Arbeit
ist noch zu verrichten, es muss geputzt werden und vorallem so aufgeräumt, dass
ich wegsegeln kann. Auch mein Bankkonto bei der „The National Bank“ muss ich
auflösen. Mein Kurzwellenradio ist zur Zeit bei einem Spezialisten in
Reparatur, da durch die Feuchtigkeit einige Druckknöpfe korodiert waren. Diese
werden jetzt ausgewechselt und dann habe ich wieder ein gut funktionierendes
Funkgerät, mit dem ich die Wetterberichte empfangen kann.
Hier in
Whangarei wollte ich eine hoch auflösende digitale Videokamera kaufen, ohne
Vorbestellung und Bezahlung ist es aber nicht möglich. Die nächste Lieferung
kommt erst wieder im Februar, da bin ich schon etwa zweitausend Meilen von
Neuseeland weg. Es ist hier auch so, dass sie für ihre nur vier Millionen
Einwohner halt nichts auf Lager haben. Auch in Sachen Kultur ist hier eben nicht
viel los, wenn man nicht gerade in Auckland oder Wellington wohnt. Die Nation
ist auch sehr jung – nicht älter als hunderfünfzig Jahre und die Maoris
verschliessen sich fast ganz.
Fast alles
ist jetzt getan und ich kann Morgen nach zwölf Uhr auslaufen und zum zoll gehen
zum ausklarieren. Morgen habe ich nur noch Kleinigkeiten einzukaufen, vorallem
Gemüse, und dann bin ich soweit. Die Strecke nach Chile ist sehr lang – 5230
Seemeilen und ich hoffe, dies in vierzig bis sechzig Tagen zu schaffen. Mit
Winfried werde ich solange wie möglich in Kontakt bleiben. Er kann mir immer
die Wetterlage durchgeben per SSB (Kurzwellenradio).
In
Whangarei bin ich am 24. Februar mittags gestartet und bin am Donnerstag, den
15. März angekommen, wobei ich den letzten Tag damit zugebracht habe, die
Geschwindigkeit zu reduzieren, da ich sonst in der Nacht in die Bahia de Coral
eingelaufen wäre. Da die elektronischen Karten einen Fehler von fast einer
Meile Fehler haben, ist es nicht ratsam eizulaufen, wenn man nichts sieht.
Bis nach
Valdivia brauchte ich 51 Tage. Die effektiv gesegelte Strecke betrug 6100
Meilen, die direkte Strecke hingegen nur 5300. Ich war in den „Brüllenden
Vierzigern“ und habe kaum Westwinde gehabt. Viel gekreuzt habe ich, denn ich
hatte vielfach den Wind aus dem 1. und 2. Sektor. Das heisst von Nordnordost bis
Südsüdost. Hatte ich einmal Westwind, war er nur von kurzer Dauer und meist
sehr schwach.
Von 35-52 Süd
bis 42-16 Süd betrug meine „Schwankungen“ durch den Südpazifik. Mein längstes
Etmal (von Mittag zu Mittag) betrug 161,9 Meilen, also 6,75 Knoten. Hingegen das
kürzeste lag bei nur 64,9 Meilen, das heisst nur gerade 2,7 Knoten. Im ganzen
aber, wenn ich die wirklich gesegelte Strecke nehme, legte ich im Durchschnitt
120 Seemeilen zurück. Bei der direkten Strecke liegt es bei 104 Meilen.
Nach vier
Wochen hatte ich ausser Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten kein frisches Gemüse
mehr und musste auf Konserven ausweichen. Jedoch Früchte blieben sogar einige
übrig, es waren Orangen. Am letzen Tag verbrauchte ich die letzte Zitrone, die
ich mir am Morgen in mein Müesli tat. Mein eigenes Joghurt habe ich
hergestellt, jede Zubereitung von einem Liter hat für drei Frühstücke
gereicht. Nur einmal habe ich Brot gebacken, da das Gas aus Fiji schlecht war
und viel Russ produtiert hat.
Bis zum 110.
Grad West habe ich jeden Tag mit Winfried von der Annamaria Kontakt über das
Kurzwellenradio aufgenommen und er hat mir den Wetterbericht durchgegeben, wofür
ich ihm recht herzlich danken möchte. Gelegentlich haben andere Segler Relais
gemacht, denen ich auch meinen Dank ausspreche. Ab 100 Grad West hattei ch dan
Kontakt mit der „Wilden Mathilde“. Wolfgang hat mir aber keinen
Wetterbericht vermitteln können, jedoch ist es beruhigend, wenn man auf einer
solchen langen Strecke weiss, dass jemand notiert, wo man gerade ist, auch ihm
herzlichen Dank.
Es ist schon
ein Erlebnis, so lange Zeit auf sich selbst gestellt zu sein und sich nur mit
sich selber unterhalten zu können. Es war auch sehr nass, oft stiegen die
Wellen an Bord und die Aussenluft hatte bis zu 91 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Erlebt habe ich nur zwei kurze Stürme, bei denen ich für etwa sechs Stunden
alle Segel geborgen habe und vor Top und Takel getrieben bin. Die Windstärke
ging nie höher als neun Bf. (41 bis 48 kn). Ich habe in der ganzen Zeit sehr
viel gelesen, meiner Hauptbeschäftigung ausser der Navigation, dem Kochen und
dem Segeltrimm.
Im Detail
brauche ich meinen Törn nach Patagonien nicht zu besprechen, willst du aber
mehr wissen, so schreibe mir und ich werde gelegentlich antworten. Was ich
vergessen habe, zu erzählen: ich habe die ganze Zeit Vögel um das Schiff herum
gehabt und habe sogar zwei mal Albatrosse gesehen.
Törnverlauf
Hier berichte ich über meinen ,
soweit er von Interesse ist. Am Freitag nach dem Start in Whangarei habe ich
etwa um elf Uhr die Datumsgrenze überschritten, war also darnach um einen Tag jünger!
146,6 Meilen war das Etmal und am zweiten Freitag 149 Knoten. Ich musste reffen
und es hat geregnet. Am 5. Februar schlief der Wind ein und drehte späterauf
Ostsüdost.
Am Tag darauf musste ich um vier Uhr morgens zwei Reffs ins Gross machen
und den Klüver bergen, Windgeschwindigkeit 20 bis 25 Knoten und ich war hart am
Wind. Am Abend drehte der Wind auf Ostsüdost. Am 7. setzte ich wieder den Klüver
,immer noch hart am Wind. Der Kurs war 150 Grad und der Wind drehte weiter gegen
Süden. Der achte Februar brachte dann Nordost-Wind und ich konnte ein bisschen
fieren und sofor schnellte die Geschwindigkeit in die Höhe.
Am Freitag und Samstag hatte ich eine sehr starke Dünung und das Schiff
stampfte durch die Wellen. In der Nacht ist dann der Pütting der acxhterlichen
Unterwant gebrochen und ich musste die Want auf den inneren Pütting versetzen.
Ständig nahm jetzt der Wind zu, Reffs einziehen, Klüver bergen und später
auch das ganze Gross. Der 12. Februar brachte Wind bis 48 Knoten. Ich habe auch
die fock geborgen und liess das Schiff unter Top und Takel treiben.
Nach etwa fünf Stunden konnte ich zuerst die fock und später auch das
Gross wieder setzen. Der Wind hat dann auf Westnordwest gedrehtund nahm rapide
ab. Ich setzte den Klüve und habe die Fock geborgen, da sie mir immer den Klüver
abgedeckt hat. Immer mehr nahm der Wind ab. Erst am Samstag, den 17. Februar
nahm der Wind wieder zu und am Tag darauf musste ich den Klüver bergen. Entlich
konnte ich mit halbem Wind gegen Osten segeln.
Tags darauf musste ich in der Nacht das zweite Reff einbinden, am Morgen
sogar den Klüver bergen. Der 19. brachte Winde aus Nondnordwest und aus
Nordwest und am 20 habe ich am Morgen das 2. Reff ausgeschüttet und am Abend
wieder eingebunden. In der Nacht musste ich sogar das dritte und das vierte Reff
einbinden, Wind 25 bis 30 Knoten.
Donnerstags, den 22. Februar in der Nacht drehte der Wind auf Südwest
und ich konnte das dritte und vierte Reff wieder ausschütte. Am Morgen konnte
ich auch das zweite Reff ausschütten und den Klüver setzen. Der Freitag
brachte wieder starken Wind und ich musste am Mittag den Klüver bergen
Der wind nahm am Samstag weiter zu und ich musste am Mittag das dritte
und vierte Reff einbinden. Um drei Uhr morgens am Sonntag kamen die beiden Reffs
wieder raus und ich war wieder einmal hart am Wind! Am 26. war es wieder soweit,
in der Nacht zuerst das Gross bergen und dann die Fock. Der wind weht mit 40 bis
48 Knoten und ich lasse mich vor top und Takel treiben. Der Morgen des nächsten
Tages liess mir die Zeit, die Mastrutscher zu reparieren und das Gross mit vier
Reffs wieder zu setzen. Auch die Fock wurde wieder gehisst. Immer noch hart am
Wind.
Am Morgen des 28. Februar barg ich wieder das Gross, weil der oberste
Rutscher sich wieder gelüst hat. Nach der Reparatur gross wieder Gesetzt,
viertes und drittes Reff ausgeschüttet. Der Wind drehte langsam auf nord und
ich konnte die Segel fieren. Da der wind am 1. März auf West gedreht hat,
musste ich die Fock bergen, da sie immer den klüver abgedeckt hat und dieser
nicht richtig ziehen konnte.
Der Freitag brachte schwache Winde aus Nordnordwest und ich konnte die
Fock wieder setzen. Später nahm der Wind zu, es wurde das zweite Reff
eingebunden, da der Wind auf 25 Knoten aufgefrischt hat, Fahrt über 6 Knoten.
Später wieder drittes und viertes Reff eingezogen. Gegen Abend konnten die zwei
Reffs wieder ausgeschüttet werden. Am Montag drehte der Wind auf Südwest und
ich habe gehalst. Ich musste das zweite Reff wieder einbinden.
Bis zum Freitag, den 9. März blieb der Wind stark und ich machte schöne
Etmale. Der wind wurde für einen Tag
chwächer, nahm aber am 11. wieder zu und drehte auf Westsüdwest. Ich
setzte den Klüver und barg die Fock. Am Montag den 12. März drehte der Wind
auf Südwest, nahm ab und drehte dann auf Südsüdost und später auf Südost.
Vor dem Einnachten drehte der Wind so, dass ich die Bahia de Coral anlaufen
konnte.
der 13. März brachte eine Winddrehung, es blies jetzt aus Südwest und
ich habe gehalst. Später drehte er auf Nordwest und ich hatte noch 90 Seemeilen
bis in die Bahia de Coral. Der 14. März zeichnete sich dadurch aus, dass ich
bremsen musste, um nicht in der Nacht einzulaufen. Also Klüver weg, Gross bis
zum vierten Reff reduziert. Am morgen des 15. März war ich noch 6 Meilen von
der Bahia de Coral weg und hatte keinen Wind mehr.
Mit dem „eisernen Gustav“ fuhr ich nun in die Bei ein und suchte die
grüne Spiere, die die Einfahrt in den Fluss Valdivia markiert. Es war aber
nicht so einfach, da ein dicker Nebel aufkam. Sichtweite noch gerade 50 Meter!
Dann ging es den fluss hinauf mit gelichtetem Nebel allen Spieren entlang. Kurz
vor der Ankunft rief ich den Club de Yates und ich meldete mich an. Für ein
paar Tage onnte ich mich an einer Australischen Yacht anlegen, bis eine andere
Auslief.
So, das wäre in etwa mein längster Törn meines Seglerdaseins.
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