Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Von Suva der Küste entlang nach Lautoka und dieÜberfahrt nach Opua in Neuseeland

           Am Morgen des 17. Oktober bin ich losgefahren und wollte auf die Insel Bequa. Ich war noch nicht lange ausserhalb des Riffes, als der Wind bis auf sieben Bf. aufgefrischt hat. Der Seegang wurde recht steil und lag bei drei bis vier Metern. Da ich nicht kreuzen wollte, bin ich wieder zurück nach Suva gesegelt. Es macht keinen Sinn, bei diesen Wetterverhältnissen sich draussen abzuplagen, wenn es nicht sein muss. Ein wenig näher unter Land habe ich wieder vor dem Yachtklub auf vier Metern geankert. Noch am Sonntag stand ein starker Passat mit bis zu 25 Knoten.
            Am Samstag, den 21. Oktober war hier das Hindu-Neujahr und in der Stadt traf man viele Frauen in traditionellen Kleidern an, sei es bekleidet mit dem Sari oder mit Hosen und einem kurzen Rock, alles schön bunt. Extra aus diesem Grund bin ich mit dem Fotoaparat in die Stadt gegangen. Leider waren die Bilder mit den schönsten jungen Frauen, die in einem Geschäft gearbeitet haben, unscharf – wie schade!
            Am Dienstag, den 24. habe ich am Morgen alles vorbereitet, um nach Westen zu segeln. Um elf Uhr ging es dann Ankerauf! Nachdem ich den ganzen Schlick, der mit dem Anker aufs Deck kam, runtergespült hatte, setzte ich das Gross und den Klüver. Den Motor liess ich vorerst mal noch mitlaufen um ohne Gefahr aus der Riffzohne herauszukommen. Der Wind drehte immer östlicher und schon bald musste ich das Gross bergen, da es immer den Klüver abgedeckt hat.
            Nachdem ich die Bequa-Passage hinter mir hatte, wurde es bald mal Nacht. Der Wind liess nach und ich machte nur mehr drei Knoten Fahrt. Wenn ich den grossen Klüver gesetzt hätte, wäre ich sicher um einen Knoten schneller gewesen. Nur in stockdunkler Nacht mache ich dies nicht so gerne und war halt mit dieser Geschwindigkeit zufrieden – ich habe ja Zeit. Als es Tag wurde, lagen immer noch fünf Stunden segeln vor mir bis ich bei der Navalu-Passage angekommen bin.





            Es ging dann durch die Passage zusammen mit einem kleinen Tanker, der nach Lautoka unterwegs war. Er war natürlich bedeutend schneller und war schnell mal am Ende des Passes, wo er nach Westen abgedreht hat. Vor mir war noch ein anderer Segler, ein Amerikaner, der auch die Momi Bay anlief. Ich habe den Klüver geborgen und habe mich etwa hundert Meter hinter einem Pilotboot vor Anker gelegt. Die Nacht über war kaum Wind. Am Morgen hatte ich nur eine schwache Bewölkung mit löchern, wo die Sonne durchkam – welch eine Wonne, nach dem ewigen Regenwetter in Suva!
            Als ich beim Frühstück war, ist die „Slow Motion“ mit Priska und Ruedi an Bord in die Bucht eingelaufen und haben schräg hinter mir geankert. Sie sind einen Tag später in Suva weggefahren. Mit ihnen, ein Schweizer Paar, habe ich oft über Funk kontakt. Auch sie haben vor, nach Neuseeland zu segeln um dort den Sommer zu verbringen. Man muss hier weg, weil jetzt die Taifunzeit anfängt, der erste ist dieses Jahr schon bereits unterwegs. Das ist eigentlich noch zu früh aber dieses Jahr mit dem „El Niño“ war das Wetter hier sowieso gestört.
            Einen Tag später segelte ich nach Malolo Lailai – welch schöner Name! –, eine, respektive zwei Inseln, die im Westen liegen. Die Rechnung wurde aber ohne den Wirt gemacht, auf halber Strecke schlief der Wind komplet ein und ich musste mit dem „Eisernen Gustav“ vorlieb nehmen. In der Bucht wurden vom Yachtklub Bojen ausgelegt, die man nehmen kann. Es kostet zehn Fijidollars pro Tag an so einer zu liegen.















           
Am Abend trafen sich viele deutschsprachige Segler bei der Bar, wo es auch Grillstellen hat. Das Holz wird von den Angestellten des Resorts bereitgestellt. Jeder bringt etwas mit, sei es einen Salat, gegrillte Kartoffeln oder was auch immer, nur das Fleisch muss man sich selber besorgen. Zu diesem angenehmen Abend habe ich einen Krautsalat mit Tomaten und Gurken gemischt mitgebracht und das Geschirr war am Ende leer.
            Am Montag wollte ich ausklarieren und dann nach Neuseeland segeln. Zu diesem Zweck fuhr ich nach Lautoka. Nur habe ich vergessen, in Suva auszuklarieren und sie haben mich wieder zurückgeschickt. Da ich das Schiff dort im offenen Hafen nicht allein lassen wollte, bin ich in die Vuda Point Marina gefahren.Am nächsten Morgen um fünf Uhr marschierte ich zur Hauptstrasse und fuhr mit dem ersten Bus nach Nandi, wo ich einen Expressbus nach Suva genommen habe. Dort blieb mir gerade soviel Zeit, dass ich ausklarieren konte und mit dem nächsten Expressbus ging es wieder zurück nach Nandi und weiter zur Vuda Point Strasse. Zurück zu fuss ging es dann durch die Felder zur Marina.
            Am Freitag fuhr ich wieder mit dem Schiff nach Lautoka, erledigte den Papierkram und fuhr in die Momi Bay, ein guter Ausgangspunkt, um nach Neuseeland zu segeln. Es war eine gemütliche Nacht und am Morgen beim Morgengrauen hiess es: Anker auf und ab nach Opua. Gemütlich fing es an und bald musste ich reffen, da der Wind stärker wurde. Später kam auch das zweite Reff an die Reihe und ich musste den Klüver streichen – und zwar nicht mit Farbe – dies ist der Fachausdruck fürs Bergen eines Segels. Die Windgeschwindigkeit nahm auf über dreissig Knoten zu und der Seegang betrug vier Meter.
            Am zweiten Tag nahm wohl der Wind ab, die Wellenhöhe verringerte sich aber kaum. Somit konnte ich den Klüver noch nicht wieder setzen, da sonst jeder Kabenzmann (grosse Welle) an Bord gestiegen wäre und diese waren häufig. Auch drehte an diesem Tag der Wind auf Ostsüdost und ich konnte nur gegen Südsüdwest segeln. Zurückgelegt wurde aber ein ansehnliche Strecke trotz der misslichen Umständen.
            Der dritte Tag war aber der Hammer! Mit dem wiedergesetzten Klüver fuhr das Schiff oftmals die maximale Geschwindigkeit von 9,2 Knoten. Dieser Tag brachte mir ein grosses Erfolgserlebnis, legte ich doch in 24 Stunden eine Strecke von 176,4 Seemeilen zurück. Dies ist das längste Etmal, das ich je mit diesem Schiff ersegelt habe. Warum dies? Der Wind drehte weiter auf Ost, nahm ein bisschen ab und die See war bedeutend weniger hoch – es lief einfach phantastisch, auch in der Nacht.
            Die nächsten beiden Tage liefen auch sehr gut, nur waren sie nicht mit dem vorigen zu vergleichen. Der neunte, zehnte und elfte November waren aber frustrierend. Entweder blies der Wind schwach aus der Richtung, in der ich wollte oder er war so schwach, dass ich den Motor gebrauchen musste, wenn ich vorankommen wollte.Ich kann aber nicht 24 Stunden am Ruder stehen. Da mein Autopilot den Geist aufgegeben hat, steuert entweder die Aries oder halt ich. Nach neun oder zehn Stunden am Ruder gab ich es auf und liess das Schiff mit dem gesetzten Grossegel treiben, kein Problem, die Richtung hat meist gestimmt.
            Der vorletzte Segeltag vor der Ankunft und der letzte Tag liefen aber wieder sehr gut. Am elften Tag am Morgen um halbdrei Uhr war alles erledigt und ich konte nach dem Anlegen und aufräumen entlich ins Bett, musste ich doch die ganze Zeit draussen sein, um die Annäherung an die Bay of Island zu überwachen. Am Morgen kam dann der Zoll und die Quarantäne an Bord und der Behördenkram war erledigt.

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