Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Die Insel Niuatoputapu  - die nürdlichste Insel im Königreich Tonga 

            Ich dachte, es sei Freitag, Henry sagte mir aber, dass wir die Datumsgrenze überschritten hätten und es sei jetzt Samstag Abend. Auch die Uhren musste ich um eine Stunde zurückstellen. Am Sonntag ist hier absoluter Ruhetag und ich konnte erst am Montag einklarieren. Um acht Uhr nahm ich den weiten Weg nach Hihifo – drei ein halb Kilometer – unter die Füsse, um das Einklarieren zu erledigen. Ich war noch garnicht lange dort, kamen Peter (von der Kuck si du) und Helmut auch schon daher, sie wurden hergefahren.
            Eine schöne junge Dame war für die Visas zuständig. Nach dem Ausfüllen der entsprechenden Papiere erhielten wir den Stempel. Anschliessend wurden wir mit dem Auto vom „Ministery of Health“ zum Hafen zurückgebracht und drei Männer kamen an Bord – der Zöllner, der Gesundheitsmensch und der Quarantänemensch. Wir verfrachteten sie mit unseren Beibooten von Schiff zu Schiff und wieder an Land. Alles ist damit erledigt und wir können uns auf der Insel frei bewegen.
            Am Nachmittag machte ich eine kleine Besichtigungstour im Dorf beim Hafen, er heisst Falehau. Er besteht aus einigen schönen Häusern und andere sind nichts als Hütten. Man sieht, dass die Menschen hier sehr arm sind. Mit den Blättern einer Pflanze, ich glaube der Familie der Pandanus, flechten sie Matten oder verkaufen die präparierten Blätter. Das Verfahren bis die Blätter verwendbar sind, haben einen weiten Weg hinter sich, sie werden gekocht, Gewässert, geschabt, wieder gewässert und schlussendlich getrocknet.
            Am Dienstag bin ich so gegen vier Uhr an Land gegangen und bin auf einem Weg in das Umland gewandert. Eine schöne Strecke vom Ort weg, traf ich einen Mann, der seine Pflanzungen von Taro, Manioka, Yams und Bananen bearbeitet hat. Er zeigte mir die verschiedenen Sorten und gab mir einen Bund Kochbananen mit. Beim Hafen erstend ich noch zwei Yamswurzeln und bekam eine Brotfrucht geschenkt. Am Abend habe ich mir gleich eine Yams gekocht. Dabei habe ich ein Stück der Pelle auf den Bauch gekrigt und es fing höllisch an zu brennen. Mit Seife und Wasser wusch ich den Saft ab und es war wieder vorbei.
            Am Morgen des 27., es war Dienstag, lief das Versorgungsschiff in das Atoll ein und legte sich mit dem Bug an die Mole. Am Bug hat es eine Klappe, die es herunter lassen kann. Es ist aber eher ein Wrack als ein richtiges Schiff, hat es doch auf die Steuerbordseite eine starke Schlagseite. Die Bevölkerung der ganzen Insel lief zusammen und ich glaube, dass auch die Schulen geschlossen blieben, soviele Kinder waren auf dem Quai. Alles, was die Einheimischen brauchen, wird mit diesem Schiff gebracht. Es fungiert auch als Fähre. Im Gegenzug werden Produkte der Landwirtschaft auf die Hauptinseln verschickt – Yams, Taro, Naturfasern und sogar Schweine.
            Am Tag vorher habe ich vier Kinder an Bord genommen und habe ihnen Bleistifte verteilt und ihnen aus einer Büchse Ananasstückchen serviert. Vorher war ich im Hauptdorf Hihifu, um meine Gebühren zu bezahlen, sie beliefen sich auf 59 Pa’anga, das entspricht etwa 25 Euro. Auf dem Rückweg nahm mich der Priester der Kirche von Felahau in seinem Auto mit zurück ins Dorf am Hafen.
            Nachdem ich am Freitag im kleinen Laden von Falehau Zucker und Eier eigekauft habe, wollte ich zurück aufs Schiff. Beim Gemeindehaus der Methodisten waren etwa zehn Männer beim Kavatrinken und haben mich dazu eingeladen. Es schmeckt wie Abwaschwasser und hat eine leichte Wirkung auf die Zunge. Sie fühlt sich an, wie beim Zahnarzt, wenn er einem Spritzen gemacht hat. Die narkotische Wirkung ist also sehr gering – man müsste unheimliche Mengen zu sich nehmen, um im ganzen Körper etwas zu spüren. Die Gespräche mit einem der Anwesenden waren aber recht informativ über das Lenben auf der Insel.
            Die Kavapflanze stammt von der nördlichsten Tonga- Insel Tafahi, vier Meilen nördlich von Niuatoputapu. Es wird hier mit einer Maschine, bestehend aus einem Automotor und einem Stampfwerk zu Pulver zerstossen und grösstenteils auf die anderen Tonga-Inseln exportiert. Auch dies bringt den Hiesigen irgendwelchen Verdienst, mit dem sie dann die Gemüse von Vava’u importieren können.
            Vor vier Tagen habe ich Helmut und Cornelius von der Panta Rhei sowie Peter von der Kuck si du zu mir eingeladen. Peter brachte einen Liter Rotwein in einer Tetrapack mit. Ich habe Spaghetti gekocht mit einer Sauce aus Tomaten und Tunfisch, natürlich aus der Dose. Es wurde ein gemütlicher Abend mit vielen Anektoten aus dem Segleleben. So gegen neun Uhr sind meine Gäste wieder zurück auf ihre Schiffe. Tags darauf kochte ich für mich Linsen, da kam Peter daher und ich lud ihn gleich zum Mitessen ein. Es gab einen Linseneintopf mit meinen letzten Gemüse, Karotten und Christofine.

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