Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

Von Opua nach Whangarei

            Leider habe ich mir am 24. Oktober mit Vnzenz einen Alkoholiker aufgehalst. Er war zu nichts fähig, ist nur heumgehockt und hat vor sich hin gestarrrt. Es ist mir lanwilig, hat er gesagt, wäre aber nicht in die Stadt gegangen um die Museen zu besuchen. Zum Frühstück trank er nicht etwa Kaffe oder The, nein gleich eine meiner Tassen (etwa zwei dl) Rotwein, sofern vorhanden. In vier Tagen hat er sieben Liter Wein, von dem ich etwa sechs Gläser hatte, ausgetrunken, das Bier ist dabei nicht mitgezählt.

            Nach zwölf Tagen Überfahrt wusste er immer noch nicht, was die Klüver oder die Fockschot ist, ganz zu schweigen von den Backstagen oder der Fallen. Sein Gehirn war schon so verbrannt, dass er sich nichts merken konnte. Weder an der Natur, noch an Kontakten mit anderen Leuten war er interessiert, ausser sie waren auch Trinker. Ich segle lieber allein, als mit einem Menschen, dem man nichts zutrauen und sich nicht auf ihne velassen kann und keine Hilfe ist.
            Letzten Mittwoch habe ich in der Opua Marina abgelegt und segelte mit gutem Wind durch die Bay of Islands hindurch gegen Süden. Der Kurs führte zuerst nach Nordost bis zum Kap Brett und dann gegen Süden, wo ich am Nachmittag im Whangamumu Harbor, einer ehemaligen Walfangbasis vor Anker ging. Hier ist kein richtiger Hafen, es ist eine Bucht ohne Hafenanlagen. Bis zum Abend lagen sechs Schiffe in der Bucht.
            Tags darauf früh am Morgen ging es los, wieder Richtung Südost. Mit vorerst leichtem Südwestwind segelte ich der schönen Küste entlang. Die Küste von Neuseeland ist bedeutend schöner als die australische, Grasflächen wechseln mit Wald oder Busch. So gegen zwölf Uhr legte der Wind zu und ich machte manchmal bis zu sieben Knoten Fahrt. Leider war er sehr unregelmässig und ich musste praktisch die ganze Zeit am Ruder sein, um die Böen abzufangen.
            Ungefähr um drei Uhr lief ich in die Tutukaka-Bucht ein, wo jetzt eine Marina gebaut wurde. Ich ging jedoch auf der Ostseite der kleinen Phillip-Insel in der Bucht drin vor Anker. Zum Abendessen lud ich Heike und Klaus zum Abendessen ein, die auch nach Whangarei wollen. Ich kochte ein vegetarisches Nudelgericht und Heike brachte die Nachspeise mit. Auch eine Flasche Wein haben sie mitgebracht. Anschliessend fuhren wir mit meinem Beiboot in die Marina, da sie eventuell ihr Schiff hierhin verlegen wollen, in der Zeit wo sie per Flugzeug nach Australien gehen wollen.
            Der Wetterbericht sagte für den Samstag Südostwind bis Sturmstärke mit entsprechendem Seegang an und ich beschloss, wie auch Heike und Klaus gleich nach Whangarei zu gehen. Wir hatten zuerst Wind aus Südwest, der später auf Südost drehte. Zum Glück war er noch nicht so stark und hart am Wind ging es auf Bream Head zu, dem Einfahrtskap vor der Flusseinfahrt. Weiter drin habe ich die Segel geborgen und mit dem Motor ging es dann in den Fluss hinein. Ich habe mich nicht getraut, unter Segel den Fluss hinauf zu gehen, muss ich doch die ganze Arbeit alleine machen. Ist es dann sehr eng, habe ich zuwenig Raum, um die Bergemanöver ohne Gefahr auzuführen.
            Kurz vor vier Uhr legte ich am Steg der Marina an und der Hafenmeister wies mir einen Liegeplatz zu, der zwischen vier Pfählen liegt. Heike und Klaus halfen mir, das Schiff dorthin zu verlegen, wo ich mit vier Leinen fest liege. Mit dem Beiboot muss ich halt jetzt immer an Land fahren. Am Abend ging ich mit den beiden ins Hafenrestaurant, um für ihre Hilfe mit einem Bier zu danken.
            Heute Samstag, war der Vormittag noch ruhig und die Sonne hat den Regen der letzten Nacht wieder getrocknet. Gerade als ich den Klüver im Sack verstaut hatte und ich dabei war, das Grosssegel mit der Persenning abzudecken, fing es wieder an zu regnen und ein starker Südostwind kam auf, der draussen auf dem offenen Meer sicher um einiges Stärker ist. Ich bin natürlich froh, sicher zu liegen. 
            Am 1. Dezember habe ich die Al Na’ir nach „Dockland 5“ verlegt und aus dem Wasser nehmen lassen. Sie wurde zu „Rudolph & Son“ gebracht, da ich einiges sandstrahlen musste. Der Freitag wurde damit zugebracht, alles vorzubereiten, damit dann am Samstag die Arbeit in Angriff genommen werden konnte. Zwei Mann waren bis Mittag für drei Stunden beschäftigt und anschliessend habe ich alles mit Grundierfarbe bestrichen, was ich am Tag darauf wiederholte.
            Den Sonntag verbrachte ich mit dem Schleifen der Reling, eine nie enden wollende Arbeit. Weiter ging es dann mit dem Schleifen der Partie oberhalb der Scheuerleiste und dem Bugspriet. Am Donnerstag wurde das Schiff nach „Dockland 5“ überführt und das Schleifen der Partie unterhalb der Scheuerleiste fing an. Bis zum Sonntag war ich damit fertig und ich konnte mit dem Streichen beginnen. Vorerst wurde das ganze Schiff mit Untergrundfarbe gestrichen, die eine bessere Haftung des Endanstrichs garantieren soll.
            Ein Problem sind hier die Gerüste, entweder sind sie mit kleinen Rädern bestückt oder haben garkeine. Eine zeitlang konnte ich dem Nachbar sein Rollgerüst brauchen, nur, auf dem Untergrund, bestehend aus gebrochenen Steinen war es eine Arbeit für einen Herkules, so schwer war es zu schieben. Später liess ich es einfach an einem Platz stehen und verwendete ein zweites, das ich auseinander nehmen konnte. Die Teile dazu waren aber auch sehr schwer und ich musste das Gerüst sechs mal um das ganze Schiff herum aufstellen.
            Zuerst habe ich den oberen Teil gestrichen, die Reling und der Teil oberhalb der Scheuerleiste, mit weisser Farbe. Immer wieder hat es geregnet und ich konnte von der Zweikomponenten-Farbe nur kleine Quantitäten mischen, da ich die Arbeit immer wieder unterbrechen musste. Zwei Anstriche waren nötig und dann konnte ich den unteren Teil anfangen. Dieser wurde nun in einem leuchtenden Orangerot gestrichen. Auch hier mit unterbrüchen von einem Tag, da es nur geregnet hat. So dauerte die Streicherei natürlich bedeutend länger als ich vorgesehen hatte.
            Entlich, zwei Tage vor Weihnchten wurde ich mit dem zweiten Rotanstrich fertig. Da ich noch ein neues Echolot einbauen muss und ich die Farbe zuerst richtig aushärten lassen wollte, begann das Antifouling erst am 27. Dezember. Mit Abdeckband ging es rund ums Schiff zuunterst auf der roten Farbe. Den Tag darauf habe ich die Rostpartien mit Phosphorsäure an Deck entfernt, verursacht vorallem durch den rostigen Anker und die rostige Gasflasche. Das Unterwasserschiff habe ich teilweise angeschliffen und soweit vorbereitet, dass ich die Giftfarbe auftragen konnte.
            Am Freitag, den 30. Dezember war es dann soweit, sobald der Tau abgetrocknet war, ging es zur Sache und mit dem Roller wurde das dunkelrosa bonbonfarbene Antifouling aufgetragen. Um vier Uhr, nach sieben Stunden, war das Werk vollendet. Zwei Schichten waren aufgetragen und die zehn Liter waren aufgebraucht. Noch blieb das Reinigen, das Klebeband entfernen und das Aufräumen, so gegen fünf Uhr konnte ich dann an meinem Körper in der Dusche die Spritzer auf der Haut entfernen.
            Ich war echt geschafft und nach der Dusche löschte ich den Durst mit einem halben Liter The und legte mich erst mal hin. Ich musste mich anstrengen, nicht einzuschlafen. Vorallem die linke Hand, das ist meine „rechte“, war ordentlich ermüdet und steif. Jetzt bleibt nicht mehr viel zu tun, ausser den Cockpittisch zu streichen und die Malutensilien und die Maschinen wieder zu verstauen. Auch im Schiffsinnern soll noch geputzt werden, was hier mit elektrichem Strom einfacher ist, kann ich doch den Staubsauger benützen.
            Weihnacht und Silvester habe ich ohne ein Fest zu machen, an Bord verbracht, hatte ich doch noch Erholungs-Nachholbedarf nach dem ewigen Verstellen des immens schweren Gerüstes. Da die Werft weit vom Ort weg ist, habe ich vom ganzen Rummel nichts gemerkt. Weder knallerei noch gejohle haben meine Ruhe gestört. Mit einem Buch und einem Glas Wein ging ich in meine Koje und las bis Mitternacht.
Der Cockpittisch ist nun auch gestrichen und wieder montiert und die kapute Scheibe beim „Hundshüsli“ über dem Niedergang ist auch ersetzt. Da mir die Blutdruck-Pillen ausgegangen sind, musste ich einen Arzt aufsuchen, um wieder neue Tabletten zu bekommen, also wäre auch das erledigt. Heute, den 6. Januar ging es wieder ins Wasser und zur Marina, wo ich noch eine Woche bleiben werde. Am 9. Januar kommt Stephan aus Berlin und wird mit mir der Ostküste entlang segeln. Es kann sein, dass wir nicht nur an der Nordinsel segeln, sondern auch die Südinsel besuchen.

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