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Zweiter
Teil:
Von Zypern
durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket
Dritter
Teil:
Durch die Malakka-
Strasse ins Süd-
chinesische Meer in die
Philippinen
Vierter
Teil:
Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien
Fünfter
Teil:
Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland
Sechster Teil:
Von
Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland
Siebenter
Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien
Achter
Teil:
Von Ushuaia
über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen
Neunter
Teil:
Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach
Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar
Zehnter
Teil:
Von Gibraltar zu den
Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland
Anhang: Mitsegelmöglichkeiten
und Bedingungen
| | Papua
Neuguinea nach Cairns
Mein Computer geht wieder. Auf Garantie wurde die Tastatur ausgewechselt.
Ich sitze hier am Kartentisch und schlottere, da es hier in der Nacht sehr kalt
wird. Ich musste die Wolldecke, die Uwe hier gelassen hat, holen, um mich in der
Nacht damit zuzudecken. Erkältet habe ich mich auch schon, da ich nicht früh
genug wärmere Kleider angezogen habe – hier ist es schliesslich Winter!
Am
9. Mai habe ich um sieben Uhr morgens den Hafen von
Port Moresby verlassen und bin ohne Wind bis ausserhalb des Riffgürtels
gekommen. Da konnte ich die Segel setzen und vorerst ging es mit wenig Wind in
die richtige Richtung – 175 Grad. Stetig nahm der Wind zu und schon bald
musste ich das erste Reff einziehen. Der Seegang wurde auch immer grösser und
steiler. Gegen Mittag band ich das zweite Reff ein, hatte ich doch zwischen 20
und 25 Knoten Wind aus Ostsüdost.
Schon
bald erreichte der Seegang drei Meter und war relativ steil, so dass jede zweite
Welle eine Badewanne voll Wasser über das Schiff warf. Dies ging so weiter bis
zum nächsten Morgen, wo der Wind dann merklich nachliess und der Seegang
sanfter wurde. Am vierten Tag hatte ich dann kaum mehr Wind und ich setzte den
Motor ein. Nach etwa sechs Stunden fing er an zu stottern, da die Filter durch
Bakterien verstopft waren.
Nach
dem Austausch der Filter lief der Motor wieder normal, aber nach kurzer Zeit
fing das Stottern wieder an. So erreichte ich den Hafen nicht vor dem
Einnachten. Ich stellte den Motor ab, da ich ihn für die Einfahrt den Fluss
dinauf nach Cairns brauchen würde. Mit ein ein halb bis zwei ein halb Knoten
segelte ich dann weiter.
Das
Barrier Reef musste ich also in der Nacht durchqueren. Mitten im Riffgürtelhatte
ich dann keinen Wind mehr und ich trieb mit der Strömung nach draussen. Mit ach
und krach konnte ich den Motor starten und fuhr hinter das Riff. Die zweite
Komplikation war, dass mitten im Riff mein Haupt-GPS den Geist aufgegeben hat.
Zum Glück hatte ich den kleinen Taschen-GPS progammiert und konnte auf ihn
umsteigen.
Kaum
war ich aus den Riffen heraus, kam wieder Wind auf und ich konnte den Motor
ausmachen und auf die Flussmündung zusegeln. Als ich den Einfahrtskanal ereicht
hatte, habe ich den Motor wieder gestartet und es ging
mit drei Knoten auf die Marina zu. Per Funk habe ich den Zoll avisiert, dass ich
etwa gegen ein Uhr einlaufen würde.
Ich
steuerte das Schiff auf die Einfahrt zu und gerade dahinter wollte ich das Gas
zurück nehmen und der Motor
ging aus. Er sprang nicht mehr an und ich trieb zum Glück auf die Mole zu, wo
ich dann festmachen konnte. Kaum war ich am Quai war auch schon der Mann von der
Quarantäne da und hat das ganze Schiff inspiziert – alles, was Früchte, Gemüse
und Getreide ausser weissen Reis, was an Bord war wurde in einen grossen
Plastiksack geschüttet und er nahm alles mit. Meine letzte Orange und die
letzten Passionsfrüchte durfte ich noch essen.
Er war gerade
fertig, kam der Zoll an Bord, drei Mann oder Frau hoch, zwei Damen und ein Mann.
Alles verlief glatt, hatte ich mich von Port Moresby aus per E-Mail angemeldet,
nur, der Zoll hier hat nichts davon gewusst, weil das Amt in Canberra ihnen
nicht berichtet hat. Da ich weder Zwiebel, Knoblauch noch Gemüse an Bord gehabt
habe, ging ich zum Essen in ein Restaurant – ganz schön teuer, wie in der
Schweiz. Ein Australien-Dollar entspricht ungefähr einem Schweizer-Franken.
In
der Zwischenzeit wurde bei mir der Diesel abgepumpt und ich habe mir einen neuen
GPS, einen neuen Autopiloten und neue Klüver- und Fockschoten gekauft. Nach dem
Modifizieren der Antennenhalterung an Deck und dem Anschluss ans Bordnetz
funktioniert er. Jetzt habe ich Seekarten auf dem GPS, da es keine anderen mehr
gibt, die man in einem Stahlschiff einbauen könnte, weil man eine Aussenantenne
haben muss. Der Autopilot ist klein und ist eigentlich für ein kleines Schiff gedacht,
da ich aber über die Aries gehe, braucht er keine Kraft.
Cairns ist
voller Touristen vor allem aus dem Süden von Australien, wo es jetzt kalt ist;
aus Japan und Korea kommen ganze Reisegesellschaften und natürlich auch einige
Europäer. Dementsprechend ist die Infrastruktur der Stadt, überal sind
Reisebüros, Ausflugs-und Tauchshops, Backpackerunterkünfte und
Souvenierläden. Jeden Tag fahren eine ganze Menge Schiffe hinaus aufs Meer,
beladen mit Tauchern oder Schnorchlern. Andere bieten Fischereitouren an oder
sie laufen aus, um den Gästen das Krabbenfischen zu zeigen, die dann auch
gleich verspiesen werden. Wenn du genügend bezahlen willst, fliegst du mit
einem Helikopter oder einem Wasserflugzeug zur nächsten Insel und über einen
Teil des Barrier Reefs.
Die Restaurants sind recht teuer, vergleichbar mit Cannes oder Sankt Moritz in
der Hauptsaison. die Souvenierläden sind vollgestopft mit Bumerangs, Gemälde
der Ureinwohner und ihre "Alphörner" sehr wahrscheinlich alles in
china hergestellt. Viele der Bumerangs sind aus Sperrholz hergestellt und alles
Fabrikware. Kein einziges originales Stück habe ich gesehen. Da es im
australischen Inland auch viele Halbedelsteine ausgegraben werden, sind hier
auch viele Schmuckläden, die diese Steine verarbeitet anbieten - hergestellt
wird dieser Schmuck nicht in Cairns.
Mit den
Einheimischen Kontakt zu kriegen, ist es hier genau so schwer, wie in den
europäischen Fremdenorten. Die Bewohner sehen den ganzen Tag genug Fremde und
wollen sich nicht noch in ihrer Freizeit mit diesen Menschenmassen abgebe und
leben halt nur zusammen mit ihrer Familie oder ihren Freunden.
Viele der
Gebäude in der alten Innenstadt haben noch heute den Charakter einer
Kolonialsiedlung mit Häusern, die auch in den Südstaaten der USA oder in der
Karibik anzutreffen sind. Im ersten stock läuft eine offene Veranda rings herum
und die Häuser sind aus Holz gebaut versehen mit der einen ider anderen Mauer.
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