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Zweiter
Teil:
Von Zypern
durch das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket
Dritter
Teil:
Durch die Malakka-
Strasse ins Süd-
chinesische Meer in die
Philippinen
Vierter
Teil:
Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien
Fünfter
Teil:
Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland
Sechster Teil:
Von
Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland
Siebenter
Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien
Achter
Teil:
Von Ushuaia
über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen
Neunter
Teil:
Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach
Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar
Zehnter
Teil:
Von Gibraltar zu den
Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland
Anhang: Mitsegelmöglichkeiten
und Bedingungen
| | Von
Miri über Brunei nach Kota Kinabalu in Saba
In Miri habe ich zwei mal die Bibliothek besucht und
festgestellt, dass die Auswahl an englischen Büchern recht gross und vielseitig
ist. Keine Romane, dafür aber viele Sachbücher auch über Sarawak und Borneo
im allgemeinen. Mit meinen Freunden bin ich fast jeden Abend zusammen gekommen
und sie konnten mir vieles über ihr Land, Borneo und die Religion erklären.
Von
einem Fischer habe ich noch einen ungebetenen Gast an Bord genommen. Mein Brot
war angefressen und überall lagen schwarze Böhnchen rum – es war eine Ratte,
die sich einmal den Luxus leisten wollte, auf einer Yacht zu sein. Alle meine
Lebensmittel habe ich daraufhin in den Schaps verstaut, für den Knoblauch und
den Ingwer scheint sie keine Vorliebe zu haben, wurden sie doch nicht
angefressen. Ich habe dann eine Mausefalle gekauft, da war der Gast aber schon
ausgeflogen, weil er nichts zu fressen gefunden hat.
Noch in Miri habe ich mir zwei zwölf Volt Ventilatoren gekauft, einen in
meiner Kabine, den anderen über dem Navigationstisch eingebaut. Dieser über
dem Navigationstisch kann auch auf den Salon gedreht werden. Beide machen zwar einen
Höllenlärm, aber sie fächeln genügend Luft zu, dass man nicht die
ganze Zeit in Schweiss gebadet ist. Zum Schlafen kann ich sie des Lärmes wegen
nicht brauchen oder ich muss sehr, sehr müde sein.
Nun,
am 25. Juli war die Zeit gekommen, in See zu stechen und ein anderes Land kennen
zu lernen. Am Morgen früh lief ich aus und musste den ganzen Tag motoren,
da der sind
nur sehr schwach blies. Gegen Abend kam dann ein Gewitter auf, das mir
für zwanzig Minuten bis sechs Bf. blies. Ich hatte nicht einmal die
Zeit das Vorsegel zu setzen, da war die Pracht schon wieder zu Ende und
bescherte mir einen gehörigen Seegang, der mir am Ankerplatz das Kochen
erschwerte.
Jetzt
waren es noch fünfundvierzig Meilen bis nach Muara in Brunei. Auch dieser Tag
brachte nicht viel Wind. Mit Motor und Vorsegel habe ich es geschafft, fünf bis
sechs Knoten zu laufen und erreichte den Yachtklub so gegen fünf Uhr. Tags
darauf am Morgen war ich dann bei den
Behörden und habe den Einklarierkram hinter mich gebracht. Ein Einheimischer sah mich an der
Bushaltestelle und fragte mich, wohin ich gehen wolle und er brachte mich zum
Fähranleger,
wo alle Büros beieinander sind.
Die
Fischerboote haben noch ein anderes Souvenir zurück gelassen. Ich muss dann die
ganze Schale beidseitig putzen, da die Autoreifen der
Fischer arge Schlieren verursacht haben. Nur, die Abdrücke werden zwar heller,
aber ich kann sie nicht wegmachen, ein grauer Rest bleibt zurück. Trotz vielem
und energischem Reiben bringe ich ihn nicht weg.
Gestern, am 28. Juli, habe ich eine Odyssee nach Bandar
Seri Begawan, Einheimischer hat sich dann meiner erbarmt und nahm mich zu einer
Haltestelle, wo sicher ein Bus vorbeikommen würde. Nach etwa einer viertel
Stunde kam endlich einer und es ging den Weg
zurück, woher ich gekommen bin.
Zwar nicht zum Klub aber noch weiter in die Umgebung zu den im Grünen gelegenen
Dörfchen.
Am
Busbahnhof von Muara angekommen, erwischte ich dann den Bus, der mich in die
Hauptstadt brachte. Die Fahrt dauerte etwa dreissig Minuten und ich
Brunei-Dollar bezahlen – 75 Rp. Die Stadt ist gemischt mit modernen Hochhäusern
und vor allem dem Fluss entlang mit hölzernen Pfahlbauten, die wie Inseln in
den Fluss hinein gebaut sind
Hauptblickpunkt
der Stadt ist der „Golden Dome“, die Hauptmoschee mit vielen vergoldeten
Kuppeln. Davor, gegen das Bankenzentrum liegt der Paradeplatz mit gedeckten
Tribünen.
Es kann sein, dass der Sultan, der jetzt achtundfünfzig Jahre alt ist musste
dafür einen, diesen begrasten Platz auch zum Polospiel gebraucht. Rund um den
Platz sind entweder Banken oder öffentliche Gebäude, meist Hochhäuser,
angeordnet. Gleich hinter dem
Zentrum, an einem Seitenarm des Flusses gelegen,
ist der öffentliche Markt mit allem was das Herz begehrt. Auch Handarbeiten können
dort gekauft werden.
In einem von einem indischen Moslem geführten Restaurant habe ich sehr
gut und schön scharf gegessen – der übliche Reis, gemischtes Gemüse und
gekochtes Huhn in einem scharfen Masala. Nach einem Rundgang durch die Stadt
besuchte ich dann ein Cyberkaffee, um wieder einmal neunzig von hundert Mails
ungeöffnet in den Papierkorb zu schmeissen. Ich erhalte soviel Post, die nicht
erwünscht ist, die mir alles mögliche anbieten. Dies geht von Segeltörns über
Darlehensangeboten bis billigen Medikamenten, vor allem Viagra.
Die
Rückfahrt war dann kürzer, trotz eines Umweges in eine Kaserne der Ghurkas,
weil der Bus direkter gefahren ist. Die Ghurkas waren eine berühmte Division
des britischen Empire, wie auch die Sikhs aus Indien. Als ich dann zurück aufs
Schiff wollte, war Niedrigwasser und ich musste in einem engen Kanal zwischen
den Sandbänken hindurch fahren.
Das
Leben hier in Brunei kostet in etwa doppelt soviel wie in Malaysia. Ein Eistee
mit Zitrone kostet hier 1,5 Brunei-Dollar, in Malaysia 1,5 Ringit. Für einen
Brunei-Dollar erhält man 2,2 Ringit. Mit dem Essen in den Restaurants verhält
es sich etwa gleich, nur hier im Yachtklub
teurer. Ich war auf dem
Markt und koche halt meist selber.

Im Moment geht es auf Vollmond zu und der Gezeiten-unterschied ist recht
gross. Am Abend kann ich jetzt nicht mehr an Land, weil alles Trocken fällt,
der Aussenborder des Dinghis berührt die Sandbänke und das Dinghi läuft auf.
Gut, das Niedrigwasser erfolgt jeden Tag um 45 Minuten später, So dass die
Einschränkung schon bald für mich kein Problem sein wird.
Am
4. August war ich nochmals in Bandar und habe eine Wanderung durch das „Venedig
von Borneo“ gemacht. Dieses Stadtviertel heisst Kampung Ayer und beherbergt
30'000 Personen mit allem, was zum Leben notwendig ist. Vom Markt über Ärzte
zu Polizeistationen und Feuerwehr findest du alles, ja sogar Schulen sind auf
Stelzen gebaut. Auf Holzstegen geht es im Zickzack durch das Pfahlbau-Venedig.
Mit schnellen Motorbooten am Platze der Gondeln und grössere Boote am Platze
der Vaporetti halten zwischen den einzelnen Wohninseln den Verkehr aufrecht. Der
Sultan möchte diese 600 Jahre alte Borneo-Tradition eliminieren, da diese stark
Brand gefährdet sind. Jedoch die Leute wollen ihre Häuser nicht aufgeben und
in die bereits gebauten Wohnblocks umziehen. Ich selber würde auch lieber hier
wohnen statt in einem „modernen“ Wohnblock. Kleine Teile sind bereits
unbewohnt oder sogar abgerissen.
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