Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Besuch in „Tausend und eine Nacht“j

            Am 9. August, nach Erhalt meines Visums für Jemen, unternahm ich eine Reise in die Hauptstadt. Als Reiseführer war ein junger Jemenit bei mir, der indischer Abstammung ist. In Aden besteigt man einen der modernen, klimatisierten Busse und wird dann in acht Stunden durch die Vulkanberge kutschiert. In den Senkungen, die mit Schwemmland gefüllt sind, wird auf
Terrassen intensiv Landwirtschaft betrieben. Angebaut werden vor allem Quat, Mais, Tomaten, Kartoffeln und verschiedene Gräser für die Tiere.
            Quat ist eine Droge und wird überall in Jemen gekaut. Die Männer sitzen oder liegen irgendwo in den Strassen im Schatten und haben auf der einen Kopfseite eine aufgeblähte Backe, was ihr Aussehen nicht gerade vorteilhaft verändert. Ob die Frauen diese Droge auch nehmen, weiss ich nicht. Einheimische, die ich darnach fragte, sagen, dass nur wenige dieses Kraut kauen, da sie kein Geld hätten.Malerisch an Hängen oder Hügeln sind die Ortschaften hingebaut.
            Die alten Häuser bestehen aus Lehmziegeln und sind zum Teil weiss bemalt. Die neuen Gebäude bestehen nun aus einem Betongerüst und sind zwischen den Pfeilern mit
Ziegelsteinen oder Betonziegeln ausgefüllt, die fast in jedem Dorf gegossen werden. Ansonsten besteht das Baumaterial aus schwarzen und cremefarbigen Vulkansteinen. Die schwarzen werden gespalten, die beigen gesägt, da sie weicher sind und nicht gespalten werden können.
            In der Nacht erreichten wir dann Sana’a, und gingen auf die suche nach einem Hotel. Sana’a liegt im ehemaligen Nordjemen und ist jetzt die Hauptstadt. Bedeutend weniger Einwohner sprechen englisch als in Aden und die Männer sind mehr traditionell gekleidet. Sie tragen einen Wickelrock und einen breiten Gürtel mit ihrem Dolch in einer gekrümmten Lederscheide, die oft verziert ist. Viele tragen den mit goldenen Fäden reich bestickten Gürtel, den man überall in der Stadt kaufen kann.
             Die Altstadt von Sana’a ist wirklich wie ein Traum aus vergangener Zeit. Die recht hohen Häuser sind mit Lehm überzogen und sind um die Türen und Fenster weiss bemalt. Im Erdgeschoss befinden sich meist kleine Läden, in denen alles, was der Mensch braucht, zu kaufen ist. An vielen Stellen der Stadt befinden sich kleine lokale Märkte, wo Gemüse, Früchte, getrocknete Trauben und Nüsse angeboten werden. Natürlich darf auf einem Markt auch Quat nicht fehlen!

Zur Bildseite Sana'a

             Im alten Teil der Stadt sind viele Moscheen verteilt und haben alle anders geartete Minarette. Das Kunstmuseum befindet sich in einem alten herrschaftlichen Haus mit Innenhof, der aber nur zwei Stockwerke nach unten reicht. Darunter sind dann mit Bögen und Säulen abgestützte Räume, von denen aus es in winzig kleine Zimmer geht, die teilweise miteinander verbunden sind. Die Zimmerchen sind in der Regel nicht länger als ein Bett. Das ganze ist sehr schön renoviert. Die Umrandungen der Bögen, Fenster und Türen bestehen aus  schwarzem Basalt und der Rest besteht aus beigem Vulkangestein oder aus Lehmziegeln ist dann weiss gekalkt.
  
         Die Gassen sind eng, sind sie aber breit genug, schlängeln sich Autos hindurch mit einem wilden Gehupe. Unsere Fahrzeugkontrollen wären glatt überfordert, befindet sich doch kaum ein Fahrzeug in einem bei uns üblichen Zustand. Ist irgendwo genügend Platz wird geparkt, auch wenn das Vorbeifahren der anderen problematisch oder unmöglich wird.
           
Im modernen Teil der Stadt, viele Häuser sind mit Baumaterial wie in der Altstadt gebaut, gibt es Strassen, wo ein Laden nach dem anderen nur Kleider anbietet oder sie ist voller Apotheken. Zwischen drin gibt es dann immer wieder kleine Kaffees oder Restaurants, die von früh bis spät geöffnet sind.
            In den Kaffees, dies gilt auch für Aden, werden aus Limonen, Mangos, Papayas oder Erdbeeren in einem Mixer eisgekühlte Fruchtsäfte hergestellt und sie sind sehr erfrischend. Frappee aus Dosenmilch mit Eiscreme und Fruchtsäfte aus verschiedenen Früchten werden auch angeboten. Heissen Tee, stark gesüsst und mit Dosenmilch angereichert wird auch auf Strassenständen angeboten. Kaffee wird nur selten getrunken und, was ich noch nirgends gesehen habe, aus dem getrocknetenFruchtfleisch der Kaffeebohne, das auf den Märkten angeboten wird, brühen die Jemeniten ihren Kaffee. Die Kaffeebohnen findet man nur ungeröstet auf dem Markt, jeder muss also seinen Kaffee nach seinem Geschmack rösten.

  
         Am zweiten Tag meines Aufenthaltes in Sana’a gab es gegen Mittag ein starkes Gewitter mit Hagel. Darnach war ein Teil der Stadt knietief unter Wasser, da die Öffnungen der Abflüsse durch den vielen Plastikmüll, der überall herumliegt, verstopft wurden.                            Die Rückfahrt war ereignislos und ich konnte aus dem Fenster einige Fotos machen,die trotz Spiegelung des Fensters recht gut geworden sind. In den Restaurants isst man mit den Fingern der rechten Hand, nur gelegentlich bekommt man einen Löffel. Meist erhält man zu einem Gericht in Sauce entweder Chappatis oder Brot, das man zerteilt und damit das Gericht aufnimmt und in den Mund steckt. Fleisch oder Hähnchen wird so weich gekocht oder gebraten, dass man alles mit den Händen zerteilen kann. Überall findet man eine Waschgelegenheit, damit man sich vor und nach dem Essen die Hände waschen kann. Toiletten existieren aber nicht und man muss schauen, wo man seine Notdurft verrichten kann.





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