Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: andre2blanc@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright André Blanc, Juni 2009



Zweiter Teil:

Von Zypern durch  das Rote Meer und durch den Indischen Ozean nach Phuket 

Dritter Teil:

Durch die Malakka-

Strasse ins Süd-

chinesische Meer in die Philippinen 

Vierter Teil:  

Von den Philippinen durch die Sulu Sea nach Australien 

Fünfter Teil:  

Von Sydney nach Neuseeland und Törns in Neuseeland 

Sechster Teil: Von Neuseeland durch die Südpazifischen Inseln und zurück nach Neuseeland 

Siebenter Teil: Von Neuseeland nach Chile und nach Ushuaia in Patagonien 

Achter Teil:

Von Ushuaia  über Buenos Aires, Uruguai, Brasilien und Kuru nach Trinidad, Kleine Antillen

Neunter Teil:  

Von Trinidad durch die Kleinen Antillen, nach Antigua, in die Bermudas, in die Azoren und nach Gibraltar

Zehnter Teil:

Von Gibraltar zu den Balearen, nach Sardinienund nach Sizilien und nach Griechenland

Anhang: Mitsegelmöglichkeiten und Bedingungen 

 Erste Etappe Anfang Juni 2003 

Von Larnaca auf Zypern nach
Port Said in Ägypten,
durch den Suez-Kanal nach Port Suez,
durch das Rote Meer nach Port Sudan, Massawa in Eritrea, Port Assam in Süderitrea nach
Aden in Jemen

 Alles klar, wir können auslaufen! 

Erstens kommt es anders . . .
            Heute Abend (28. Mai 2003) um acht Uhr wird es dann losgehen. Laut den Wetterberichten auf dem Internet soll der Wind vorerst aus West, später aus Ost, drehend auf Süd mit maximal fünf Bf. blasen. Später soll er dann auf West bis Nordwest zurückdrehen.

           Nach dem Ablegen in Larnaca ging die Fahrt vorerst flott voran. Um drei Uhr morgens schlief der Wind dann ein und wir mussten die Vorsegel bergen. Mit der Maschine ging es weiter Richtung Süden. Am Morgen um sechs setzte ein leichter Ostwind ein und wir konnten wieder segeln. Der Wetterbericht um neun versprach uns Winde aus West bis Nordwest und ein schwaches Höhentief sei westlich von uns.
            Es frischte bis auf vier Bf. auf und wir liefen mit sechs bis sieben Knoten nach Südsüdwest auf unser Ziel zu. Die Mannschaft wurde Seekrank und wollte nichts essen, Moritz lag die ganze Zeit in seiner Koje. Länger als zum Navigieren konnte ich mich auch nicht im Schiff aufhalten, wurde der Seegang doch immer höher.




           Kreuzend ging es mit voller Besegelung nach Westen auf die Einfahrt zu. Am Abend habe ich das erste mal gekocht und die Mannschaft ass auch mit unterschiedlichem Appetit. Gegen vier Uhr morgens drehte der Wind dann auf WNW und wir konnten die Ansteuerungstonne anliegen. Als die Tonne erreicht war, wurden die Segel geborgen und wir fuhren im betonnten Kanal auf die Stadt zu.
            Auf einmal fing das Barometer an zu fallen. Am Anfang glaubte ich, dass dies die normale Tendenz sei, da wir weiter gegen Süden kamen. Als er aber immer weiter fiel, mussten wir uns Gedanken machen. Der Wind aus Ost wurde stärker und dann gegen neun Uhr abends haben wir das erste und das zweite Reff eingezogen. Später flaute der Wind ab und kam dann aus Südwest und frischte auf.
            In der Nacht sank das Barometer auf 996 hPa und auf einmal hatten wir einen ausgewachsenen Sturm: acht bis neun Bf. Klüver bergen, drittes und viertes Reff einziehen und die Fock reffen, eine nasse Angelegenheit. Unser Kurs, hart am Wind, brachte uns trotzdem nach Ostsüdost. Am Morgen dann flaute der Wind ab, wir konnten die Fock wieder ausreffen und er drehte nach Westsüdwest. Wir waren noch fünfzig Meilen von Port Said entfernt. Wir konnten aber die Einfahrt nach Port Said anliegen und beobachteten um sechs Uhr morgens die Sonnenfinsternis, der Mond deckte die Sonne ab.Wir erreichten die Ansteuerungstonne.
            Im Slalom ging es durch den Kanal, mussten wir doch vielen Fischern ausweichen, die ihre Netze schleppten. Gegen zehn Uhr erreichten wir unbeschadet Port Fouad, brachten den Anker aus und zwei Leinen an den Steg. Nun begann der Behördenkram und die Verhandlung mit dem Agenten für die Kanaldurchfahrt. Kostenpunkt mit Visa und Hafengebühren: 590 US$.
           Tags darauf um neun Uhr kam der Lotse an Bord und wir liefen in den Suez Kanal ein. Vom Kanal aus sieht man praktisch nichts, da sich die Ufer uns als Wälle präsentieren, die aus dem Aushubmaterial bestehen. Am Abend nach erreichen der halben Strecke liefen wir Ismailia an und setzten den Lotsen an Land. Ohne Diskussion über die Höhe des Bakschischs ging es nicht, ich gab ihm aber nicht mehr. Der Agent in Port Said sagte uns, der Lotse sei von der Kanalbehörde bezahlt, zehn Dolar sei das Normale. 
 
            Am Morgen um acht holte ich den neuen Piloten an Bord – er brachte uns Brot und Bananen mit und wollte dafür drei Dollar haben, ein wenig zuviel aber es war seinerseits eine schöne Geste. Wieder fuhren wir einen Tag unter Motor durch den Kanal. Im grossen
Bittersee mussten wir auf Geheiss der Kanalbehörden für eine Stunde ankern, da ein Konvoi grosser Frachter von Süden kam.
            Flott ging es dann weiter bis wir so gegen sechs Uhr abends Port Tewfik, das Ende des Kanals, erreichten. Eine Barke des Suez-Yacht-Clubs war uns beim Anlegen an den Tonnen behilflich und nahm den Lotsen mit an Land. Mit dem Lotsen gab es keine Diskussion, er war mit den zehn Dollars zufrieden, ist es doch für ihn eine grosse Summe. Der Vertreter des Agenten von Port Said brachte und eine riesige Schachtel voll Patisserie, sehr süss aber für drei Mann viel zu viel.
            Ausser uns lagen noch zwei Segelschiffe an den Tonnen: ein Motorsegler aus Südafrika und eine kleine Yacht, die ich eigentlich kennen sollte. Das Rätsel war schnell gelöst: der Eigner fuhr mit seinem Dingi an mir vorbei und da erkannte ich ihn. „Lello“ rief ich, „was machst du den hier?“ Es war ein italienischer Freund, den ich seit vielen Jahren kenne und jetzt auf der Rückreise von seiner sieben jährigen Weltumsegelung war.
            Ich rief ihn an Bord und er erzählte von seinen Abenteuern. Nach einer „Spaghettata“ gingen wir gemeinsam in die Stadt und er zeigte uns, wo sich der Markt befand. Anschliessend gab ich ihm meine Seekarten von Griechenland und im Gegenzug erhielt ich welche von Indien, Sri Lanka und Malaysia. Schön, nach so vielen Jahren einen alten Freund wieder zu treffen!

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