Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Reparatur des Kieles in San Lorenzo 

            Am Freitag vor einer Woche, als ich vom Internet zurückkam, hatte ich eine böse Überraschung. Im Salon war Wasser mit Öl vermischt und ich geriet in Panik. Ich öffnete nun den Boden und stellte fest, dass alle Abteilungen voll Wasser waren. Ich fing an, das Wasser auszupumpen und stellte schlussendlich fest, dass ein Loch in der Deckplatte des Kieles war. Dort sprudelte das Wasser herein. Da Öl auf dem Wasser war, wusste ich, dass es nur vom Kiel stammen konnte. Alle drei Stunden pumpte ich etwa zwanzig Liter Wasser aus dem Schiff.
            Am Wochenende konnte ich nicht viel anderes machen, als eben pumpen. Luigi, ein italienischer Segler brachte mir dann eine Elektropumpe, dazu fehlte aber ein Schlauch, den ich erst am Montag besorgen konnte. Das Loch, das ich leider nicht zu gesicht bekam, habe ich vorerst mal mit einem Kitt und einem Gewicht abgedichtet. Wasser kam aber immer noch ein bisschen herein, aber bedeutend weniger. Luigi kam dann mit einem Epoxyd-Spachtel der auch unter Wasser aushärtet. Rund um das Bleigewicht wurde dieser Spachtel von Hand gemischt und dick aufgetragen.
            Immer noch musste ich alle drei Stunden etwa zwanzig Liter Wasser abpumpen. Beim „Yacht Club Argentino“ in San Fernando, der einzigen Möglichkeit das Schiff aus dem Wasser zu heben, musste ich ein Gesuch stellen, das schlussendlich am Dienstag Abend positiv beantwortet wurde. Luigi war bereit, mit mir die dreiunddreissig Meilen in den Kanälen zurückzulegen und am Mittwoch Morgen fuhren wir los.
            Nach dem Erledigen des Behördenkrames wurde das Schiff endlich am Donnerstag um halb vier Uhr aus dem Wasser gehoben. Vorne am Kiel war ein Riss von etwa fünf Centimeter Länge und zwei ein halb Millimeter Breite. Zugezogen habe ich den schon bereits im Dezember im Kanal Smith, als wir in einer Bucht im Süden einer kleinen Insel durchfahren mussten. Im Hafenhandbuch waren dort drei Meter Wasser angegeben, jedoch zwei Felsen – unsichtbar im Wasser – lagen aber höher als zwei Meter. Beide habe ich gerammt und dabei diesen Riss verursacht.
            Es dauerte zum Glück noch zwei ein halb Monate, bis das Wasser ins Schiff hinein lief. Wäre dies vorher passiert, wäre das Schiff verloren gewesen, liegt doch zwischen dem Verursacherort und dem Rio de la Plata keine Möglichkeit, aus dem Wasser zu kommen, da es nirgends einen Travellift gab. Nun liege ich hier auf dem Trockenen und es wird repariert. Ich kann aber nicht auf dem Schiff leben und musste in der Stadt San Fernando ein Zimmer mieten. Auch kochen kann ich nicht, muss halt kalt essen oder ins Restaurant gehen.Wann die Reparatur augeführt sein wird, wissen die Götter!
            Seit Donnerstag ist das Schiff wieder im Wasser. Der Kiel ist repariert und ich habe einige Schrammen, die in der langen Zeit seit Neuseeland entstanden sind, vom Rost befreit und sie in der entsprechenden Farbe – Rot oder Weiss – gestrichen. Auch Giftfarbe habe ich auf dem Unterwasserschiff aufgetragen. Im Servoruder der Aries waren einige tiefe Löcher und ich weiss nicht, woher diese stammen. Diese habe ich mit Spachtel ausgefüllt und habe es auch mit Antifouling überzogen, dies hätte es schon lange nötig gehabt.
            Die letzte Zeit war auch damit angefüllt, dass ich von der Post zwei Bancomat-Karten erhalten habe, die beide nicht funktioniert haben. Ich habe reklamiert und sie haben mir wieder eine an die Schweizer Botschaft in Buenos Aires geschickt und auch diese, die ich mit der Eisenbahn in der Hauptstadt abgeholt habe, hat wieder nicht funktioniert. Weder am Bancomaten, noch im Internet-Banking war sie zu gebrauchen. Es soll jetzt eine neue, die vierte kommen und ich hoffe, dass wenigstens diese verwendbar sein wird.
            Die eigentliche Reparatur des Kieles hat garnicht so viel gekostet. Hingegen alles drum und dran ist teuer zu stehen gekommen. Das Schiff aus dem Wasser holen, Landliegeplatz und wieder Einwassern war rund doppelt so teuer wie die Reparatur. Zudem konnte ich nicht auf dem Schiff übernachten (Klubregel). In einem Gästehaus, kein Hotel, nahm ich ein Zimmer mit Bad – Kostenpunkt 50 Pesos pro Nacht. Für acht Nächte ergab dies 400 Pesos.
            In Restaurants musste ich essen, da ich nicht an Bord kochen und abwaschen konnte, ergibt auch einen Betrag von annähernd 300 Pesos. Das Frühstück und das Mittagessen wurde kalt an Bord verzehrt. Da es hier noch recht warm ist, habe ich vorallem Früchte gegessen. Äpfel, Pfirsiche oder Nektarinen und Pflaumen waren meine Lieblinge. Hier hat jetzt der Herbst angefangen und es gibt auch andere Früchte, die aber zum Teil schlecht transportierbar sind, wie zum Beispiel die Williamsbirnen, sind sie doch im Laden viel zu reif.
            Hier wird die „Semana Santa“ recht ausgiebig gefeiert. Von Freitag bis Montag wird in den Fabriken und Handwerksbetrieben – auch hier im Yachtklub – nicht gearbeitet. Nur die Geschäfte mit Lebensmitteln waren am Samstag und am Montag geöffnet. Beide Male bin ich in die Stadt gegangen um mir Früchte, Gemüse und Brot zu kaufen. Über diese Tage habe ich nicht sehr viel gearbeitet. Hosen habe ich unten umgenäht, weil ich immer darauf gelaufen bin. Auch den Boden im Salon wurde wieder festgemacht und die Streichutensilien sind verstautworden. Heute muss ich einen neuen Konverter kaufen (12 zu 220 V), das heisst: zuerst mal das Geschäft finden, wo es so etwas hat.

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