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Von
Ushuaia über Puerto Madryn und Mar del Plata nach Buenos Aires
Seit dem 15. Januar war ich wieder unterwegs. Nachdem Pieter gekommen
ist, haben wir die Einkäufe gemacht und sind in
Richtung Isla de los Estados, Also gegen Osten unterwegs. Der erste Ankerplatz
war in der Bahia Relegada, die Bucht vor Harberton. Wir beschlossen, einen Tag
dort zu bleiben, die Natur zu bewundern und Harberton zu besichtigen. Zwei Graufüchse
sahen wir hier, die alles nach Futter abgesucht haben.
Als wir
zum Schiff zurückkehrten, kam ein Gummiboot auf uns zu und erklärten, dass ich
nach Ushuaia zurückkehren müsse, ich hätte mich bei der Prefectura Naval
nicht abgemeldet – glatt vergessen habe ich dies. Nach langem hin und her
musste ich mit meinen Papieren zurück. Schlussendlich fand ich eine Transportmöglichkeit
zurück, ich brauchte nicht mit dem Schiff zurückzugehen.
Dort
angekommen ging es vor allem darum, zu warten, bis die entsprechenden Herren
verfügbar waren. Ich musste eine Strafe bezahlen und nach dem Erledigen des
Papierkrames mit vielfacher Unterschrift durfte ich wieder gehen. Zurück musste
ich ein Taxi nehmen, das nicht gerade billig war. Abschliessend zu sagen, war es
ein teures Vergessen.
Auf Feuerland besuchten wir noch die Bucht Puerto Español
und am Tag darauf liefen wir wegen starkem Nordwind die Bahia Valentin an, wo
wir gegen diesen starken Wind gut geschützt lagen. Auch den Tag darauf blieben
wir in der Bucht, da der wind nicht nachliess. Hier beobachteten wir eine
Familie Guanacos, die an beiden Tagen an den Strand kam und, ich glaube, sie
tranken Meerwasser. Insgesamt mit den jungen waren es etwa zehn Tiere.
Am 19, am
zweiten Tag in der Bucht Valentin legten wir am Nachmittag ab und beschlossen,
gleich den Estrecho de Maire zu passieren und nach norden zu segeln. Bis in die
Mitte hatten wir die Strömung mit uns, darnach war es aber aus! Sie nahm zu und
sie war so stark, dass wir mit dem Motor dagegen manchmal null Vortrieb hatten.
Nach einigen stunden waren wir schlussendlich draussen und konnten Segel setzen.
Der wind blies aus Nord und wir machten mit dem zweimal gerefften Gross und der
Fock vier ein halb Knoten fahrt – am Wind bin ich nur selten schneller bei
hohem Seegang.
Wir beschlossen, den Puerto Deseado anzulaufen, jedoch
verhinderte die starke Südströmung dies und wir beschlossen daher, weiter auf
den Atlantik hinaus zu segeln, um später den Puerto Madryn anzulaufen. Auch
dort, war die Strömung sehr stark und indem wir weit gegen Osten auswichen,
gelang es uns in den Golfo Nuevo einzulaufen. Es waren jedoch an die sechzig
Meilen, die zurückzulegen waren. Am Abend spät ankerten wir in der Bucht südlich
der Anlegebojen des Yachtklubs.
Der Tag
darauf brachte starken Südwind – bis zu 40 Knoten – u8nd unser Anker ging
auf Drift. Nach einem neuen Ankermanöver – mit mehr Kette – hielt er und
nachdem der Wind nachgelassen hatte, konnten wir die Prefectura Naval besuchen.
Trotzdem wurden wir nass! Der Wind drehte auf Ost und in der Nacht legten wir
ab. Alles mit dem Motor gegen an verliessen wir wieder den Golf.
Weitere
480 Meilen warteten auf uns und wieder wie schon vorher, fast alles bei starkem
Nordwind gegenan, bis Mar del Plata. Am Abend um sieben Uhr des 7. Februar
liefen wir in den Hafen ein. Diese strecke von 1620 Meilen dauerte inklusive
Aufenthalt im Hafen von Madryn 24 Tage, wie eine Atlantiküberquerung. Noch nie
in meinem Seglerleben habe ich soviel gekreuzt! Sicher 80 % hatten wir den Wind
aus norden oder Nordost und wir mussten gegenan. Allein bei Deseado haben wir
infolge des Gegenstromes drei Tage verloren.
Am Sonntag, den 10. sind wir am Morgen um zehn Uhr aus dem Hafen von Mar
del Plata hinausgesegelt. Tags zuvor war ich bei der Prefectura Naval und habe
mir ein neues „Zarpe“ bis Buenos Aires ausstellen lassen. Wir hatten Südostwind,
endlich einmal den Wind, den wir gebrauchen konnten. Uns blieb er treu bis vor
den Hafen von Buenos Aires. Der Hafen liegt 273 Meilen nördlich im Rio de la
Plata.
Nach zwei Tagen und drei Nächten
sind wir am Mittwochmorgen früh vor dem Yacht Club Argentina eingetroffen. Wir
hätten leicht schon am Dienstagabend eintreffen können, wenn die Winde in der
Nacht nicht so stark abgeflaut wären. In der letzten Nacht mussten wir sogar
bremsen, damit wir nicht mitten in der Nacht angekommen wären.
So haben wir beim Einnachten das Grosssegel geborgen, was die Geschwindigkeit
beträchtlich gesenkt hat.
Als wir im Vorhafen auf den
Beginn des Tages kreisend gewartet haben, ist ein Schiff der Prefectura Naval
gekommen und hat uns im Vorhafen ganz nach hinten gescheucht, da ein Kreuzfahrer
auslaufen wollte und scheinbar die Kurve nicht erwischt hätte, wenn wir dort
geblieben wären. Alles blinder Alarm – und sie haben wieder einmal ihre Macht
demonstriert!
In der Marina des Yachtklubs
haben wir mit Hilfe des Hafenmeisters rückwärts angelegt. Nach dem Frühstück
– Haferbrei, Brot war keines mehr da – haben wir uns beide zum Schlafen
hingelegt, da wir in der Nacht im engen Kanal nicht schlafen konnten.
Anschliessend ging’s zur Prefectura und wir wurden in der halben Stadt
herumgehetzt, weil niemand von den Prefecturaleuten gewusst haben, was mit uns
zu tun sei. Schlussendlich ist es uns gelungen, die erforderlichen
Unterschriften und Stempel zu erhalten.
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