Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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r
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Valdivia
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 Der Aufenthalt in Valdivia 
 
            Nach der Ankunft und dem Einklarieren ging es zuerst mal an die Reparaturen, die gemacht werden mussten. Als erstes wurde der Austritt des Auspuffes demontiert, bei dem der Gummi auf der halben Länge gebrochen war und dadurch beim motoren Wasser ins Schiff lief. In Neuseeland habe ich die Stopfbuchse des Ruders machen lassen, dort war es immer nass und ich dachte, dass das Wasser im Schiff von dort stammt. Als ich aber auf dem Törn nach Chile war, kam immer noch Wasser ins Schiff und ich habe dann den Auspuff kontrolliert.
            Hier in Valdivia habe ich einen Mechaniker gefunden, der hat für mich einen neuen Stutzen für den Ausgang geschweisst und auch eingebaut. Jetzt habe ich wieder ein trockenes Schiff. Er hat mir auch die dicke Kupferleitung für meinen Ofen eingezogen und angeschlossen. Er hat dazu alle erforderlichen Werkzeuge, die ich nicht habe. Auch einen Abstellhahn nahe beim Dieseltank wurde eingebaut. Nun kann ich einmal meinen Ofen ausprobieren, ich habe aber noch ein bisschen angst diese Probe zu machen.
            Meine Batterien waren in einem schlechten Zustand. Auf dem Tripp von Neuseeland hierher ist mir einmal, etwa fünf Tage vor der Ankunft, die Spannung zusammengebrochen und ich konnte den Motor nicht mehr starten. Zum Glück habe ich einen tragbaren Benzingenerator an Bord, so konnte ich die Batterien wieder soweit bringen, dass die Spannung gross genug war, den Motor anzuschmeissen. Wenn der Motor einmal lief, war die Spannung der Batterien schnell auf vierzehn Volt aber auch schnell wieder unten. Ohne Licht zu machen, bin ich die letzten Tage auf Valdivia zu gefahren und habe nachts eine Petroleumlampe in die Wanten gehängt.















           
Justus Schüler, der TO-Stützpunktleiter von Valdivia hat mir Batterien vermittelt und ich habe sie eingebaut. Jetzt habe ich wieder Ruhe für etwa zwei Jahre, bis sie das nächste mal ersetzt werden müssen. In den Tropen halten sie nicht lange, da die Temperatur für die Batterien zu hoch ist. Auch wenn man destilliertes Wasser einfüllt, ist die Lebensdauer trotzdem reduziert.
            In Valdivia habe ich verschiedene Segler getroffen, die entweder vom Atlantik kommen oder vom Pazifik. Zwei französische Schiffe waren hier, Anne und Bernhard aus derBretagne, Josiane und Daniel von Toulon. Eimal war ich beim einen Schiff eingeladen, das nächste mal beim anderen und ich habe auch ein Essen gemacht. Eine Yacht aus Australien mit Germaine, Steven und der Tochter Sindella, neun Jahre alt und sehr agil, sind hier. Vor kurzem ist eine Bavaria mit norwegischer Flagge eingetroffen und ich habe die Segler nur von weitem gesehen. Am Sonntag hat bei mir eine kanadische Yacht angelegt, die auch von Neuseeland gekommen ist.
            Am Samstag, den 31. März habe ich mit Josiane und Daniel das Dorf Niebla am Eingang in den Fluss besucht. Die Spanier haben dort ein Fort gebaut, damit sie den Hafen schützen konnten. Rund um die Bucht wurden vier verschiedene Kastelle gebaut und mit Kanonen bestückt. Im Fort von Niebla befindet sich ein Museum, das recht interessant gestaltet ist, alles auf spanisch. Ich kann das meiste davon verstehen und den Rest kann ich kombinieren.
            Auf dem Rückweg gingen wir in ein kleines Restaurant in einer schiefen Holzhütte und haben dort sehr gut gegessen. Als Entré gab es panierte und fritierte Muscheln, die gehackt waren. Dazu gab es eine scharfe Sauce. Das Hauptgericht war wie eine Bouillabaisse ohne Hummer oder andere Krebse. Man kann dieses Gericht mit einer Zarzuela vergleichen. In der Bouillon war ein Stück Fisch und vier oder fünf verschiedene Muscheln oder Schnecken. Es hat sehr gut geschmeckt!
            Heute, Montag, den 2. April, war ich in der „Clinic Alemana“ und habe mir rechts unter dem rechten Auge einen kleinen Hautkrebs entfernen lassen. Carlos, der Chirurg ist ein Deutschstämmiger, der aber hier geboren ist. Er spricht deutsch wie sein Vater. Ich glaube, dass sogar sein Vater hier geboren ist. Am Samstag wird er an Bord die Fäden ziehen. Er hat gesagt, dass dies kein gefährlicher Krebs sei, da er so langsam gewachsen sei. Er hat aber genügend weggeschnitten, um sicher zu sein, dass alles entfernt wurde.
            Nicht weit vom „Club de Yates“ weg ist am Dienstag ein Markt mit Gemüse und Früchten, wo ich mich wieder mit allem für eine Woche versorgen kann. Als Früchte werden Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zitronen, Trauben und Pepinos angeboten. Pepinos sind in deutscher Sprache auch unter dem Namen Melonenbirne bekannt. Gemüse gibt es wie bei uns im Mittelmeerraum und ganze Berge von Kartoffeln.
            Am Donnerstag letzter Woche sind die Australier Weggefahren. Da ich am Anfang der Woche die Videokamera erhalten habe, wurde ihre Abfahrt gefilmt. Carlos, der Chirurg, kam am Samstag, um die Fäden in der Wunde zu ziehen. Er entfernte aber nur zwei, die andern hat er dann am Mittwoch gezogen. Es sieht gut aus und die Wunde ist sozusagen verheilt. Carlos hat mir für die Operation eine Lokalanästesie gemacht und ich konte mit dem Fahrrad wieder nach hause.
            
In der Zwischenzeit ist ein weiteres kanadisches Schiff eingetroffen. Das Paar auf der Yacht stammt aus Quebeque, sind also Francokanadier. Untereinander sprechen sie auch französisch. Sie sind bei der Bavaria längsseits gegangen, die den Platz der Australier übernommen haben. Mit den Norwegern habe ich Seehandbücher ausgetauscht, natürlich auf elektronischem Weg, mit CD.
           
Am 12 April abends waren Heidi und Eivind, die beiden Norweger, bei mir zum Essen. Ich habe geräucherte Rippchen vom Schwein gekauft, diese eine Stunde im Wasser gekocht, das Kochwasser aber aufbewahrt. Grüne Bohnen und Kartoffeln wurden mit Zwiebeln und Knoblauch im Öl angebraten und mit dem Fleischwasser abgelöscht. Als Vorspeise gab es je eine halbe Avocado mit einem Zitronenschnitz. Nachspeise waren dann Früchte.
            Das Wetter hat umgeschlagen und es hat schon am Dienstag geregnet. Der Barometer ist aber dann wieder gestiegen auf 1019 Hektopascal. Zwei Tage war dann wieder bedingt schönes Wetter mit gelegentlichen Schauern. Am Nachmittag besuchte ich den Markt, der hier in der Nähe abgehalten wird. Für das Wochenende war starker Wind und viel Regen angesagt. Ich habe das Schiff gedreht, da der Regen immer von Norden kommt und ich vorher das Heck gegen Norden hatte. Jetzt regnet es mir nicht gleich in den Niedergang.
           
Noch bei schönem Sonnenschein habe ich einige Aufnahmen von der Marina gemacht. Auch vom Markt in der Stadt ist es mir gelungen, einige sehr schöne Videoteile aufzunehmen. Später war ich noch in der Stadt und habe vom Zentralplatz – Plaza de Republica – einiges aufgenommen und ich war im Handarbeitsmarkt, dort wo ich die Matekalabasse gekauft habe. Die Qualität der Aufnahme ist super, ist es doch eine hoch auflösende Kamera.
           
Inzwischen ist noch ein Belgier mit seiner Jole eingetroffen – sein Name ist Christian. Einen Abend waren die Francokanadier und der Belgier bei mir um Abendessen. Es gab als Vorspeise capelleti in einer tomatensauce (für Christian viel zu scharf) und als Hauptgericht Reis und Currysauce mit Seefrüchten und Gemüse. Anschliessend Käse mit Brot.
           
Als ich das Schiff gedreht habe, hat das Getriebe ein unangenehmes Kreischen von sich gegeben und ich warte immer noch auf einen Mechaniker – Kommt er heute nicht, so kommt er halt morgen oder in einer Woche, „Mañana, mañana!“ Ich hoffe, dass am Getriebe kein grosser Schaden ist, weil mir dies wieder ein Loch in mein Budget reissen würde. Ich selber weiss zuwenig über Getriebe, als dass ich den Schaden selber beheben könnte.
           
Der Mechaniker ist gekommen und hat das Getriebe kontrolliert. Er hat dabei festgestellt, dass zuwenig Öl im Getriebe ist. Er hat Ölwechsel gemacht und gesagt, ich solle gut beobachten, es könnte sein, dass der Simering am Ende des Getriebes ausgewechselt werden müsse. Genau könne er es im Moment nicht sagen, ob dies wirklich nötig sei. So hat man immer etwas, woran man denken muss.

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