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Von
Opua nach Whangarei und der Ausflug über die Nordinsel
Vom 14. bis zum 22. November war ich in der Opua Marina. Die Schraube,
die den Spreizarm für den Alternator hält, war gebrochen. Da die ganze
Frischwasserpumpe demontiert wurde und die Dichtung erneuert werden musste,
konnte ich diese Arbeit nicht alleine ausführen. Dabei hat der Mechaniker
festgestellt, dass einer der letzten, der am Motor war, das Distanzröhrchen
nicht auf die Schraube getan hat. Dies hat den Alternator eiern lassen und damit
ist das Bohrloch in der Alternatorhalterung grösser geworden.£
Es musste also nicht nur die Schraube des Armes und die Dichtung
ausgetauscht werden. Auch die Schraube, die den Alternator hält, musste dicker
sein und die Löcher am Alternator und der Halterung mussten aufgebohrt werden.
Da die dickere Schraube nicht am Lager war, musste sie zuerst in Auzckland
bestellt werden. Am Montag, den 20. war es dann soweit und die Arbeit war
vollendet. Der Mechaniker war nicht so teuer wie ich gedacht habe, er hat mir für
die Arbeit und das Material 149 NZ$ berechnet.
Zur gleichen Zeit habe ich beim Zubehörhändler die Seekarten von
Patagonien und Feuerland für meinen GPS bestellt. Bevor ich weggefahren bin,
bestellte ich auch noch einen Ofen mit Kamin, der dann neben den Spühlbecken
montiert wird. Dies ist an der Südspitze von Südamerika unbedingt nötig,
weniger wegen der Wärme, als wegen der Feuchtigkeit. Sobald das Material
geliefert wird, werde ich an den Einbau gehen. Bestellen muss ich noch einen
kleinen Dieseltank für den Ofen.
Am 22. bin ich in Opua weggefahren und habe in der Bucht der Insel
Urupukapuka den Anker fallen lassen. Es ist eine sehr schöne Bucht mit einem
Campingplatz, der aber jetzt nicht genutzt wurde, haben doch die Schulen noch
keine Ferien, was aber gegen Weihnachten zu sich ändern wird. Die Exkremente
der Toiletten werden biologisch mit entsprechenden Pflanzen abgebaut. Auf der
Insel weiden hunderte von Schafen.
Den Tag darauf segelte ich um das Kap Brett, dem der sogenannte Piercy
Rock vorgelagert ist. Dies ist eine Touristenatraktion, tausende von Menschen
werden mit Motorbooten von Opua, Paihia und Russel dorthin gekarrt. Es ist eine
kleine Felsinsel, die mit einem Loch versehehn ist. Nach dem Kap wollte ich
eigentlich in die Wagamumu Bay gehen. Da es aber noch früh am Tag war,
beschloss ich, näher an Bream Head heran zu segeln und bin schlussentlich in
der Mimiwhangata Bay gelandet, die gegen Norden offen ist.
Am Morgen früh verliess ich die Buchtmit Nordwestwind, segelte um die
Insel Rimariki herum gegen Süden. Bald schlief der Wind ein und ich musste die
Segel bergen. Mit dem Motor ging es dann weiter. Der angesagte Wind aus West mit
einer Stärke von zwanzig Knoten ist nicht gekommen. Erst nach dem Kap Bream
Head kam er auf, nun war es aber zuspät, musste ich doch genau gegenan. Ich
habe auch das Gross geborgen und gegen den Strom fuhr ich den Fluss hinauf bis
zu der Stelle, wo ich nur bei Hochwasser einlaufen konnte. Dort habe ich
geankert und am Samstag Morgen bewältigte ich noch das letzte Stück bis zur
Town Basin Marina in Whangarei.
Der Hafenmeister ist immer noch der gleiche und er erwartete mich bereits auf
der Miami, einem Schweizer Schiff. Er fuhr dann mit mir bis zur für mich
vorgesehenen Anlegestelle und war beim Anlegen behilflich. Er ist immer noch so
freundlich, wie er es im April war. Beim Besuch seines Büros sagte er zu mir,
dass der Bürokram am Montag erledigt werde und übergab mir den Schlüssel für
die Toiletten und Duschen.

Am gleichen Abend besuchte ich noch den Grillabend der Segler, wo ich Liz
und Hans wieder traf. Da ein Seglerpaar aus der französischen Schweiz an Land
kamen, verliess ich meinen Teller und prompt haben sich die Möwen mein halb
gegessenes Lammfleisch geschnapt. Abgepackt waren aber zwei und ich musste nicht
hungrig ins Bett. Jedoch liess ich die Vögel nicht mehr an meinen Teller heran.
Die Woche nach meiner Ankunft in Whangarei war angefüllt mit dem Besuch
des Segelmachers, der Werft, wo ich mit dem Schiff an Land gehen wollte und dem
Besuch des Mastspezialisten. Ich muss den Mast herunter nehmen, da die beiden Blöcke
für das Grossfall und die Dirk verbraucht sind und der Niederholer vom Mast
abgesissen ist. Auf dem Deck hatte ich Rostflecken und ich begann das Deck zu
schleifen. Auch Grundierung habe ich aufgetragen und werde dann das Deck neu
streichen. Der vordere Teil bis zur Salonluke ist bereits geschliffen und
grundiert.
Mit Liz und Hans habe ich vereinbart, drei Tage durch die Nordinsel zu
fahren und einige sehenswerte Orte zu besuchen. Sie haben ein Auto gekauft und
haben mich gefragt, ob ich mitkommen wolle. Am Dienstag, den 5. Dezember sind
wir am Morgen beizeiten von Whangarei weggefahren. In zwei einhalb Stunden haben
wir Auckland erreicht und durchfahren und es ging weiter in den Süden. In der Nähe
von Tokoroa besuchten wir die erste Sehenswürdigkeit, „Orakei Korako“.
Nachdem wir ein Eintrittsgeld von satten sechsundzwanzig NZ-Dollars
bezahlt hatten, wurden wir mit einer Fähre zum Thermalpark übergesetzt und wir
konten mit der Besichtugung beginnen. Der ganze Weg ist mit einem Holzsteg und
Holztreppen versehen. Ich habe noch nie so etwas gesehen, obwohl ich schon
manche Vulkane besucht hatte. Auf der einen Seite klares heisses Wasser, auf der
anderen Seite farbiger Schlamm. Smaragdgrüne Seelein wechseln mit orangen und
gelben Tümpeln, weisse Tropfsteinhänge, die aussehen wie Wasserfälle.
Einen richtigen hoch aufspritzenden Geysir haben wir zwar nicht gesehen
aber Wasser, das mit Druck bis etwa vierzig Centimeter über den normalen
Wasserspiegel aufstieg. Ein Tümpel war mit grauem brodelndem Schlamm gefüllt,
wie heiss mochte er wohl sein? Trotz des hohen Eintrittspreises hat sich diese
Besichtigung gelohnt. Da ich keinen Geruchssinn mehr habe, konte ich den
Schwefel nicht riechen. Da habe ich halt Liz oder Hans gefragt, ob es stinken würde.
Wir fuhren nun weiter auf die Stadt Taupo zu. Kurz vorher, bei Wairakei,
sind wir zum Stausee hinunter gefahren, um uns die Wasserfälle anzusehen. Nach
der Staumauer befindet sich eine tiefe Schlucht und das Wasser strömt in
Kaskaden nach unten und bildet kleine Wasserfälle. Es ist eine wilde aber
wunderschöne Landschaft. Wir fuhren dann ein Stückchen weiter bis zum
eigentlichen Wasserfall, wo das Wasser durch eine ganz enge Schlucht mit einer
wahnsinnigen Geschwindigkeit schiesst. Je mehr Elektizität verbraucht wird,
umso mehr Wasser wird durch die Schlucht gelassen. Das tosen des Wassers lässt
zur Verständigung nur ein Schreien zu.
Weiter
ging es nun durch Taupo hindurch und suchten unterwegs per Telefon
eine Unterkunft für die Nacht. Schlussendlich fanden wir ein Hotel mit
annehmbaren Preisen in Taurangi, das gleich im Norden des Vulkangebietes liegt,
das wir am Tag darauf besuchen wollten. Auf einer grossen grünen Wiese waren
einzelne Holzhäuser verteilt mit je zehn Zimmern, auf jeder Seite fünf mit
Duschen und Toiletten in der Mitte. Ein separates Haus war mit Küche und
Aufenthaltsräumen bestückt und im Hauptgebäude gab es ein Restaurant mit Bar.
Nach einem grossen Frühstück mit Eiern und Schinken ging es los. Wir
fuhren in den Tongariro-Nationalpark hinein, von wo aus wir zu den Wassesfällen
wandern wollten. Schön zurecht gemachte Wege führten uns den Berg hinauf und
nach weniger als einer Stunde waren wir oberhalb des Wasserfalles angekommen.
Nun beschlossen wir noch weiter zu wandern, wenn möglich bis zum kleinen
Kratersee. Jedoch untrainiert wie wir waren, kehrten wir nach etwa dreiviertel
der Strecke um.
Wir besuchten den Wasserfall in einer Schlucht aus Vulkangestein.
Hier stürzt das Wasser eines grossen Baches etwa zwölf Meter in ein Becken.
Der weitere Weg führte uns lange Zeit dem Bach entlang durch Bäume und Gebüsche.
Durch eine Steigung verliessen wir dann das Bachtal und erreichten wieder unser
Fahrzeug. Jetzt fuhren wir noch hinauf zum Wintersportgebiet, das hier auf der
Flanke des Vulkans Ruapehu angelegt wurde. Die Sessellifte waren gerade in
Revision und werden dann am 16. Dezember wieder für Wanderer in Bertieb
genommen.
Nun fuhren wir wieder nordwärts in Richtung Hamilton. Bei Te Kuiti
zweigten wir ab um die Glowworm Caves (Glühwürmchenhöhle) zu besuchen. Auch
hier waren die Eintrittspreise gesalzen, werden sie doch privat betrieben.
Zuerst ging es durch eine Tropfsteinhöhle und dann wurden wir in einen Kahn
verfrachtet, der von Hand an Kabeln durch das Höhlenlabyrint gezogen. Die Decke
sah aus, als ob es der Sternenhimmel sei, alles voller kleiner Lichtchen. Ihre
Nahrung besteht aus Insekten, die durch ihr Leuchten angezogen werden und an
langen kledbrigen Fäden hängen bleiben. Ein einmaliges Erlebnis!
In Hamilton fanden wir ein kleines Backpacker-Hotel und tags darauf ging
es dann nach Auckland ins Nationalmuseum, das ich bereits im Jahr vorher besucht
habe. Dieses ist immer wieder interessant und man sieht ja nie alles und neue Stücke
werden ausgestellt. Anschliessend besuchten wir noch das Marinemuseum. Für mich
war dieses nicht so faszinierend, habe ich doch schon viele bessere gesehen. Am
Donnerstag Abend waren wir wieder zurück und am Tag darauf kam das Schiff aus
dem Wasser in Dockland 5. die Überholarbeiten beginnen.
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