Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Von Opua nach Whangarei und der Ausflug über die Nordinsel 

            Vom 14. bis zum 22. November war ich in der Opua Marina. Die Schraube, die den Spreizarm für den Alternator hält, war gebrochen. Da die ganze Frischwasserpumpe demontiert wurde und die Dichtung erneuert werden musste, konnte ich diese Arbeit nicht alleine ausführen. Dabei hat der Mechaniker festgestellt, dass einer der letzten, der am Motor war, das Distanzröhrchen nicht auf die Schraube getan hat. Dies hat den Alternator eiern lassen und damit ist das Bohrloch in der Alternatorhalterung grösser geworden.£
            Es musste also nicht nur die Schraube des Armes und die Dichtung ausgetauscht werden. Auch die Schraube, die den Alternator hält, musste dicker sein und die Löcher am Alternator und der Halterung mussten aufgebohrt werden. Da die dickere Schraube nicht am Lager war, musste sie zuerst in Auzckland bestellt werden. Am Montag, den 20. war es dann soweit und die Arbeit war vollendet. Der Mechaniker war nicht so teuer wie ich gedacht habe, er hat mir für die Arbeit und das Material 149 NZ$ berechnet.
            Zur gleichen Zeit habe ich beim Zubehörhändler die Seekarten von Patagonien und Feuerland für meinen GPS bestellt. Bevor ich weggefahren bin, bestellte ich auch noch einen Ofen mit Kamin, der dann neben den Spühlbecken montiert wird. Dies ist an der Südspitze von Südamerika unbedingt nötig, weniger wegen der Wärme, als wegen der Feuchtigkeit. Sobald das Material geliefert wird, werde ich an den Einbau gehen. Bestellen muss ich noch einen kleinen Dieseltank für den Ofen.
            Am 22. bin ich in Opua weggefahren und habe in der Bucht der Insel Urupukapuka den Anker fallen lassen. Es ist eine sehr schöne Bucht mit einem Campingplatz, der aber jetzt nicht genutzt wurde, haben doch die Schulen noch keine Ferien, was aber gegen Weihnachten zu sich ändern wird. Die Exkremente der Toiletten werden biologisch mit entsprechenden Pflanzen abgebaut. Auf der Insel weiden hunderte von Schafen.
            Den Tag darauf segelte ich um das Kap Brett, dem der sogenannte Piercy Rock vorgelagert ist. Dies ist eine Touristenatraktion, tausende von Menschen werden mit Motorbooten von Opua, Paihia und Russel dorthin gekarrt. Es ist eine kleine Felsinsel, die mit einem Loch versehehn ist. Nach dem Kap wollte ich eigentlich in die Wagamumu Bay gehen. Da es aber noch früh am Tag war, beschloss ich, näher an Bream Head heran zu segeln und bin schlussentlich in der Mimiwhangata Bay gelandet, die gegen Norden offen ist.
            Am Morgen früh verliess ich die Buchtmit Nordwestwind, segelte um die Insel Rimariki herum gegen Süden. Bald schlief der Wind ein und ich musste die Segel bergen. Mit dem Motor ging es dann weiter. Der angesagte Wind aus West mit einer Stärke von zwanzig Knoten ist nicht gekommen. Erst nach dem Kap Bream Head kam er auf, nun war es aber zuspät, musste ich doch genau gegenan. Ich habe auch das Gross geborgen und gegen den Strom fuhr ich den Fluss hinauf bis zu der Stelle, wo ich nur bei Hochwasser einlaufen konnte. Dort habe ich geankert und am Samstag Morgen bewältigte ich noch das letzte Stück bis zur Town Basin Marina in Whangarei.
            Der Hafenmeister ist immer noch der gleiche und er erwartete mich bereits auf der Miami, einem Schweizer Schiff. Er fuhr dann mit mir bis zur für mich vorgesehenen Anlegestelle und war beim Anlegen behilflich. Er ist immer noch so freundlich, wie er es im April war. Beim Besuch seines Büros sagte er zu mir, dass der Bürokram am Montag erledigt werde und übergab mir den Schlüssel für die Toiletten und Duschen.

           
Am gleichen Abend besuchte ich noch den Grillabend der Segler, wo ich Liz und Hans wieder traf. Da ein Seglerpaar aus der französischen Schweiz an Land kamen, verliess ich meinen Teller und prompt haben sich die Möwen mein halb gegessenes Lammfleisch geschnapt. Abgepackt waren aber zwei und ich musste nicht hungrig ins Bett. Jedoch liess ich die Vögel nicht mehr an meinen Teller heran.
            Die Woche nach meiner Ankunft in Whangarei war angefüllt mit dem Besuch des Segelmachers, der Werft, wo ich mit dem Schiff an Land gehen wollte und dem Besuch des Mastspezialisten. Ich muss den Mast herunter nehmen, da die beiden Blöcke für das Grossfall und die Dirk verbraucht sind und der Niederholer vom Mast abgesissen ist. Auf dem Deck hatte ich Rostflecken und ich begann das Deck zu schleifen. Auch Grundierung habe ich aufgetragen und werde dann das Deck neu streichen. Der vordere Teil bis zur Salonluke ist bereits geschliffen und grundiert.
            Mit Liz und Hans habe ich vereinbart, drei Tage durch die Nordinsel zu fahren und einige sehenswerte Orte zu besuchen. Sie haben ein Auto gekauft und haben mich gefragt, ob ich mitkommen wolle. Am Dienstag, den 5. Dezember sind wir am Morgen beizeiten von Whangarei weggefahren. In zwei einhalb Stunden haben wir Auckland erreicht und durchfahren und es ging weiter in den Süden. In der Nähe von Tokoroa besuchten wir die erste Sehenswürdigkeit, „Orakei Korako“.
            Nachdem wir ein Eintrittsgeld von satten sechsundzwanzig NZ-Dollars bezahlt hatten, wurden wir mit einer Fähre zum Thermalpark übergesetzt und wir konten mit der Besichtugung beginnen. Der ganze Weg ist mit einem Holzsteg und Holztreppen versehen. Ich habe noch nie so etwas gesehen, obwohl ich schon manche Vulkane besucht hatte. Auf der einen Seite klares heisses Wasser, auf der anderen Seite farbiger Schlamm. Smaragdgrüne Seelein wechseln mit orangen und gelben Tümpeln, weisse Tropfsteinhänge, die aussehen wie Wasserfälle.
            Einen richtigen hoch aufspritzenden Geysir haben wir zwar nicht gesehen aber Wasser, das mit Druck bis etwa vierzig Centimeter über den normalen Wasserspiegel aufstieg. Ein Tümpel war mit grauem brodelndem Schlamm gefüllt, wie heiss mochte er wohl sein? Trotz des hohen Eintrittspreises hat sich diese Besichtigung gelohnt. Da ich keinen Geruchssinn mehr habe, konte ich den Schwefel nicht riechen. Da habe ich halt Liz oder Hans gefragt, ob es stinken würde.
            Wir fuhren nun weiter auf die Stadt Taupo zu. Kurz vorher, bei Wairakei, sind wir zum Stausee hinunter gefahren, um uns die Wasserfälle anzusehen. Nach der Staumauer befindet sich eine tiefe Schlucht und das Wasser strömt in Kaskaden nach unten und bildet kleine Wasserfälle. Es ist eine wilde aber wunderschöne Landschaft. Wir fuhren dann ein Stückchen weiter bis zum eigentlichen Wasserfall, wo das Wasser durch eine ganz enge Schlucht mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit schiesst. Je mehr Elektizität verbraucht wird, umso mehr Wasser wird durch die Schlucht gelassen. Das tosen des Wassers lässt zur Verständigung nur ein Schreien zu.
            Weiter ging es nun durch Taupo hindurch und suchten unterwegs per Telefon eine Unterkunft für die Nacht. Schlussendlich fanden wir ein Hotel mit annehmbaren Preisen in Taurangi, das gleich im Norden des Vulkangebietes liegt, das wir am Tag darauf besuchen wollten. Auf einer grossen grünen Wiese waren einzelne Holzhäuser verteilt mit je zehn Zimmern, auf jeder Seite fünf mit Duschen und Toiletten in der Mitte. Ein separates Haus war mit Küche und Aufenthaltsräumen bestückt und im Hauptgebäude gab es ein Restaurant mit Bar.
            Nach einem grossen Frühstück mit Eiern und Schinken ging es los. Wir fuhren in den Tongariro-Nationalpark hinein, von wo aus wir zu den Wassesfällen wandern wollten. Schön zurecht gemachte Wege führten uns den Berg hinauf und nach weniger als einer Stunde waren wir oberhalb des Wasserfalles angekommen. Nun beschlossen wir noch weiter zu wandern, wenn möglich bis zum kleinen Kratersee. Jedoch untrainiert wie wir waren, kehrten wir nach etwa dreiviertel der Strecke um.
            Wir besuchten den Wasserfall in einer Schlucht aus Vulkangestein. Hier stürzt das Wasser eines grossen Baches etwa zwölf Meter in ein Becken. Der weitere Weg führte uns lange Zeit dem Bach entlang durch Bäume und Gebüsche. Durch eine Steigung verliessen wir dann das Bachtal und erreichten wieder unser Fahrzeug. Jetzt fuhren wir noch hinauf zum Wintersportgebiet, das hier auf der Flanke des Vulkans Ruapehu angelegt wurde. Die Sessellifte waren gerade in Revision und werden dann am 16. Dezember wieder für Wanderer in Bertieb genommen.
            Nun fuhren wir wieder nordwärts in Richtung Hamilton. Bei Te Kuiti zweigten wir ab um die Glowworm Caves (Glühwürmchenhöhle) zu besuchen. Auch hier waren die Eintrittspreise gesalzen, werden sie doch privat betrieben. Zuerst ging es durch eine Tropfsteinhöhle und dann wurden wir in einen Kahn verfrachtet, der von Hand an Kabeln durch das Höhlenlabyrint gezogen. Die Decke sah aus, als ob es der Sternenhimmel sei, alles voller kleiner Lichtchen. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, die durch ihr Leuchten angezogen werden und an langen kledbrigen Fäden hängen bleiben. Ein einmaliges Erlebnis!
            In Hamilton fanden wir ein kleines Backpacker-Hotel und tags darauf ging es dann nach Auckland ins Nationalmuseum, das ich bereits im Jahr vorher besucht habe. Dieses ist immer wieder interessant und man sieht ja nie alles und neue Stücke werden ausgestellt. Anschliessend besuchten wir noch das Marinemuseum. Für mich war dieses nicht so faszinierend, habe ich doch schon viele bessere gesehen. Am Donnerstag Abend waren wir wieder zurück und am Tag darauf kam das Schiff aus dem Wasser in Dockland 5. die Überholarbeiten beginnen.

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