Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Von Neiafu, Vava’u-Gruppe nach Pangai, Ha’apai-Gruppe und zurück

          
Am Morgen des 9. August bin ich zum Zoll gegangenund habe einklariert. Gleich vor dem Zoll befindet sich der Markt, der bedeutend besser ausgestattet ist, als der in Apia oder in Rarotonga. Es gibt viele verschiedene Gemüse zu kaufen, sowie Brotfrüchtre, Pandanüsse, Taroblätter, Zucchini, Peperoni, Tomaten, Karotten und ein anderes Blattgemüse, das ich noch nicht kenne. Verschiedene Wurzeln und Knollen sind auch im Angebot, wie Taro, Yams, Manioka und Süsskartoffeln. Bei den Früchten gibt es Bananen, auch Kochbananen, Ananas, Papayas, Limonen, Zitronen und Stachelannonen – bekannt unter dem englischen Namen Soursop.
           
In der Halle drin werden auch Artikel des Kunsthandwerks angeboten, Holzschnitzereien, Schmuckstücke, Taschen, Hüte und vieles mehr. Die Leute hier sind sehr freundlich und sind, sofern es die Sprache erlaubt, hilfsbereit, wenn man ihnen eine Frage stellt, wie man dies und jenes kocht. Hingegen Zwiebeln und Knoblauch muss man im Supermarkt kaufen, da diese aus Neuseeland importiert werden. Eine junge Frau hat mir eine Trinkkokosnuss angeboten, die sie in einer Kühlbox, gefüllt mit Eis aufbewahrt. Sie hat sehr gut geschmeckt und ich war gerade durstig.
           
An der Bar des Vava’u-Yacht-Klub trifft sich Kreti und Pleti, sind doch hier an die hundert Yachten vor Anker oder an Moorings. Alle segelnden Nationen sind vertreten – Neuseeländer, Australier, Kanadier, Italiener Amerikaner, Engländer, Schweizer, Deutsche, Norweger, Schweden, Dänen, ja sogar ein Türke. Gleich neben dem Yacht-Klub liegt der Stützpunkt der Moorings-Charter mit Yachten und Katamaranen. Sie geben auch eine Karte heraus, die auf alle Charteryachten kommt mit Angaben über gute Ankerplätze.
           
Hier in Neiafu habe ich Günther, ein Schweizer aus dem Laufental, getroffen, der ein Restaurant hat. Bei ihm war ich einmal essen und dabei traf ich einen anderen Schweizer, der hier drei Wochen Whale watching macht. Kontakte habe ich auch zu „Mignonne“ einem Paar, er aus Holland, sie aus Deutschland und zu „Slowmotion“, geführt von einem Schweizer Paar. Einmal war ich bei der „Mignonne“ zum Kaffee eingeladen und einmal habe ich die beiden Paare zu mir eingeladen zu einem Aperitif.
           
Sam, der andere Schweizer, macht Whale watchingund organisiert Reisen nach Tonga für Walbegeisterte. Einmal hat er mich an Bord besucht – ich habe ihn abgeholt und ihm das Schiff gezeigt. Auch waren wir am Mittwoch zusammen beim Barbecue bei Günther. Er hat  mir Fotos gezeigt, die er unter Wasser mit seiner elektronischen Kamera von den Walen mit ihren Babys gemacht hat. Es ist schon beeindruckend, wie nahe sie die Menschen an sich heranlassen. Sam sagte mir, dass er manchmal das Kleine oder die Mutter steicheln könnte, es aber unterlasse.
           
An meinem Buch habe ich viel gearbeitet. Da ich am Anfang die Bilder mit Tabellen eingefügt habe, ändere ich alle Kapitel bis fünfzehn. Auch mache ich jetzt die Bildlegenden in die Bilder hinein. Es ist viel Arbeit aber die Seiten sehen besser aus. Das Kapitel XXXIV ist abgeschlossen, es endet beim Eintreffen in Vava’u. Im Moment habe ich 850 augewählte Bilder, all die schlechten habe ich nicht übernommen.














           
Am Anfang dieser Woche habe ich mein Visum für Tonga um einen Monat verlängert. Am Freitag, den 25. August bin ich zum Zoll gegangen und habe für Ha’apai ausklariert. Dies ist die nächste Inselgruppe in Tonga, die weiter im Süden liegt. Ich bin auch zum österreichischen Bäcker gegangen, wo ich gutes Brot bekomme. Er gab mir noch verschiedene Brote mit, die ich in Pangai einem anderen Österreicher bringen soll.
           
Am Samstag habe ich dann Neiafu verlassen und bin bei der Insel Taunga vor Anker gegangen. Dies war eine relativ kurze Strecke aber Ha’apai hätte ich nicht in einem Tag erreicht. Noch vor dem Frühstück vom Sonntag ging es wieder los, um die 68 Seemeilen hinter mich zu bringen. Es hat einen schönen Wind gehabt, der bis zu fünf Bf. geblasen hat. Ungefähr zehn Meilen vor der ersten Insel der Ha’apai-Gruppe sah ich zwei Buckelwale, der eine war etwa acht bis zehn Meter neben dem Schiff, lag auf dem Rücken, hatte eine Fluke und den Schwanz aus dem Wasser. Leider kam ich nicht dazu, meine Kamera zu holen, war ich doch viel zu schnell.
           
Bevor ich die erste Insel erreicht hatte, geriet ich in eine starke Strömung und ich musste von Hand steuern, da die Aries nicht im Stande war, dies auszugleichen. Sobald ich in Abdeckung war, wurde das Meer glatt wie ein See und die Geschwindigkeit nahm eher zu als ab. Bei der ersten Insel war die Fähre vor Anker um dann am Morgen den Hafen von Pangai anzulaufen. Auch ein Katamaran mit Touristen wartete hier auf das Erscheinen von Walen, die später auch erschienen aber gleich aufs offene Meer hinaus gingen.
           
Da es schon gegen den Sonnenuntergang zu ging und ich nicht durch das Riffgebiet beim Hafen fahren wollte, habe ich etwa eine Meile vorher auf sieben Meter geankert, habe alles aufgeklart und habe mein Abendessen gekocht. Am Morgen nach dem Wetterbericht per SSB (Amateurradio) hiess es Anker auf und zum Hafen gefahen, wo ich etwa in drei Kabellängen Abstand geankert habe. Gegen elf Uhr fuhr ich mit dem Beiboot an Land um den Zollbeamten aufzusuchen.
           
Am Nachmittag habe ich die Brote in meinen Rucksack getan und bin an Land, um den Freund des österreichschen Bäckers zu suchen. Im Mariners-Caffe haben sie mir aber gesagt, dass er in Nuka’alofa sei. Der Besitzer hat die Brote abgenommen und sie in den Tiefkühler getan, war ich diese Sorge los! Er hat mich gefragt, ob er mein Schiff besuchtigen dürfe, ich habe ihm zugesagt. Dort habe ich auch einen Schweizer aus Zürich getroffen, der als Biologe in Rarotonga an einem Fischfarm-Projekt mitarbeitet. Er ist im Moment hier in den Ferien.
           
Vom Mittwoch auf den Donnerstag in der Nacht konnte ich nicht schlafen, weil ich einen immensen Druck im Bauch gehabt habe. Noch in der Nacht musste ich auf die Toilette und der Druck war weg, dafür hatte ich auf der rechten Bauchseite Schmerzen. In meinem Diagnosebuch habe ich nachgeschlagen und alle Merkmale deuteten auf Blinddarmentzündung. Ich kramte meine Antibiotika heraus und nahm eine. Um acht Uhr fuhr ich an Land und besuchte einen Arzt im Krankenhaus. Auch er tippte auf das gleiche und sagte mir, dass ich mit Antibiotika die Entzündung eventuell wegbringen könne.
           
Mit dem Beiboot wollte ich zurückfahren aber nach kurzer Zeit ging der Motor aus – Benzin war genug drin. Immer wieder probierte ich den Aussenborder zu starten jedoch er wollte und wollte nicht. Also nam ich das Paddel und probierte zum Schiff zurück zu paddeln, nur bei dem starken Wind mit relativ hohen Wellen kam ich nicht voran. Dann probierte ich es mit Schwimmen und das Beiboot nachzuschleppen. Auch auf diese Weise kam ich meinem Boot nicht näher und trieb immer weiter auf den Riffgürtel zu und das Schiff war schon weit weg.
           
Mit ach und krach kam ich wieder ins Beiboot und habe mir dabei auf der scharfen Kante der Holzrückwand eine rippe gequetscht. Die Schmerzen spürte ich noch nicht, musste ich doch zuerst zurück zum Schiff. Als ich wieder im Beiboot war paddelte ich wie verrückt, kam aber trotzdem immer weier weg. Nun probierte ich noch einmal den Aussenborder zu starten und er lief. Jedoch konnte ich die Luftzufuhr zum Vergaser nur halb öffnen, sonst starb er wieder ab. Langsam kam ich demBoot näher und habe es schlussendlich erreicht.













           
Darauf habe ich beschlossen, nach Neiafu zurückzusegeln, da ich ja auf Ha’apai kein Geld beziehen konnte, wenn ich eventuell ins Spital muss. Nach einer Ruhepause und einer Mahlzeit begann ich, das Schiff zum Ablegen vorzubereiten. Das Beiboot habe ich aufs vordeck genommen, den aussenborder wieder an die Achterreling geschraubt, das Beiboot geputzt und auf dem Vordeck festgelascht. Nun war ich bereit und habe mich noch ein bisschen ausgeruht. So gegen drei Uhr hiess es dann Anker auf und los.
           
Die Rückfahrt war nicht besonders Gemütlich, stand doch ein starker Wind und eine sehr hohe Welle. Zudem hat es gerade beim Einlaufen so stark geregnet, dass ich nichts mehr sah. Heute Morgen, Freitag den 1. September, habe ich keine Schmerzen mehr gehabt, muss aber die Pillen weiterhin für fünf Tage nehmen. In drei Tagen gehe ich trotzdem zum Arzt um eine Nachkontrolle machen zu lassen.
           
Am Samstag Morgen habe ich den Aussenborder ins Cockpit geholt und habe den Benzintank und den Vergaser komplett entleert, weil es nur daran liegen konnte. Nach dem Abfüllen des Brennstoffes zurück in den Tank habe ich am Boden des Gefässes Gesehen, warum der Motor nicht mehr laufen wollte – es war Wasser drin und war schon ein bisschen emulgiert. Zur gleichen Zeit habe ich das ganze benzin, auch das im Kanister, gefiltert und festgestellt, dass voel Schmitzpartikel drin waren. In Zukunft werde ich immer einen Filter gebrauchen.
           
Erst in der Nacht auf dem Törn von Pangai nach Neiafu habe ich an der gequetschten Rippe Schmerzen bekommen. Ganz schlimm waren sie dann am Samstag und am Sonntag, wo ich in der Nacht kaum schlafen konnte, da ich nicht wusste, wie ich liegen sollte. Auch Schmerztabletten haben kaum bis nichts genutzt. Jetzt am Dienstag, scheinen die Schmerzen nachzulassen. Sicher werde ich diese Quetschung noch einige Zeit spüren. Es ist erstaunlich, wie eine solche Verletzung so starke Schmerzen verursachen kann.

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