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Von
Neiafu, Vava’u-Gruppe nach Pangai, Ha’apai-Gruppe und zurück
Am
Morgen des 9. August bin ich zum Zoll gegangenund habe einklariert. Gleich vor
dem Zoll befindet sich der Markt, der bedeutend besser ausgestattet ist, als der
in Apia oder in Rarotonga. Es gibt viele verschiedene Gemüse zu kaufen, sowie
Brotfrüchtre, Pandanüsse, Taroblätter, Zucchini, Peperoni, Tomaten, Karotten
und ein anderes Blattgemüse, das ich noch nicht kenne. Verschiedene Wurzeln und
Knollen sind auch im Angebot, wie Taro, Yams, Manioka und Süsskartoffeln. Bei
den Früchten gibt es Bananen, auch Kochbananen, Ananas, Papayas, Limonen,
Zitronen und Stachelannonen – bekannt unter dem englischen Namen Soursop.
In der
Halle drin werden auch Artikel des Kunsthandwerks angeboten, Holzschnitzereien,
Schmuckstücke, Taschen, Hüte und vieles mehr. Die Leute hier sind sehr
freundlich und sind, sofern es die Sprache erlaubt, hilfsbereit, wenn man ihnen
eine Frage stellt, wie man dies und jenes kocht. Hingegen Zwiebeln und Knoblauch
muss man im Supermarkt kaufen, da diese aus Neuseeland importiert werden. Eine
junge Frau hat mir eine Trinkkokosnuss angeboten, die sie in einer Kühlbox, gefüllt
mit Eis aufbewahrt. Sie hat sehr gut geschmeckt und ich war gerade durstig.
An der
Bar des Vava’u-Yacht-Klub trifft sich Kreti und Pleti, sind doch hier an die
hundert Yachten vor Anker oder an Moorings. Alle segelnden Nationen sind
vertreten – Neuseeländer, Australier, Kanadier, Italiener Amerikaner, Engländer,
Schweizer, Deutsche, Norweger, Schweden, Dänen, ja sogar ein Türke. Gleich
neben dem Yacht-Klub liegt der Stützpunkt der Moorings-Charter mit Yachten und
Katamaranen. Sie geben auch eine Karte heraus, die auf alle Charteryachten kommt
mit Angaben über gute Ankerplätze.
Hier
in Neiafu habe ich Günther, ein Schweizer aus dem Laufental, getroffen, der ein
Restaurant hat. Bei ihm war ich einmal essen und dabei traf ich einen anderen
Schweizer, der hier drei Wochen Whale watching macht. Kontakte habe ich auch zu
„Mignonne“ einem Paar, er aus Holland, sie aus Deutschland und zu
„Slowmotion“, geführt von einem Schweizer Paar. Einmal war ich bei der
„Mignonne“ zum Kaffee eingeladen und einmal habe ich die beiden Paare zu mir
eingeladen zu einem Aperitif.
Sam,
der andere Schweizer, macht Whale watchingund organisiert Reisen nach Tonga für
Walbegeisterte. Einmal hat er mich an Bord besucht – ich habe ihn abgeholt und
ihm das Schiff gezeigt. Auch waren wir am Mittwoch zusammen beim Barbecue bei Günther.
Er hat mir Fotos gezeigt, die er
unter Wasser mit seiner elektronischen Kamera von den Walen mit ihren Babys
gemacht hat. Es ist schon beeindruckend, wie nahe sie die Menschen an sich
heranlassen. Sam sagte mir, dass er manchmal das Kleine oder die Mutter
steicheln könnte, es aber unterlasse.
An
meinem Buch habe ich viel gearbeitet. Da ich am Anfang die Bilder mit Tabellen
eingefügt habe, ändere ich alle Kapitel bis fünfzehn. Auch mache ich jetzt
die Bildlegenden in die Bilder hinein. Es ist viel Arbeit aber die Seiten sehen
besser aus. Das Kapitel XXXIV ist abgeschlossen, es endet beim Eintreffen in
Vava’u. Im Moment habe ich 850 augewählte Bilder, all die schlechten habe ich
nicht übernommen.

Am
Anfang dieser Woche habe ich mein Visum für Tonga um einen Monat verlängert.
Am Freitag, den 25. August bin ich zum Zoll gegangen und habe für Ha’apai
ausklariert. Dies ist die nächste Inselgruppe in Tonga, die weiter im Süden
liegt. Ich bin auch zum österreichischen Bäcker gegangen, wo ich gutes Brot
bekomme. Er gab mir noch verschiedene Brote mit, die ich in Pangai einem anderen
Österreicher bringen soll.
Am
Samstag habe ich dann Neiafu verlassen und bin bei der Insel Taunga vor Anker
gegangen. Dies war eine relativ kurze Strecke aber Ha’apai hätte ich nicht in
einem Tag erreicht. Noch vor dem Frühstück vom Sonntag ging es wieder los, um
die 68 Seemeilen hinter mich zu bringen. Es hat einen schönen Wind gehabt, der
bis zu fünf Bf. geblasen hat. Ungefähr zehn Meilen vor der ersten Insel der
Ha’apai-Gruppe sah ich zwei Buckelwale, der eine war etwa acht bis zehn Meter
neben dem Schiff, lag auf dem Rücken, hatte eine Fluke und den Schwanz aus dem
Wasser. Leider kam ich nicht dazu, meine Kamera zu holen, war ich doch viel zu
schnell.
Bevor
ich die erste Insel erreicht hatte, geriet ich in eine starke Strömung und ich
musste von Hand steuern, da die Aries nicht im Stande war, dies auszugleichen.
Sobald ich in Abdeckung war, wurde das Meer glatt wie ein See und die
Geschwindigkeit nahm eher zu als ab. Bei der ersten Insel war die Fähre vor
Anker um dann am Morgen den Hafen von Pangai anzulaufen. Auch ein Katamaran mit
Touristen wartete hier auf das Erscheinen von Walen, die später auch erschienen
aber gleich aufs offene Meer hinaus gingen.
Da es
schon gegen den Sonnenuntergang zu ging und ich nicht durch das Riffgebiet beim
Hafen fahren wollte, habe ich etwa eine Meile vorher auf sieben Meter geankert,
habe alles aufgeklart und habe mein Abendessen gekocht. Am Morgen nach dem
Wetterbericht per SSB (Amateurradio) hiess es Anker auf und zum Hafen gefahen,
wo ich etwa in drei Kabellängen Abstand geankert habe. Gegen elf Uhr fuhr ich
mit dem Beiboot an Land um den Zollbeamten aufzusuchen.
Am
Nachmittag habe ich die Brote in meinen Rucksack getan und bin an Land, um den
Freund des österreichschen Bäckers zu suchen. Im Mariners-Caffe haben sie mir
aber gesagt, dass er in Nuka’alofa sei. Der Besitzer hat die Brote abgenommen
und sie in den Tiefkühler getan, war ich diese Sorge los! Er hat mich gefragt,
ob er mein Schiff besuchtigen dürfe, ich habe ihm zugesagt. Dort habe ich auch
einen Schweizer aus Zürich getroffen, der als Biologe in Rarotonga an einem
Fischfarm-Projekt mitarbeitet. Er ist im Moment hier in den Ferien.
Vom
Mittwoch auf den Donnerstag in der Nacht konnte ich nicht schlafen, weil ich
einen immensen Druck im Bauch gehabt habe. Noch in der Nacht musste ich auf die
Toilette und der Druck war weg, dafür hatte ich auf der rechten Bauchseite
Schmerzen. In meinem Diagnosebuch habe ich nachgeschlagen und alle Merkmale
deuteten auf Blinddarmentzündung. Ich kramte meine Antibiotika heraus und nahm
eine. Um acht Uhr fuhr ich an Land und besuchte einen Arzt im Krankenhaus. Auch
er tippte auf das gleiche und sagte mir, dass ich mit Antibiotika die Entzündung
eventuell wegbringen könne.
Mit
dem Beiboot wollte ich zurückfahren aber nach kurzer Zeit ging der Motor aus
– Benzin war genug drin. Immer wieder probierte ich den Aussenborder zu
starten jedoch er wollte und wollte nicht. Also nam ich das Paddel und probierte
zum Schiff zurück zu paddeln, nur bei dem starken Wind mit relativ hohen Wellen
kam ich nicht voran. Dann probierte ich es mit Schwimmen und das Beiboot
nachzuschleppen. Auch auf diese Weise kam ich meinem Boot nicht näher und trieb
immer weiter auf den Riffgürtel zu und das Schiff war schon weit weg.
Mit
ach und krach kam ich wieder ins Beiboot und habe mir dabei auf der scharfen
Kante der Holzrückwand eine rippe gequetscht. Die Schmerzen spürte ich noch
nicht, musste ich doch zuerst zurück zum Schiff. Als ich wieder im Beiboot war
paddelte ich wie verrückt, kam aber trotzdem immer weier weg. Nun probierte ich
noch einmal den Aussenborder zu starten und er lief. Jedoch konnte ich die
Luftzufuhr zum Vergaser nur halb öffnen, sonst starb er wieder ab. Langsam kam
ich demBoot näher und habe es schlussendlich erreicht.

Darauf
habe ich beschlossen, nach Neiafu zurückzusegeln, da ich ja auf Ha’apai kein
Geld beziehen konnte, wenn ich eventuell ins Spital muss. Nach einer Ruhepause
und einer Mahlzeit begann ich, das Schiff zum Ablegen vorzubereiten. Das Beiboot
habe ich aufs vordeck genommen, den aussenborder wieder an die Achterreling
geschraubt, das Beiboot geputzt und auf dem Vordeck festgelascht. Nun war ich
bereit und habe mich noch ein bisschen ausgeruht. So gegen drei Uhr hiess es
dann Anker auf und los.
Die Rückfahrt
war nicht besonders Gemütlich, stand doch ein starker Wind und eine sehr hohe
Welle. Zudem hat es gerade beim Einlaufen so stark geregnet, dass ich nichts
mehr sah. Heute Morgen, Freitag den 1. September, habe ich keine Schmerzen mehr
gehabt, muss aber die Pillen weiterhin für fünf Tage nehmen. In drei Tagen
gehe ich trotzdem zum Arzt um eine Nachkontrolle machen zu lassen.
Am
Samstag Morgen habe ich den Aussenborder ins Cockpit geholt und habe den
Benzintank und den Vergaser komplett entleert, weil es nur daran liegen konnte.
Nach dem Abfüllen des Brennstoffes zurück in den Tank habe ich am Boden des
Gefässes Gesehen, warum der Motor nicht mehr laufen wollte – es war Wasser
drin und war schon ein bisschen emulgiert. Zur gleichen Zeit habe ich das ganze
benzin, auch das im Kanister, gefiltert und festgestellt, dass voel
Schmitzpartikel drin waren. In Zukunft werde ich immer einen Filter gebrauchen.
Erst
in der Nacht auf dem Törn von Pangai nach Neiafu habe ich an der gequetschten
Rippe Schmerzen bekommen. Ganz schlimm waren sie dann am Samstag und am Sonntag,
wo ich in der Nacht kaum schlafen konnte, da ich nicht wusste, wie ich liegen
sollte. Auch Schmerztabletten haben kaum bis nichts genutzt. Jetzt am Dienstag,
scheinen die Schmerzen nachzulassen. Sicher werde ich diese Quetschung noch
einige Zeit spüren. Es ist erstaunlich, wie eine solche Verletzung so starke
Schmerzen verursachen kann.
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