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Die
Insel Niuatoputapu - die nürdlichste Insel im Königreich Tonga
Ich dachte, es sei Freitag, Henry sagte mir aber, dass wir die
Datumsgrenze überschritten hätten und es sei jetzt Samstag Abend. Auch die
Uhren musste ich um eine Stunde zurückstellen. Am Sonntag ist hier absoluter
Ruhetag und ich konnte erst am Montag einklarieren. Um acht Uhr nahm ich den
weiten Weg nach Hihifo – drei ein halb Kilometer – unter die Füsse, um das
Einklarieren zu erledigen. Ich war noch garnicht lange dort, kamen Peter (von
der Kuck si du) und Helmut auch schon daher, sie wurden hergefahren.
Eine schöne junge Dame war für die Visas zuständig. Nach dem Ausfüllen
der entsprechenden Papiere erhielten wir den Stempel. Anschliessend wurden wir
mit dem Auto vom „Ministery of Health“ zum Hafen zurückgebracht und drei Männer
kamen an Bord – der Zöllner, der Gesundheitsmensch und der Quarantänemensch.
Wir verfrachteten sie mit unseren Beibooten von Schiff zu Schiff und wieder an
Land. Alles ist damit erledigt und wir können uns auf der Insel frei bewegen.
Am Nachmittag machte ich eine kleine Besichtigungstour im Dorf beim
Hafen, er heisst Falehau. Er besteht aus einigen schönen Häusern und andere
sind nichts als Hütten. Man sieht, dass die Menschen hier sehr arm sind. Mit
den Blättern einer Pflanze, ich glaube der Familie der Pandanus, flechten sie
Matten oder verkaufen die präparierten Blätter. Das Verfahren bis die Blätter
verwendbar sind, haben einen weiten Weg hinter sich, sie werden gekocht, Gewässert,
geschabt, wieder gewässert und schlussendlich getrocknet.
Am Dienstag bin ich so gegen vier Uhr an Land gegangen und bin auf einem
Weg in das Umland gewandert. Eine schöne Strecke vom Ort weg, traf ich einen
Mann, der seine Pflanzungen von Taro, Manioka, Yams und Bananen bearbeitet hat.
Er zeigte mir die verschiedenen Sorten und gab mir einen Bund Kochbananen mit.
Beim Hafen erstend ich noch zwei Yamswurzeln und bekam eine Brotfrucht
geschenkt. Am Abend habe ich mir gleich eine Yams gekocht. Dabei habe ich ein Stück
der Pelle auf den Bauch gekrigt und es fing höllisch an zu brennen. Mit Seife
und Wasser wusch ich den Saft ab und es war wieder vorbei.
Am Morgen des 27., es war Dienstag, lief das Versorgungsschiff in das
Atoll ein und legte sich mit dem Bug an die Mole. Am Bug hat es eine Klappe, die
es herunter lassen kann. Es ist aber eher ein Wrack als ein richtiges Schiff,
hat es doch auf die Steuerbordseite eine starke Schlagseite. Die Bevölkerung
der ganzen Insel lief zusammen und ich glaube, dass auch die Schulen geschlossen
blieben, soviele Kinder waren auf dem Quai. Alles, was die Einheimischen
brauchen, wird mit diesem Schiff gebracht. Es fungiert auch als Fähre. Im
Gegenzug werden Produkte der Landwirtschaft auf die Hauptinseln verschickt –
Yams, Taro, Naturfasern und sogar Schweine.
Am Tag vorher habe ich vier Kinder an Bord genommen und habe ihnen
Bleistifte verteilt und ihnen aus einer Büchse Ananasstückchen serviert.
Vorher war ich im Hauptdorf Hihifu, um meine Gebühren zu bezahlen, sie beliefen
sich auf 59 Pa’anga, das entspricht etwa 25 Euro. Auf dem Rückweg nahm mich
der Priester der Kirche von Felahau in seinem Auto mit zurück ins Dorf am
Hafen.
Nachdem ich am Freitag im kleinen Laden von Falehau
Zucker und Eier eigekauft habe, wollte ich zurück aufs Schiff. Beim
Gemeindehaus der Methodisten waren etwa zehn Männer beim Kavatrinken und haben
mich dazu eingeladen. Es schmeckt wie Abwaschwasser und hat eine leichte Wirkung
auf die Zunge. Sie fühlt sich an, wie beim Zahnarzt, wenn er einem Spritzen
gemacht hat. Die narkotische Wirkung ist also sehr gering – man müsste
unheimliche Mengen zu sich nehmen, um im ganzen Körper etwas zu spüren. Die
Gespräche mit einem der Anwesenden waren aber recht informativ über das Lenben
auf der Insel.
Die Kavapflanze stammt von der nördlichsten Tonga- Insel Tafahi, vier
Meilen nördlich von Niuatoputapu. Es wird hier mit einer Maschine, bestehend
aus einem Automotor und einem Stampfwerk zu Pulver zerstossen und grösstenteils
auf die anderen Tonga-Inseln exportiert. Auch dies bringt den Hiesigen
irgendwelchen Verdienst, mit dem sie dann die Gemüse von Vava’u importieren können.
Vor vier Tagen habe ich Helmut und Cornelius von der Panta Rhei sowie
Peter von der Kuck si du zu mir eingeladen. Peter brachte einen Liter Rotwein in
einer Tetrapack mit. Ich habe Spaghetti gekocht mit einer Sauce aus Tomaten und
Tunfisch, natürlich aus der Dose. Es wurde ein gemütlicher Abend mit vielen
Anektoten aus dem Segleleben. So gegen neun Uhr sind meine Gäste wieder zurück
auf ihre Schiffe. Tags darauf kochte ich für mich Linsen, da kam Peter daher
und ich lud ihn gleich zum Mitessen ein. Es gab einen Linseneintopf mit meinen
letzten Gemüse, Karotten und Christofine.
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