Von Apia, West-Samoa nach Niuatoputapu, Tonga
Der Zoll von Apia kam an Bord und hat die amtlichen Handlungen zügig erledigt,
die Imigration hingegen kamen und kamen nicht. Nach einer Nacht an der Mole hat
mich der Hafenmeister in die Stadt zum Imigration-Office geschickt und ich
konnte entlich weg von der Mole. In Apia muss man in der Bucht ankern und mit
dem Beiboot an Land gehen. Es ist aber in der Hafenbucht recht angenehm, keine Mücken
plagen einem und der Wind in der Bucht ist moderat. Auch der Verkehrslärm ist
bescheiden.
Gleich beim
Hafen gibt es einen kleinen Supermarkt, der aber recht teuer ist. In der Stadt
sind die Supermärkte günstiger und es gibt einen Markt, wo man Früchte und
Gemüse kaufen kann. Die Auswahl ist nicht gross, ausser Kohl, Pak Choi, Gurken,
kleinen Tomaten und Auberginen ist nicht vielmehr erhältlich. Als Knollen gibt
es nur Taro. Früchte sind jetzt nur wenig zu haben, ist doch hier Winter.
Ausser Bananen, auch Kochbananen, Papayas und Limetten plus Corossol
(Stachelannone) gibt es hier nichts. Wenn es Ananas gibt, sind sie sehr teuer.
Auberginen werden in riesigen Mengen verkauft wie auch die Taros, für mich ist
dies immer zuviel. Was soll ich mit fünf Kilo Auberginen und fünf Kilo
Tarowurzeln?
Am Mittwoch, den 12. Juli besuchten Bärbel und ich im Hotel Aggie Grey’s die
Samoa Tanzshow. Frauen und Männer in tradizioneller Tracht führten
verschiedene Tänze auf, daruntewar auch der berühmte Sitztanz, üblich nur auf
Samoa. Der Eintritt dazu kostete zwanzig Tala – 6.66 Euro. Man hätte
anschliessend auch an einem Buffet telnehmen können, jedoch ist das was dort zu
geniessen ist, immer zuviel. Der Preis von 65 Tala – 19.70 Euro - dafür wäre
nicht sehr hoch gewesen, wenn man die Show einrechnet. Wir mussten schon um halb
sechs dort sein, wollte man einen Platz in der vordersten Reihe. Begonnen hat
die Show um sieben Uhr mit vollem Haus.
Am Freitag
ist Bärbel von Bord gegangen, haben wir doch schon seit Rarotonga unter
einander Probleme gehabt. Als erstes war sie immer Seekrank und wollte die
Medikamente nicht nehmen und sie war sehr neugierig. Selbst meine Mails hat sie
mitgelesen und ich habe es erst später realisiert, als sie mich darauf
angesprochen hat. Obwohl sie sagte, dass sie seit zwanzig Jahren segelt, waren
ihre Kenntnisse minimal. Wie eine Anfängerin starrte sie auf den Kompass und
brachte es nicht fertig, das Schiff ohne viel Ruderbewegung auf Kurs zu halten.
Vorallem störten mich die ständigen persönlichen Fragen, die ich nicht
beantworten wollte. Ich bin froh, dass sie von Bord ist – lieber allein als
schlecht begleitet!

In Apia habe
ich das kleine Nationalmuseum besucht, das einige Fundstücke aus den Anfängen
der Besiedelung beherbergt. Das Herstellen von Tapa ist gut bebildert und
beschrieben. Auch das ehemalige Wohnhaus von Robert Louis Stevenson, der Autor
der „Schatzinsel“, habe ich besucht. Heute ist es ein Museum, das viele
Fotos von ihm und seiner Familie zeigt. Mit 44 ist er leider an Tuberkulose
gestorben. Sein Grab auf einem Hügel konnte ich nicht besuchen, da es tags
zuvor geregnet hat und der Weg da hinauf war recht schlüpfrig und ich hatte
keine guten Schuhe angezogen.

Am 19. Juli
habe ich ausklariert und bin auf den Markt gegangen, um Gemüse und Früchte zu
kaufen. Im Supermarkt erstand ich noch einige Konseven, die es scheinbar auf
Tonga nicht geben soll. Für meine Wunde am Bein, verursacht durch die
Ankerkette, habe ich in der Apotheke noch Salbe geholt. Auch eine Packung
Antibiotika, was man hier in den Tropen immer wieder braucht, habe ich mir auch
besorgt. Mit Kanistern wurde in den letzten Tagen mein Tank noch mit Wasser
versorgt und bin jetzt soweit, dass ich nach Tonga auslaufen kann.
Am Morgen des 20. Juli war es soweit, um acht Uhr wurde der Anker gelichtet und
mit wenig Wind ging es der Insel Upolu entlang gegen Westen. Am Westende musste
ich sogar eine Stunde den Motor gebrauchen, da ich nicht mehr voran kam. Bald
setzte sich aber ein leichter Wind aus Südost durch und ich konnte den Motor
ausmachen. Die Panta Rhei mit Helmut und Cornelius, die erst am Mittag
ausgelaufen sind, holten mich mit Motorhilfe ein. Der Wind nahm stetig zu und
ich musste die Fock zum Klüver setzen, damit die Aries besser steuern konnte.
Der Wind
wurde stärker und bald war die Panta Rhei weit hinter mir. Am Morgen sah ich
gerade noch ihre Mastspitze am Horizont. So gegen vier Uhr nahm der Wind wieder
ab und die letzten zwei Stunden bis zum Ankerplatz hinter dem Riffgürtel von
Niuatoputapu fuhr ich mit dem Motor. Ein Trimaran, die Rayon Verte aus
Marseille, lag hier vor Anker. Henry, der Skipper, sagte mir, wie tief es hier
sei und ich liess den Anker auf zwölf Meter fallen. Der Grund ist feiner
weisser Korallensand, der durch den Seegang ins Atoll hinein getragen wird.
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