Meine Weltumsegelung

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Copyright© André Blanc, Januar 2008



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  Von Apia, West-Samoa nach Niuatoputapu, Tonga 

            Der Zoll von Apia kam an Bord und hat die amtlichen Handlungen zügig erledigt, die Imigration hingegen kamen und kamen nicht. Nach einer Nacht an der Mole hat mich der Hafenmeister in die Stadt zum Imigration-Office geschickt und ich konnte entlich weg von der Mole. In Apia muss man in der Bucht ankern und mit dem Beiboot an Land gehen. Es ist aber in der Hafenbucht recht angenehm, keine Mücken plagen einem und der Wind in der Bucht ist moderat. Auch der Verkehrslärm ist bescheiden.
            Gleich beim Hafen gibt es einen kleinen Supermarkt, der aber recht teuer ist. In der Stadt sind die Supermärkte günstiger und es gibt einen Markt, wo man Früchte und Gemüse kaufen kann. Die Auswahl ist nicht gross, ausser Kohl, Pak Choi, Gurken, kleinen Tomaten und Auberginen ist nicht vielmehr erhältlich. Als Knollen gibt es nur Taro. Früchte sind jetzt nur wenig zu haben, ist doch hier Winter. Ausser Bananen, auch Kochbananen, Papayas und Limetten plus Corossol (Stachelannone) gibt es hier nichts. Wenn es Ananas gibt, sind sie sehr teuer. Auberginen werden in riesigen Mengen verkauft wie auch die Taros, für mich ist dies immer zuviel. Was soll ich mit fünf Kilo Auberginen und fünf Kilo Tarowurzeln?
            Am Mittwoch, den 12. Juli besuchten Bärbel und ich im Hotel Aggie Grey’s die Samoa Tanzshow. Frauen und Männer in tradizioneller Tracht führten verschiedene Tänze auf, daruntewar auch der berühmte Sitztanz, üblich nur auf Samoa. Der Eintritt dazu kostete zwanzig Tala – 6.66 Euro. Man hätte anschliessend auch an einem Buffet telnehmen können, jedoch ist das was dort zu geniessen ist, immer zuviel. Der Preis von 65 Tala – 19.70 Euro - dafür wäre nicht sehr hoch gewesen, wenn man die Show einrechnet. Wir mussten schon um halb sechs dort sein, wollte man einen Platz in der vordersten Reihe. Begonnen hat die Show um sieben Uhr mit vollem Haus.
            Am Freitag ist Bärbel von Bord gegangen, haben wir doch schon seit Rarotonga unter einander Probleme gehabt. Als erstes war sie immer Seekrank und wollte die Medikamente nicht nehmen und sie war sehr neugierig. Selbst meine Mails hat sie mitgelesen und ich habe es erst später realisiert, als sie mich darauf angesprochen hat. Obwohl sie sagte, dass sie seit zwanzig Jahren segelt, waren ihre Kenntnisse minimal. Wie eine Anfängerin starrte sie auf den Kompass und brachte es nicht fertig, das Schiff ohne viel Ruderbewegung auf Kurs zu halten. Vorallem störten mich die ständigen persönlichen Fragen, die ich nicht beantworten wollte. Ich bin froh, dass sie von Bord ist – lieber allein als schlecht begleitet!


            In Apia habe ich das kleine Nationalmuseum besucht, das einige Fundstücke aus den Anfängen der Besiedelung beherbergt. Das Herstellen von Tapa ist gut bebildert und beschrieben. Auch das ehemalige Wohnhaus von Robert Louis Stevenson, der Autor der „Schatzinsel“, habe ich besucht. Heute ist es ein Museum, das viele Fotos von ihm und seiner Familie zeigt. Mit 44 ist er leider an Tuberkulose gestorben. Sein Grab auf einem Hügel konnte ich nicht besuchen, da es tags zuvor geregnet hat und der Weg da hinauf war recht schlüpfrig und ich hatte keine guten Schuhe angezogen.

 

 

 


            Am 19. Juli habe ich ausklariert und bin auf den Markt gegangen, um Gemüse und Früchte zu kaufen. Im Supermarkt erstand ich noch einige Konseven, die es scheinbar auf Tonga nicht geben soll. Für meine Wunde am Bein, verursacht durch die Ankerkette, habe ich in der Apotheke noch Salbe geholt. Auch eine Packung Antibiotika, was man hier in den Tropen immer wieder braucht, habe ich mir auch besorgt. Mit Kanistern wurde in den letzten Tagen mein Tank noch mit Wasser versorgt und bin jetzt soweit, dass ich nach Tonga auslaufen kann.
           

 



Am Morgen des 20. Juli war es soweit, um acht Uhr wurde der Anker gelichtet und mit wenig Wind ging es der Insel Upolu entlang gegen Westen. Am Westende musste ich sogar eine Stunde den Motor gebrauchen, da ich nicht mehr voran kam. Bald setzte sich aber ein leichter Wind aus Südost durch und ich konnte den Motor ausmachen. Die Panta Rhei mit Helmut und Cornelius, die erst am Mittag ausgelaufen sind, holten mich mit Motorhilfe ein. Der Wind nahm stetig zu und ich musste die Fock zum Klüver setzen, damit die Aries besser steuern konnte.
            Der Wind wurde stärker und bald war die Panta Rhei weit hinter mir. Am Morgen sah ich gerade noch ihre Mastspitze am Horizont. So gegen vier Uhr nahm der Wind wieder ab und die letzten zwei Stunden bis zum Ankerplatz hinter dem Riffgürtel von Niuatoputapu fuhr ich mit dem Motor. Ein Trimaran, die Rayon Verte aus Marseille, lag hier vor Anker. Henry, der Skipper, sagte mir, wie tief es hier sei und ich liess den Anker auf zwölf Meter fallen. Der Grund ist feiner weisser Korallensand, der durch den Seegang ins Atoll hinein getragen wird.

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