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Von
Rarotonga über Pamerston nach Apia auf Westsamoa

Der einzige Hafen von Rarotonga, die Hauptstadt der Cook Islands, ist
nicht sicher. Ist mal Nordwind, steht die ganze Dünung im Hafen. An der Mole
musste ich mit einem Abstand von drei Metern liegen, damit das Heck nicht an die
Mole schlug. Aussteigen konnte man nur mit dem Beiboot und dies war auch nicht
ohne! Zwischen den beiden Ortschaften Avatiu und Avarua befindet sich ein Markt,
der aber nicht besonders viel zu bieten hat. Gemüse und Früchte sind rar,
nicht nur auf dem Markt, sondern auch im Supermarkt.
Die Insel ist voller Hotels und Pensionen, die vorallem durch Neuseeländer
besucht werden. Die Insel hat nicht viel zu bieten, ausser man geht zum Wandern
in die Berge, was ich leider nicht gemacht habe. Mit dem Bus sind wir rund um
die Insel gefahren, haben aber nichts besonderes entdeckt. Dort wo Sandstrand
ist, kann kaum geschwommen werden, da es dort zu flach ist. Rund um die Insel
ist ein Korallengürtel mit rollender See auf der Aussenseite und innen ist es
sehr flach.
Die Cook Inseln sind ein neuseeländisches Protektorat und alles wird von
dort geliefert, natürlich auch bevormundet. Nach vier Tagen habe ich die
horrenden Hafengebühren bezahlt – 25 NZ$ pro Tag – für einen so schlechten
Hafen. Dazu kamen noch zehn Dollar für die Quarantäne, zwanzig Dollar für die
Gesundheitsbehörde sowie weitere dreissig Dollar pro Person als Steuer beim
Ausklarieren. Ein richtiger Nepp!

Wir segelten dann in Richtung Nordwest auf die Insel Palmerston zu. Der
erhaltene Wetterbericht hat leichte Winde prognostiziert, gekommen ist es aber
ganz anders. Es hat viel geregnet und der Wind war zum Teil stark mit Böen bis
zu sieben Bf. Auch kam er aus der falschen Richtung und wir mussten kreuzen.
Mich nimmt nur wunder, wo der Passatwind bleibt und wo die Sonne geblieben ist,
die man auf allen Südseebildern sieht.
Nun, nach drei Tagen und einer Nacht erreichten wir die Insel Palmerston
– 350 sm von Rarotonga weg. Beim Versuch, die Mooring zu erwischen, kam der
Tampen in die Schraube. Jetzt hiess es den Rest der Nacht vor dem Inselpass hin
und her zu kreuzen, da wir nicht wusste, wo wir ankern können. Am Morgen kam
dann ein Einheimischer heraus und zog uns mit seinem Aluminiumboot an die
Mooring, da in der Zwischenzeit der Wind total zusammengebrochen war.
Bob, der Einheimische, der uns an der Mooring fest gemacht hat, ist der
Vorsteher einer der drei Familien, die hier leben. Die Einwohnerzahl auf der
Insel bewegt sich so um die fünfzig – bestehend aus 24 Kindern. Sie haben
eine Schule, Bob ist Hilfslehrer, seine Frau betreut den Kindergarten. Die
Einwohner sind sehr religiös, die Kirche gehört zu den Cook-Island-Christen,
die Pristerin ist sibzig Jahre alt.
Da wir den Durchgang eines Tiefs hatten, mussten wir drei mal den
Ankerplatz wechseln weil der Wind immer gedreht hat. Erst nach vier Tagen
konnten wir wieder an die Mooring zurück und die Insel besuchen. Bei Bob und
seiner Familie wurden wir zum Essen eingeladen. Es gab fritierten Red Snapper,
Lammfleisch mit grünen Bohnen und Reis. Tupou, die Frau von Bob, hat auch eine
art Blinis aus Mehl, Wasser und Zucker gemacht, die auch sehr gut geschmeckt
haben.
Am nächsten Tag sind wir so gegen zehn Uhr an Land gegangen und haben
die Schule besucht, wo Tupou und Bob unterrichtet haben. Ein junger Lehrer aus
Neuseeland ist noch bis zum November hier und unterichtet die grösseren Kunder.
Am Nachmittag haben wir uns am Unterricht beteiligt, es ging darum, Lebensmittel
aus Zeitschriften auszuschneiden und sie zu benennen. Auf Karton aufgeklebt, mit
Namen versehen, wurden sie dann allen Schülern im Alter von sieben bis zehn
gezeigt und sie mussten sie als gut oder schlecht taxieren, ohne dass sie die
Namen des Schülers wussten.
Um drei Uhr ist die Schule aus, es wird aufgeräumt, geputzt und dann können
die Kinder nach Hause. Wir gingen auch wieder zu Tupou und Bob und es wurde uns
wieder ein opulentes Mahl aufgestellt – Fisch, Rindfleisch und Reis, diesmal
ohne Gemüse. Unreglemässig kommt ein Versorgungsschiff und bringt ihnen alles,
was sie bei Freunden in Rarotonga bestellen, fehlt mal etwas, müssen sie oft
mehrere Monate damit leben.
Am 5. Juli, es war Mittwoch, legten wir um acht Uhr morgens ab um nach
Westsamoa zu segeln. An den ersten zwei Tagen lag unsere Geschwindigkeit bei
fast fünf Knoten. Der dritte Tag war sehr schlecht, legten wir doch nur 87
Meilen zurück, dies sind im Durchschnitt nur 3,6 Knoten. Nun drehteder Wind auf
Südost und die Etmale schnellten auf 154 und 144 Meilen hinauf – über sechs
Knoten.
Am Morgen des vierten Tages sah ich drei Langschwanz-Tropikvögel um
unser Schiff fliegen. Sie blieben aber nicht lange und sind wieder zurückgeflogen
in ihr angestammtes Revier, den amerikanischen Samoainseln. Am Nachmittag konnte
ich dann die Insel Tutila ausmachen, es ist die Insel, wo Pago Pago liegt. Am fünften
Tag legten wir um zwölf Uhr am Quai von Apia auf der Insel Upolu an. Nach dem
Besuch beim Hafenmeister begann dann das Einklarieren.
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