Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Von Papeete in Tahiti über Moorea nach Huahine 

            Die Stadt Papeete ist nicht besonders schön. Jedoch befindet sich hier ein sehr guter Markt in einer grossen Markhalle, wo man ausser Fisch, Gemüse und Früchte auch fertiggerichte und an Ort und Stelle hergestellte Souveniers kaufen kann. Die Auswahl geht von Pareos über Hüte, Taschen und Körbe aus Naturfasen, sowie Schmuck aus den verschiedensten Muschelschalen. Am Eingang werden wunderbare Blumengestecke mit vielen Orchideen und allen hier vorkommenden Blumen angeboten.
            Am 8. Mai kam dann zuerst Rolf an Bord und später Bärbel. Rolf blieb nur gerade vier Tage und ist wieder von Bord gegangen, hat er sich doch das ganze anders vorgestellt. Als Problem erwies sich für mich die Kaution, die Angehörige eines nicht EU-Landes hinterlegen müssen. Da ich kein Bargeld bei mir hatte, versuchte ich, dies per Internet-Banking zu überweisen. Leider sind sie hier noch nicht soweit und konnten mir keine Kontonummer angeben. Somit konnte der Betrag nicht überwiesen werden.
            Ich habe dann Bärbel gefragt, ob sie mit ihrer Kreditkarte für mich bürgen könne und ich würde ihr den Betrag auf ihr Konto überweisen. Auch so war es noch komplizirt genug! Zuerst musste sie Bargeld abheben, dann mussten wir ein Kautionskonto eröffnen und den Betrag von etwa 2100 US$ auf das Kontoe inzahlen. Alles funktioniert recht kompliziert. Schlussendlich konnte ich zur Emigration gehen und Ein- und Ausklarieren.
            Am Freitag haben wir, Bärbel und ich, die Insel Tahiti verlassen und sind nach Moorea gesegelt. Darüber ist nichts besonderes zu sagen, da der Wind relativ schwach war. Wir liefen die Cook Bay an und gingen dort vor Anker. Die Cook Bay hat ein spektakuläres Umfeld mit vielen hohen vulkanischen Felsen richtig rund um die Bucht in bizarren Formen.
            Am Tag darauf sind wir an Land gegangen und wollten die Marae besuchen. Dorthin fährt leider kein Bus und es ist ein und eine halbe Stunde zu fuss und fast alles bergan. Leider liegt ein schönerTeil dieser Strecke voll in der Sonne. Bärbel hatte auf der Passhöhe ihre Limitte erreicht und ist zurückgegangen. Ich bin weitergelaufen und nach etwa 500 Metern traf ich auf einen Pickup mit vier Personen und die haben mich bis zum Eingang der Marae mitgenommen.
            Marae sind ehemalige Heiligtümer der Polynesier und man soll sie nur mit nakten Füssen betreten, als Respekt vor ihrer Zivilisation, die leider durch die Missionare zerstört wurde. Dort wo die Marae sind, war einstmals ein grosser Ort mit vielen Einwohnern, die sich mit Landwirtschaft beschäftigt haben. Ein Teil wird heute wieder genutzt und ein anderer Teil ist vom Urwald überwuchert worden. Um und auf den Tempelanlagen wachsen jetzt riesige Bäume. Hier wurden vegetariche und tierische Opfer dargebracht und in extremen Zeiten sind auch Menschen, vorallem Feinde geopfert worden. Ob sie aufgegessen wurden, bleibt dahingestellt.
            Den Tag darauf blieben wir in der Cook Bay und machten uns einen gemütlichen Tag. Im Laden bekamen wir leider kein Brot mehr und am Tag darauf machte ich Crepes zum Frühstück. Wir bekamen aber Lattich, ein Blattgemüse, das dem Kopfsalat verwandt ist. In der Fischereigenossenschaft kauften wir ein Stück weissen Tunfisch, das für uns gleich drei Mahlzeiten ergab. Einen Teil schnitt ich in Schnitzel, den Rest in Würfel, die ich dann angebraten habe und in Konservengläsern abfüllte. Diese Würfel, mit heissem Sud übergossen bestehend aus halb Essig und halb Wasser, halten sich etwa fünf Tage.
            Am Montag haben wir die Bucht verlassen und sind auf die Westseite der Insel gesegelt und in die Bucht von Haapiti hinein. Von hier aus wollten wir das Tikitheater und die Pareofactory besuchen. Jedoch mussten wir der Riffe wegen weit vom Land weg ankern und der Schwell drang über das Korallenriff. Ich habe mich nicht getraut, das Schiff zu verlassen. So sind wir am Tag darauf halt wieder zurück gefahren. Nach dem Besuch der Opunohu-Bucht, wo ich mich nicht sicher gefühlt habe, sind wir wieder in die Cook Bay zurück gegangen. Beim Einnachten liessen wir den Anker auf etwa zwanzig Metern fallen und haben uns am Tag darauf auf einen weniger tiefen Platz näher unter Land verlegt.
            Ich habe vergessen zu erwähnen, dass wir am Samstag Abend in der Turnhalle am Kopfende der Cook Bay – in Pao Pao – ein Theaterstück besucht haben. Es war eine Komödie, bei der es darum ging, dass der Sohn seinen Vater gesucht hat, der aber nicht erkannt werden wollte. Sicher an die dreihundert Personen inklusive der Kinder besuchten die Aufführung. Der Eintritt war nicht gerade billig, hat er doch 2000 CPF gekostet. Inbegriffen im Eintritt war ein Eis und ein Getränk.
            Am Dienstag darauf besuchten wir die Tanzvorstellung im Club Bali Hai, ein Hotel an Strand. Eine Band mit einheimischen Instrumenten – verschiedene Trommeln, Ukulele und eine Gitarre – untermalten die Tänze mit Musik und Gesang. Fünf junge Damen und vier Jünglinge führten verschiedene Tänze auf. Leider haben wir nicht begriffen, um was es bei den Tänzen geht, sie wurden uns auch nicht erklärt. Sicher haben diese einen Hintergrund wie Fruchtbarkeitsriten, Heiratszeremonien oder Kriegstänze. Am Schluss holten sich die Tänzer Partner aus dem Publikum.
            Am Donnerstag haben wir ein Auto gemietet und sind zuerst noch einmal zu den Maraes und dann zum Bellvedere gefahren. Anschliessend besuchten wir die Landwirtschaftsschule im gleichen Tal und haben einen kleinen Rundgang durch die Kulturen gemacht. Einen kühlen Fruchtsaft, frisch gepresst, haben wir uns auch gegönnt. Es ging nun zurück und rund um die Insel. Dort, wo die Fähre von Papeete anlegt, ist ein Supermarkt. Wir haben uns einiges gekauft, wie Mineralwasser und Lammkoteletts. Der Rest der Inslumrundung brachte keine grossen Sensazionen, ausser der katholischen Kirche in Haapiti.
            Der Freitag war durch den Regen gekennzeichnet, der praktisch den ganzen Tag nur periodisch aufgehört hat. Eigentlich wollten wir nach Huahine segeln und haben dieses Unterfangen auf den nächsten Tag verschoben. Am Morgen wurde zuerst Brot geholt und dann per Kanister Diesel aufgefüllt. Mit vierzig Liter war der Sollbestand wieder erreicht.

           
So gegen zwei Uhr verliessen wir die Cook Bay und segelten in Richtung Huahines. Wir machten aber wenig Fahrt und bald schlief der Wind völlig ein. Die Vorsegel wurden geborgen und wir sind mit dem Motor gefahren. Gegen fünf Uhr kam Wind auf, Segel hoch und Motor aus! Die ganze Nacht hindurch hielt der Wind durch mit etwa drei Bf. Am Morgen drehte der Wind über Süd nach Ost und nach der Durchfahrt ins Atoll gingen wir so gegen zehn Uhr bem Dorf Fare vor Anker.

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