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Von
Papeete in Tahiti über Moorea nach Huahine
Die Stadt Papeete ist nicht besonders schön. Jedoch befindet sich hier
ein sehr guter Markt in einer grossen Markhalle, wo man ausser Fisch, Gemüse
und Früchte auch fertiggerichte und an Ort und Stelle hergestellte Souveniers
kaufen kann. Die Auswahl geht von Pareos über Hüte, Taschen und Körbe aus
Naturfasen, sowie Schmuck aus den verschiedensten Muschelschalen. Am Eingang
werden wunderbare Blumengestecke mit vielen Orchideen und allen hier
vorkommenden Blumen angeboten.
Am 8. Mai kam dann zuerst Rolf an Bord und später Bärbel. Rolf blieb
nur gerade vier Tage und ist wieder von Bord gegangen, hat er sich doch das
ganze anders vorgestellt. Als Problem erwies sich für mich die Kaution, die
Angehörige eines nicht EU-Landes hinterlegen müssen. Da ich kein Bargeld bei
mir hatte, versuchte ich, dies per Internet-Banking zu überweisen. Leider sind
sie hier noch nicht soweit und konnten mir keine Kontonummer angeben. Somit
konnte der Betrag nicht überwiesen werden.
Ich habe dann Bärbel gefragt, ob sie mit ihrer Kreditkarte für mich bürgen
könne und ich würde ihr den Betrag auf ihr Konto überweisen. Auch so war es
noch komplizirt genug! Zuerst musste sie Bargeld abheben, dann mussten wir ein
Kautionskonto eröffnen und den Betrag von etwa 2100 US$ auf das Kontoe
inzahlen. Alles funktioniert recht kompliziert. Schlussendlich konnte ich zur
Emigration gehen und Ein- und Ausklarieren.
Am Freitag haben wir, Bärbel und ich, die Insel Tahiti verlassen und
sind nach Moorea gesegelt. Darüber ist nichts besonderes zu sagen, da der Wind
relativ schwach war. Wir liefen die Cook Bay an und gingen dort vor Anker. Die
Cook Bay hat ein spektakuläres Umfeld mit vielen hohen vulkanischen Felsen
richtig rund um die Bucht in bizarren Formen.
Am Tag darauf sind wir an Land gegangen und wollten die Marae besuchen.
Dorthin fährt leider kein Bus und es ist ein und eine halbe Stunde zu fuss und
fast alles bergan. Leider liegt ein schönerTeil dieser Strecke voll in der
Sonne. Bärbel hatte auf der Passhöhe ihre Limitte erreicht und ist zurückgegangen.
Ich bin weitergelaufen und nach etwa 500 Metern traf ich auf einen Pickup mit
vier Personen und die haben mich bis zum Eingang der Marae mitgenommen.
Marae sind ehemalige Heiligtümer der Polynesier und man soll sie nur mit
nakten Füssen betreten, als Respekt vor ihrer Zivilisation, die leider durch
die Missionare zerstört wurde. Dort wo die Marae sind, war einstmals ein
grosser Ort mit vielen Einwohnern, die sich mit Landwirtschaft beschäftigt
haben. Ein Teil wird heute wieder genutzt und ein anderer Teil ist vom Urwald überwuchert
worden. Um und auf den Tempelanlagen wachsen jetzt riesige Bäume. Hier wurden
vegetariche und tierische Opfer dargebracht und in extremen Zeiten sind auch
Menschen, vorallem Feinde geopfert worden. Ob sie aufgegessen wurden, bleibt
dahingestellt.
Den Tag darauf blieben wir in der Cook Bay und machten uns einen gemütlichen
Tag. Im Laden bekamen wir leider kein Brot mehr und am Tag darauf machte ich
Crepes zum Frühstück. Wir bekamen aber Lattich, ein Blattgemüse, das dem
Kopfsalat verwandt ist. In der Fischereigenossenschaft kauften wir ein Stück
weissen Tunfisch, das für uns gleich drei Mahlzeiten ergab. Einen Teil schnitt
ich in Schnitzel, den Rest in Würfel, die ich dann angebraten habe und in
Konservengläsern abfüllte. Diese Würfel, mit heissem Sud übergossen
bestehend aus halb Essig und halb Wasser, halten sich etwa fünf Tage.
Am Montag haben wir die Bucht verlassen und sind auf die Westseite der
Insel gesegelt und in die Bucht von Haapiti hinein. Von hier aus wollten wir das
Tikitheater und die Pareofactory besuchen. Jedoch mussten wir der Riffe wegen
weit vom Land weg ankern und der Schwell drang über das Korallenriff. Ich habe
mich nicht getraut, das Schiff zu verlassen. So sind wir am Tag darauf halt
wieder zurück gefahren. Nach dem Besuch der Opunohu-Bucht, wo ich mich nicht
sicher gefühlt habe, sind wir wieder in die Cook Bay zurück gegangen. Beim
Einnachten liessen wir den Anker auf etwa zwanzig Metern fallen und haben uns am
Tag darauf auf einen weniger tiefen Platz näher unter Land verlegt.
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass wir am Samstag Abend in der
Turnhalle am Kopfende der Cook Bay – in Pao Pao – ein Theaterstück besucht
haben. Es war eine Komödie, bei der es darum ging, dass der Sohn seinen Vater
gesucht hat, der aber nicht erkannt werden wollte. Sicher an die dreihundert
Personen inklusive der Kinder besuchten die Aufführung. Der Eintritt war nicht
gerade billig, hat er doch 2000 CPF gekostet. Inbegriffen im Eintritt war ein
Eis und ein Getränk.
Am Dienstag darauf besuchten wir die Tanzvorstellung im Club Bali Hai,
ein Hotel an Strand. Eine Band mit einheimischen Instrumenten – verschiedene
Trommeln, Ukulele und eine Gitarre – untermalten die Tänze mit Musik und
Gesang. Fünf junge Damen und vier Jünglinge führten verschiedene Tänze auf.
Leider haben wir nicht begriffen, um was es bei den Tänzen geht, sie wurden uns
auch nicht erklärt. Sicher haben diese einen Hintergrund wie
Fruchtbarkeitsriten, Heiratszeremonien oder Kriegstänze. Am Schluss holten sich
die Tänzer Partner aus dem Publikum.
Am Donnerstag haben wir ein Auto gemietet und sind zuerst noch einmal zu
den Maraes und dann zum Bellvedere gefahren. Anschliessend besuchten wir die
Landwirtschaftsschule im gleichen Tal und haben einen kleinen Rundgang durch die
Kulturen gemacht. Einen kühlen Fruchtsaft, frisch gepresst, haben wir uns auch
gegönnt. Es ging nun zurück und rund um die Insel. Dort, wo die Fähre von
Papeete anlegt, ist ein Supermarkt. Wir haben uns einiges gekauft, wie
Mineralwasser und Lammkoteletts. Der Rest der Inslumrundung brachte keine
grossen Sensazionen, ausser der katholischen Kirche in Haapiti.
Der Freitag war durch den Regen gekennzeichnet, der praktisch den ganzen
Tag nur periodisch aufgehört hat. Eigentlich wollten wir nach Huahine segeln
und haben dieses Unterfangen auf den nächsten Tag verschoben. Am Morgen wurde
zuerst Brot geholt und dann per Kanister Diesel aufgefüllt. Mit vierzig Liter
war der Sollbestand wieder erreicht.

So gegen zwei Uhr verliessen wir die Cook Bay und segelten in Richtung
Huahines. Wir machten aber wenig Fahrt und bald schlief der Wind völlig ein.
Die Vorsegel wurden geborgen und wir sind mit dem Motor gefahren. Gegen fünf
Uhr kam Wind auf, Segel hoch und Motor aus! Die ganze Nacht hindurch hielt der
Wind durch mit etwa drei Bf. Am Morgen drehte der Wind über Süd nach Ost und
nach der Durchfahrt ins Atoll gingen wir so gegen zehn Uhr bem Dorf Fare vor
Anker.
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