Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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  Von Tuncurry nach Sydney 

           Entlich am 30. September verlassen wir Tuncurry. Zuerst habe ich geplant, in der Sugarloaf Bay zu ankern. Mit dem starken Nordwind war es aber nicht möglich und wir segelten gleich weiter bis zur Broughton Insel, wo wir in der Esmeralda Cove vor Anker gingen. Für den nächsten Tag war Port Stephens eingeplant. Auch diese Ankermöglichkeit haben wir übersprungen, segelten gleich die Nacht durch und erreichten um vier Uhr morgens den Hafen von Newcastle. Wir gingen in die Marina und legten aussen am äussersten Schwimmsteg an.
            Es war Sonntag und der Montag dazu noch ein Feiertag und das Marinabüro war geschlossen. Vor der Rezeption telefonierte gerade eine Frau und sie teilte dem Hafenmeister mit, dass wir in der Nacht angekommen seien. Eine Stunde später war er da und wies uns einen Platz an. Die übrige Zeit des Sonntags verbrachten wir mit ausruhen und dem Besuch der Touristeninformation, wollten wir doch von hier aus ins Hunter Valley fahren, um einige Weinkellereien zu besuchen.
            Am Dienstag war es dann so weit und wir wurden von einem Bus abgeholt. Nach einer guten Stunde erreichten wir das Weinbaugebiet, wo wir fünf Weingüter besuchten und ihre Weine degustierten. Uns wurden folgende Weine vorgestellt: Semillon Blanc, Chardonnay, Verdelho, Merlot, Cabernet Sauvignon und Shiraz. Einige Weine bestanden auch aus zwei der obigen Sorten, die nach der ersten Gärung gemischt werden. Bei den Weissweinen wurden uns auch Dessertweine vorgestellt, vom Botrytisgeschmack war allerdings nichts zu spüren wie beim Sauterne. Das Erstaunliche ist, dass diese Weine am Platze teurer sind als in Europa.
            Am Mittwoch ging es dann weiter und wir wollten nach Swansea hinein, der Zugang zum Lake Macquarie, aber vor der dritten roten Tonne standen wir auf, obwohl die Tiefenangaben über zwei Meter waren. Ich drehte um, verliess die Flusseinfahrt und segelte gegen Süden. Sarah war damit nicht einverstanden aber ich wollte nichts riskieren. Beim Morgengrauen erreichten wir die Broken Bay. Ein starker Südwind zwang uns dazu, die letzten Meilen hart am Wind zu segeln. Einmal in der Bucht war es ruhig und wir konnten in aller Ruhe die Segel bergen. Am Anfang der America Bay, im Inneren der Broken Bay, nahmen wir eine Mooring auf und gingen vorerst mal schlafen.
            Am Freitag liefen wir so gegen elf Uhr aus und segelten mit Ostwind zur Einfahrt des Port Jackson, die Bucht, wo Sydney drin liegt. Gegen vier Uhr erreichten wir die Store Beach. Sie liegt im Norden der Einfahrt und wir ankerten auf sieben Meter. Es fing an zu regnen und der Luftdruck fiel gegen Morgen gewaltig. Um halb sieben morgens hatten wir noch 990 Hectopascal auf unserem Barometer. Der Wind nahm ständig zu und erreichte bald Sturmstärke. Unser Anker hielt aber gut und wir sind nur wenig gerutscht. Draussen in der offenen Bucht blies es manchmal in den Böen bis zehn Bf.
            Für den Samstag blieb uns nur noch ein kurzes Stück. Am Anfang setzten wir nur den Klüver und es ging mit viel Wind recht flott voran. Die ganze Bucht von Sydney war voller Schiffe, seien es regattierende Yachten, Fährschiffe oder Paddelboote. Weil ein Langkieler nicht schnell reagieren kann, bargen wir den Klüver, um durch die Regattafelder und die vielen Fähren zu fahren. Unser Kurs führte uns am berühmten Opernhaus vorbei, unter der Sydney Harbor Bridge hindurch in die Blackwattle Bay, wo wir vorher noch unter der Glebe Island Bridge hindurch fuhren.
            Hinter drei anderen Yachten gingen wir vor Anker. Nach dreimaligem Manöver sass der Anker entlich. Wir kommen zwar bei Nordwind immer noch ein bisschen zu nah unter Land, der bewilligte Ankergrund ist aber beschränkt. Von hier aus haben wir einerseits einen Blick auf die Brücke, andererseits auf die Hochhäuser des Stadtzentrums, das nicht weit entfernt ist.

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