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Von
Tuncurry nach Sydney
Entlich am 30. September verlassen wir Tuncurry. Zuerst habe ich geplant, in der
Sugarloaf Bay zu ankern. Mit dem starken Nordwind war es aber nicht möglich und
wir segelten gleich weiter bis zur Broughton Insel, wo wir in der Esmeralda Cove
vor Anker gingen. Für den nächsten Tag war Port Stephens eingeplant. Auch
diese Ankermöglichkeit haben wir übersprungen, segelten gleich die Nacht durch
und erreichten um vier Uhr morgens den Hafen von Newcastle. Wir gingen in die
Marina und legten aussen am äussersten Schwimmsteg an.
Es war
Sonntag und der Montag dazu noch ein Feiertag und das Marinabüro war
geschlossen. Vor der Rezeption telefonierte gerade eine Frau und sie teilte dem
Hafenmeister mit, dass wir in der Nacht angekommen seien. Eine Stunde später
war er da und wies uns einen Platz an. Die übrige Zeit des Sonntags verbrachten
wir mit ausruhen und dem Besuch der Touristeninformation, wollten wir doch von
hier aus ins Hunter Valley fahren, um einige Weinkellereien zu besuchen.
Am Dienstag
war es dann so weit und wir wurden von einem
Bus abgeholt. Nach einer guten Stunde erreichten wir das Weinbaugebiet, wo wir fünf
Weingüter besuchten und ihre Weine degustierten. Uns wurden folgende Weine
vorgestellt: Semillon Blanc, Chardonnay, Verdelho, Merlot, Cabernet Sauvignon
und Shiraz. Einige Weine bestanden auch aus zwei der obigen Sorten, die nach der
ersten Gärung gemischt werden. Bei den Weissweinen wurden uns auch Dessertweine
vorgestellt, vom Botrytisgeschmack war allerdings nichts zu spüren wie beim
Sauterne. Das Erstaunliche ist, dass diese Weine am Platze teurer sind als in
Europa.
Am Mittwoch
ging es dann weiter und wir wollten nach Swansea hinein, der Zugang zum Lake
Macquarie, aber vor der dritten roten Tonne standen wir auf, obwohl die
Tiefenangaben über zwei Meter waren. Ich drehte um, verliess die Flusseinfahrt
und segelte gegen Süden. Sarah war damit nicht einverstanden aber ich wollte
nichts riskieren. Beim Morgengrauen erreichten wir die Broken Bay. Ein starker Südwind
zwang uns dazu, die letzten Meilen hart am Wind zu segeln. Einmal in der Bucht
war es ruhig und wir konnten in aller Ruhe die Segel bergen. Am Anfang der
America Bay, im Inneren der Broken Bay, nahmen wir eine Mooring auf und gingen
vorerst mal schlafen.
Am Freitag liefen wir so gegen elf Uhr aus und segelten mit Ostwind zur Einfahrt
des Port Jackson, die Bucht, wo Sydney drin liegt. Gegen vier Uhr erreichten wir
die Store Beach. Sie liegt im Norden der Einfahrt und wir ankerten auf sieben
Meter. Es fing an zu regnen und der Luftdruck fiel gegen Morgen gewaltig. Um
halb sieben morgens hatten wir noch 990 Hectopascal auf unserem Barometer. Der
Wind nahm ständig zu und erreichte bald Sturmstärke. Unser Anker hielt aber
gut und wir sind nur wenig gerutscht. Draussen in der offenen Bucht blies es
manchmal in den Böen bis zehn Bf.
Für den
Samstag blieb uns nur noch ein kurzes Stück. Am Anfang setzten wir nur den Klüver
und es ging mit viel Wind recht flott voran. Die ganze Bucht von Sydney war
voller Schiffe, seien es regattierende Yachten, Fährschiffe oder Paddelboote.
Weil ein Langkieler nicht schnell reagieren kann, bargen wir den Klüver, um
durch die Regattafelder und die vielen Fähren zu fahren. Unser Kurs führte uns
am berühmten Opernhaus vorbei, unter der Sydney Harbor Bridge hindurch in die
Blackwattle Bay, wo wir vorher noch unter der Glebe Island Bridge hindurch
fuhren.
Hinter drei
anderen Yachten gingen wir vor Anker. Nach dreimaligem Manöver sass der Anker
entlich. Wir kommen zwar bei Nordwind immer noch ein bisschen zu nah unter Land,
der bewilligte Ankergrund ist aber beschränkt. Von hier aus haben wir
einerseits einen Blick auf die Brücke, andererseits auf die Hochhäuser des
Stadtzentrums, das nicht weit entfernt ist.
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