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Von
Gladstone nach Mooloolaba
Am
29. Juni kam ein Mechaniker an Bord und hat den Motor ausgebaut. Mit einem
zweiten Mann wurde der Motor mit einem Differential-Flaschenzug angehoben und
ins Cockpit verfrachtet. Das Schiff wurde verholt und mit einem an Land
stehenden Kran wurde er dann herausgehoben auf einen kleinen Lastwagen geladen.
Und ab in die Werkstatt!
Tags darauf ging ich hin und der Motor war zerlegt. Der Chef
erklärte mir, dass die Zylinder und die Kolben ausgewechselt werden müssen,
die Ventile eingeschliffen und der Turbo hätte auch eine undichte Stelle.
Kostenpunkt: Etwa 10'000 australische Dollars. Leider waren nicht alle
Ersatzteile in Australien am Lager und sie mussten in Japan bestellt werden.
Jetzt heisst es warten, warten.
Rolf
und sein Sohn Ralf aus Port Moresby, die auf einer Tour in Australien waren,
haben mich am 2. Juni besucht. Sie sind bis Brisbane geflogen, haben dort ein
Auto gemietet und sind der Küste entlang nach Norden gefahren. Es war schön,
die beiden wieder zu sehen und mit ihnen zu klönen. Sie werden in Cairns das
Auto zurück geben und wieder zurückfliegen. Ich weiss nicht, welche Orte sie
noch besucht haben.
Hier
in Gladstone ist nicht viel los, es ist eine Insustriestadt, mit einem
Aluminiumwerk und es wird im Hafen viel Kohle auf Supperfrachter verladen, die
alle nach China gehen. Die Mienen sind im Innenland und sehr lange Güterzüge
bringen das schwarze Gold in den Hafen, wo es dann mit Transportbändern in die
Frachter verladen wird.
Einige
Bekanntschaften konnte ich hier machen. Klaus aus Berlin ist mit Pumo vom Süden
kommend hier eingelaufen, er ist nach Hause geflogen und Pumo, eine Seglerin aus
Fra nkfurt, wird das Schiff in die Azoren überführen. Ihre Freundin, Christine,
ist eingetroffen und sie segeln nach Norden um durch die Torres-Stasse in den
indischen Ozean zu gelangen. Einmal kamen die beiden Damen zu mir zum Essen und
einmal ging ich zu ihnen.
Jeden
Donnerstag und jeden Samstag Abend kann man hier an einem Segler-Grillabend
teilnehmen, der auf vorhandenen elektrischen Grillplatten im Park am Ufer der
Marina abgehalten wird. Gedeckte und beleuchtete Tische mit Bänken sind genügend
vorhanden und es kommen so an die zwanzig Männlein und Weiblein zusammen.
Einige spielen auf Gitarren und singen oder spielen auf einer Mundharmonika, die
anderen diskutieren zusammen und, für mich wichtig, sprechen über die Häfen
und Ankerplätze im Süden.
Am
Donnerstag, den 14. sind entlich die Ersatzteile aus Japan eingetroffen, natürlich
nicht ohne zuerst von Brisbane aus einen Umweg über Melburne zu machen, hier
eingetroffen. Der Mechaniker hat sofort angefangen, den Motor wieder zusammen zu
bauen und er hofft (ich auch!, dass er am Dienstag wieder eingebaut werden kann.
Zuerst wird in der Werkstatt noch ein Probelauf gemacht.
Der
Motorenraum und die Motorenbilge habe ich sauber geputzt, da ich sonst nicht
Zugang habe, meine Arme sind zu kurz! Ist der Motor wieder drin, werde ich
gleich Richtung Süden segeln, um noch vor dem 12. August in Brisbane mein Visa
zu verlängern. Zuerst werde ich aber noch einen australischen Freund in
Mooloolaba besuchen, den ich in Boracai, auf den Philippinen kennen gelernt
habe.
Am
Sonntag, den 17. Juli habe ich mit meinem Fahrrad den Botaischen Garten von
Gladstone besucht. Er liegt auf der Nordseite einer Hügelkette an einem
Wasserlauf, der sich im unteren Teil des Geländes zu einem kleinen See
erweitert, der voller einheimischer Vögel ist. Vorherrschend sind Enten, die
gleich beim Restaurant herumschwimmen und von den Kindern ihr halbes Frühstück
erwarten. Andere wie schwarze Schwäne, Wasserhühner, Reiher, Ibisse und
Kormorane sind scheuer und sind nur aus der Ferne zu bewundern. Auf den Bäumen
tummeln sich viele verschiedene Vögel, die ich nicht kenne, sind sie doch in
Australien endemisch.
Leider
ist jetzt hier Winter und es waren nur wenige Blüten zu sehen. An verschiedenen
Pflanzen befanden sich noch Früchte. Auf dem Weg zum Garten waren der Strasse
entlang die Mimosen in blüte und waren voller Inskten, die sich an ihrem Saft
labten. In einem Graben der Strasse entlang habe ich auch eine Pflanze entdeckt,
die gerade jetzt blüht, der Name dieser weiss ich aber nicht. Auf der Strasse
befand sich ein überfahrenes Känguru, das einzige, was ich bis jetzt gesehen
habe.
Mitwoch
Morgen, den 20 Juli brachten die Mechaniker den motor zurück und es dauerte
fast den ganzen Tag, bis er eingebaut war. Wir starteten den Motor und der
Mechaniker sagte, ich solle einen Gang rein tun, damit die Zylinder unter Last
eingeschliffen würden. Nach kurzer Zeit ging der motor aber wieder von selber
aus, weil er keinen Diesel mehr bekommen hat. Zum Glück war der Mechaniker noch
nicht weit weg und ich rief ihn zurück. Er pumpte und pumpte, der Diesel kam
aber nicht. Es war fünf Uhr und er sagte, er komme am nächsten Morgen.
Nachdem
wieder gepumpt wurde und nichts passierte, baute er die Dieselpumpe aus und ging
damit in die Werkstatt. Gegen Mittag kam er zurück und sagte, dass die Pumpe
defekt sei, die neue komme am Freitag in gladstone an. Die neue Pumpe wurde
eingebaut aber es ging immer noch nichts. Die ganzen Dieselleitungen wurden nun
überprüft und sie fanden heraus, dass der O-Ring am filter nicht mit der
Auflage übereinstimmte. Es wurden neue Filter organisiert und zur gleichen Zeit
wurden alle Dieselschläuche ausgewechselt. Uns siehe da! es funktionierte.
Heute Morgen
bin ich zum Mechaniker gegangen, um die Rechnung zu bezahlen. Schlussendlich
kostet mich der ganze Spass 11'400 australische Dollars. Dies reisst ein grosses
Loch in mein Budget. Nun, was sein muss, muss sein, ohne Motor wäre meine
Weltumsegelung ein bisschen mühsam.
Der
Wetterbericht verspricht mir, dass ab Montag, der Wind nicht mehr so stark
blasen wird, wie es die letzte Woche der Fall war, hat es doch bis zu 30 Knoten
Wind gegeben. Ich werde am Montag auslaufen und sehr wahrscheinlich gleich die
Nacht durchsegeln, da ich vor dem 12 August in Brisbane mein Visum verlängern
muss.
Gegen Mittag des 25. Juli konnte ich mit ablaufendem Wasser die Marina
von Gladstone verlassen. Gleich setzte ich die Segel und es ging Richtung
Bundaberg. Da ich den Fluss erst am Mittag verlassen konnte, erreichte ich den
Pancake Creek nicht vor dem Einnachten. So beschloss ich, die Nacht
durchzusegeln. Gegen 10 Uhr am nächsten Morgen stand ich vor der Einfahrt nach
Bundaberg. Ich ging nicht hinein und sagte mir, was soll ich dort den ganzen
Tag, ich segle lieber weiter und mache auch die nächste Nacht durch.
Am Mittwoch so gegen drei Uhr nachmittags erreichte ich den Ankerplatz
am Ufer von Fraser Island, nachdem ich die Hervey Bay durchquert hatte. In
dieser Bucht sollen jedes Jahr viele der 2000 Buckelwale hinkommen, um ihre
„Babys“ gross zu ziehen, die die kalte Jahreszeit in der Antarktis nicht überleben
würden. Diese Wale werden bis 17 Meter lang und wiegen an die 45 Tonnen. Es
werden auf der südlichen Halbkugel etwa 6000 Buckelwale gezählt und sind total
geschützt.
Nachdem ich wieder einmal die Dieselfilter gewechselt habe, durchfuhr
ich die „Great Sandy Strait“ zwischen dem Festland und der Insel Fraser. Am
Ausgang hinter einem Kap und einer Sanddüne ankerte ich für die Nacht. Am
Freitag Morgen fuhr ich aus der „Wide Sandy Bay“ hinaus aufs offene Meer,
setzte Segel, kam aber nicht voran, da der Westwind sehr schwach war.
Dafür hatte ich so gegen ein Uhr ein tolles Erlebnis: Ungefähr 100
Meter vom Schiff weg tümmelte sich ein Buckelwal, den ersten, den ich in meinem
Leben gesehen habe! Er blies die Atemluft aus, das sieht wie ein Springbrunnen
aus und er sprang aus dem Wasser. Dabei drehte er sich in der Luft auf den Rücken
und klatschte wieder ins Meer zurück. Leider konnte ich kein Bild von ihm
machen da ich kein so starkes Teleobjektiv an meiner Digitalkamera habe. Er
schwamm auch von mir weg Richtung Norden. Gegen Abend sah ich noch einen, er hat
aber nur ausgeblasen und ist nicht aus dem Wasser gesprungen.
Da ich den vorgesehenen Ankerplatz nicht erreicht habe, beschloss ich,
gleich die Nacht durchzusegeln, um nach dem Sonnenaufgang in den Hafen von
Mooloolaba einzulaufen. In der Nacht nahm der Wind zu und ich musste die Fock
bergen, damit ich nicht zu früh vor der Einfahrt eintraf. Trotzdem musste ich
einen Schlag gegen Norden machen, war ich halt doch noch zu früh. So gegen
sieben Uhr nahm ich die Einfahrt in Angriff und fuhr mit dem Motor in den Fluss
hinein zur Lawrie’s Marina, die sehr nahe bei meinem Freund Greg gelegen ist.
Leider haben sie keinen freien Platz gehabt und ich musste zurück zum
Yachtclub.
Nachdem ich in der Rezeption für zwei Tage bezahlt hatte (45 Dollar die
Nacht!) habe ich Greg angerufen und er holte mich ab. Er hat ein sehr schönes
Haus und hat damals vor vielen Jahren das Haus günstig gekauft, das heute zehn
mal mehr Wert hat. Seine Frau Val war vor kurzem im Spital und musste sich die
Arterien in den Lenden ersetzen lassen, sie hat immer noch Schmerzen und muss
natürlich Medikamente nehmen, damit der Körper die Kunststoffarterien nicht
abstösst.
Warum war die Marina so voll? Der Grund war, dass sie ein altes
Kriegsschiff. Die Brisbane, für die Taucher versenkt haben und halb Brisbane
kam, um dieses Spektakel zu sehen. Dauer des Untergangs: zwei Minuten und viele
Leute haben an die siebzig Dollar bezahlt! Am Fernseher hat man bedeutend mehr
gesehen.
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