Weltumsegelung
Wer bin ich?
Segler-Steckbrief
Das Schiff
Wie sieht's aus?
Der Gedanke
Vorbereitung
Gesundheit
Bordapotheke
Einkaufsliste
Schiffsvorbereitung
Larnaca nach Port Suez
Suez nach Port Sudan
Sudan nach Eritrea
Eritrea nach Aden
Besuch in Sana'a
7 Wochen Jemen
Aden nach Galle
Sri Lanka
Galle, Colombo
Dambulla, Sigiriya
Polonnaruwa
Anuradhapura
-
Mihintale
Galle nach Phuket
Phuket-Kuah-Phuket
Nai Harn nach Kuah
Kuah nach Singapur
Singapur - Tioman
Tioman - Kuching
Kuching - Miri
Miri und die Höhlen
Miri - Kota Kinabalu
Saba - Manila
Manila - P. Galera
Nord-Philippinen
Kinabalu-Naturparks
Süd-Philippinen
Philippinen - Papua
Port Moresby
Papua - Cairns
Cairns - Gladstone
Gladstone Mooloolaba
Mooloolaba - Brisbane
Brisbane - Tuncurry
Tuncurry - Sydney
Sydney - Adelaide
Sydney - Opua NZ
Opua - Whangarei
Whangarei - Whangaroa
Whangarei Auckland
Whangarei - Papeete
Papeete - Huahine
Huahine - Bora Bora
Bora Bora - Cook-Ins.
Cook-Inseln - Samoa
Samoa -
Tonga
Neiafu - Neiafu
Neiafu - Suva
Suva - Opua NZ
Opua - Nordinsel
Whangarei - Chile
Valdivia
Villarrica - Chiloé
Bariloche
Valdivia
Puerto Montt
Puerto Edén
Puerto Natales
Wo mitsegeln?
Bedingungen
Kochbuch
| |
Von
Cairns nach Gladstone
Jetzt sind es drei Wochen, dass ich hier in Cairns bin. Der
neue GPS ist intalliert, das neue Beiboot ist klar zum Gebrauch und der
Autopilot musste ich zurückgeben, da der Fluxgait-Kompass auf einem Stahlschiff
nicht funktioniert. Bevor ich hier weggehe, muss ich noch etwa 800 Liter Diesel
einfüllen.
In letzter
Zeit war immer viel zu viel Wind (25 bis 30 kn) und ich hätte sowieso nicht
gegen den Wind in den Süden kreuzen können. Hier ist aber auch nichts los.
Ausser Tauch- und Schnorchelfahrten oder Flüge zum Barrier Reef – alles sehr
teuer – kann man hier auch nichts unternehmen. Es wurde mit der Zeit ein
bisschen langweilig. Seit
vorgestern ist jetzt bis aufs Tanken alles erledigt, mein GPS ist für 25 Tagestörns
programmiert und der Wind soll jetzt etwas abflauen. Am Freitag
wird auf dem Markt noch eingekauft, Früchte und Gemüse für etwa 10 Tage.
Eigentlich sollte jetzt nichts mehr im Wege stehen, dass ich in den Süden
kreuzen kann.
Es
ist Samstag, den 4. Juni. Nachdem ich um acht Uhr am Morgen an der Tankstelle
600 Liter Diesel gebunkert hatte, verliess ich die Marlin-Marina von Cairns und
fuhr den Fluss hinunter aufs offene Meer hinaus hinter dem Barrie Reef. Noch immer
war ich im Ausfahrtskanal, Als
ich um das Kap Grafton herum war, wollte ich die Segel setzen, nur, hier stand
ein starker Strom von Süden, der mir in Vebindung mit dem Seegang, die ganze
Fahrt aus dem Schiff nahm. Also, Segel wieder bergen und weiter mit der
Maschine. Auch so machte ich nicht mehr Fahrt als ein bis ein ein halb Knoten.
Endlich erreichte ich die Bucht der Insel Fitzroy und nahm eine Mooring auf.
Entgegen der Unkenrufe, dass diese Bucht sehr „rolly“ sei, verbrachte ich
eine ruhige Nacht.
Der Tag
darauf sollte mich nach Mourilyan Harbour bringen, da der Strom immer noch
beachtlich war, konnte ich nicht so viel Höhe machen ,wie ich eigentlich
wollte. Der Hafen war nicht zu erreichen, daher beschloss ich, die Nacht
durchzusegeln. Am Morgen um sieben stand ich vor der Hafeneinfahrt und
beschloss, gleich den nächsten Zielort – Dunk.Island – anzulaufen. Gegen
Mittag drehte der Wind auf Ost und ich konnte ohne zu kreuzen, die Insel
anlaufen, wo ich vor Anker ging.
Am
Dienstag begann es mit Wind genau von vorne – aus Südsüdwest – und im
engen Fahrwasser war es nicht möglich zu segeln. Bis nach Coombe Island fuhr
ich mit dem Motor und setzte dann die Segel. Kreuzend ging es auf den
Hinchinbrook-Kanal hinter der Insel Hinchinbrook zu, wo ich wieder die Segel
bergen musste. Um 16 Uhr liess ich beim Scraggy Point den Anker fallen.
Diese
Nacht war nicht so ruhig wie die zuvor und es regnete die ganze Nacht. Ich
dachte schon, was wird dies wieder für einen Regentag! Doch am Morgen haben
sich die Regenwolken verzogen und zwischen den verbliebenen erschien
gelegentlich die Sonne. Zwischen der Insel Hinchinbrook und dem Festland ist es
nichts mit segeln, da die Riffe manchmal bis auf dreissig Meter ans Schiff heran
kommen und der Wind von vorne kommt. Bei Lucinda habe ich am Anker die Nacht
verbracht.
Der
Donnerstag versprach sonnig zu werden und ich fuhr durch das untiefe Gebiet raus
auf das offene Meer. Bei der Ladestation, die etwa zwei Meilen im Meer draussen
gebaut wurde, setzte ich die Segel und es ging los. Wieder das gleiche Phänomen
wie vorher, dass die Gegenströmung stark war und ich sah, dass ich den
geplanten Ort nicht erreichen werde. Am Nachmittag drehte der Wind auf Ost und
ich konnte genau gegen Süden segeln. Ich beschloss, die Nacht durchzusegeln,
direkt nach Townsville.
Die Nacht
wurde aber Trickreich zwischen den Riffen, da der Wind immer wieder mit
Drehungen aufgewartet hat und ich konnte nicht schlafen. Kaum hatte ich mich für
einen Moment hingelegt, fingen die Segel wieder an zu killen und ich musste
hinaus, um das Schiff wieder an den Wind zu bringen. Mal kam er von Süd, mal
von Ost, dann wieder von Südwest, so ging es die ganze Nacht. Jedoch kam ich
gut voran, der Strom hatte nachgelassen.
Am
Morgen gab es dann noch einen langen Schlag mit Ostwind auf den Kanal zwischen
Magnetic Island und dem Festland zu, wo ich die Segel geborgen habe. Die letzten
acht Meilen fuhr ich mit der Maschine zur Breakwater Marina, die ich so gegen
zwei Uhr erreichte. Über Funk fragte ich nach dem Liegeplatz und die Dame sagte
mir, ich solle an der Dieselmole anlegen und sie teile mir dann einen Platz zu.
Wenn ich schon da war, habe ich gleich Diesel gebunkert und anschliessend fuhr
ich an meinen Liegeplatz.
Zwei Tage
blieb ich in Townsville. Morgen Sonntag geht es wieder weiter, damit ich die
Periode mit schwächeren Winden ausnützen kann. Heute wird eingekauft, das
Internet konsultiert und ausgeruht.
Wie
Du siehst, habe ich einen gewaltigen Sprung in den Süden gemacht. Ich bin jetzt
südlich des Wendekreises der Sonne, sein Name ist Wendekreis des Steinbockes.
Es ist erheblich kälter geworden, ich muss mich warm anziehen. Nach zwei Jahren
in den Tropen mit Temperaturen bei 25 bis 35 Grad im Schatten, bin ich diese Kühle
nicht mehr gewohnt. Heute Morgen hatte ich vierzehn Grad im Schiff drin. Auf die
nördliche Halbkugel bezogen, die wärmer ist als die südliche, liege ich jetzt
ungefähr auf der Höhe der Insel San Salvador in den Bahamas, wo Kolumbus
seinen ersten Kontakt mit der Neuen Welt gehabt hat.
Nun,
um auf meine „Entdeckungsfahrt“ zurück zu kommen, startete ich in
Townsville, nachdem ich mich verproviantiert hatte. Der Wetterbericht war günstig
für mich, wurden doch fast durchwegs nordöstliche bis südwestliche Winde
drehend über Norden angesagt und auch nicht mehr über fünf Bf. (20 Koten). Am
Morgen früh lief ich aus und segelte mit leichten Winden aber ohne Seegang
immerhin mit 5,5 Knoten Fahrt auf das Kap Cleveland zu und dann weiter mit
Nordostwind zum Kap Bowling Green, wo ich für die Nacht vor Anker ging.Der nächte
und der übernächste Tag brachten mich zu zwei anderen Kaps – Kap Upstar und
Kap Edgecumbe. Mit einem grossen Sprung auch über die Nacht segelte ich um das
Nordkap der Insel Gloucester herum, am George Point vorbei und zwischen den
Inseln Gumbrell und Armit hindurch in die Woodwart Bay, wo ich am Tag darauf
wieder vor Anker ging.
Am
17. Juni wollte ich eigentlich nur bis zur Whitesunday-Insel segeln, da es aber
so gut lief, bin ich gleich zur Marina auf der Insel Hamilton gesegelt, wo ich
am Abend um fünf Uhr eingetroffen bin. Ich musste wieder mal Öl für dem Motor
kaufen, der immer mehr und mehr von diesem teuren Stoff frass. Die Mechaniker in
Port Moresby haben nichts herausgefunden, sie sind auch nicht die Besten und
haben mir auch falsche Dieselfilter verkauft.
Zwei Tage später
ging es dann in die Sir James Smith Inselgruppe mit Namen wie Anchor-, Black-,
Lady-, Lock-, Goldsmith usw. Auf der Insel Goldsmith fand ich bei Nordostwinden
einen ruhigen Ankerplatz. Wenn man so die Karte von Australien anschaut, meint
man, es habe nur Küste, aber in Wirklichkeit ist hier alles voller grösserer
und kleinerer Inseln, gespickt mit Riffen, die bei unvorsichtigem Segeln gefährlich
werden können. Da ich jetzt einen GPS mit Seekarten an Bord habe, ist es
einfach, diesen auszuweichen, sehe ich doch gleich, wo ich bin.
Von Goldsmith
aus beschloss ich, wieder eine Nacht durchzusegeln, um die günstigen Winde
auszunützen. Durch eine grosse Insel- und Riffwelt ging es in Richtung Südost.
Am folgenden Morgen versprach mir der Wetterbericht Winde bis 30 und mehr Knoten
(7 bis 8 Bf.) aus Nordwest bis West. Daher beschloss ich, den Törn abzukürzen
und ich bin am Nachmittag in den Clinton Harbour, der in wirklichkeit garkein
Hafen ist, eingelaufen und bin hinter zwei Riffen vor Anker gegangen. Bald fing
es an zu regnen und in der Nacht wurde der Wind stärker, aber nie bis 30
Knoten. Er blies auch aus einer anderen Richtung – eher aus Südwest.Am
nächsten Tag war der Himmel wohl noch mit schwazen Wolken verhangen, Regen gab
es aber keinen mehr. Die Fahrt ging mit gutem West- bis Südwestwind weiter zu
den Keppel-Inseln, wo ich in der Wreckbay auf Great Keppel Island vor Anker
ging.
Um in
die Bucht gegen den Wind zu kommen, war es recht Trickreich, hat doch mein Motor
keinen Diesel bekommen und ich musste alle hundert Meter den Dieselfilter von
Hand vollpumpen, dann ging es wieder weitere hundert Meter in einem relativ
starken Gezeitenstrom, der mich wieder ein Stück zurückversetzte.
Schlussendlich erreichte ich den Ankerplatz und liess auf sechs Meter den Anker
fallen. Das Gezeitenhochwasser war mitten in der Nacht und lag bei vier Metern,
das heisst, ich musste über dreissig Meter Kette stecken.
Um in
Gladstone den Fluss hinauf zu segeln, musste ich es so einrichten, dass ich am
Morgen gegen sechs Uhr der Tide wegen an der Flussmündung eintreffe. Also ging
es am Abend gegen vier Uhr los. Da ich den Motor nicht gebrauchen konnte, setzte
ich das Grosssegel, habe den Anker geborgen und ich segelte aus der Bucht. Der
Wind war um diese Zeit sehr schwach,und ich war froh, dass ich zwei Stunden vor
der berechneten Zeit aufgebrochen bin. In der Nacht frischte der Südwestwind
dann auf und ich musste die Segel reduzieren, um nicht vor der Zeit im Fluss
einzutreffen. Noch bei dunkelheit erreichte ich die Ansteuerungstonne und begann
im Fluss drin zu kreuzen. Ich hatte nur Zeit bis um zehn Uhr, weil dann die Tide
kentert.
Kurz vor der
Marina von Gladstone rief ich über VHF-Funk die Marina an, ob sie mir eine
Schlepphilfe schicken könnten, da mein Motor nicht in Ordnung sei. Sie sandten
mir dann ein Schiff des Rettungsdienstes, das mich dann an den Liegeplatz
schleppte.
Am Nachmittag kam dann der Mechaniker an Bord und hat den Motor auf alles Mögliche
getestet und kam zu dem Ergebnis, dass der unterste Kolbenring, der das Öl
abstreifen soll, abgebraucht sei. Der Motor muss also ausgebaut werden und in
der Wekstatt überholt werden – Kostenpunkt etwa 6000 Australische Dollar. Die
Arbeit wird ungefähr zwei Wochen dauern.
Nachdem der
Mechaniker weg war, bin ich in die Stadt gegangen, um ein Internet-Kaffee zu
suchen. Vorher habe ich in der Marina einen Einheimischen gefragt, wo so eins zu
finden sei. Ich habe aber einen falschen Weg eingesclagen und bin vor der
Stadtbibliothek gelandet. Gerade kam eine Frau heraus und ich fragte sie, wo ich
ein Cyber Cafe finden könnte. Sie sagte mir: „Gehen Sie mal hier hinein, da
ist gleich eins“ und sie zeigte auf die Bibliothek.
Von dort aus
habe ich dann an alle meine Freunde die Mails in vier Sprachen verschickt, zwar
keine perfekt, aber bis jetzt hat noch niemand reklamiert, dass man mich nicht
verstehen würde. Im Moment sind es 86 Mails, die ich jedesmal verschicken muss.
Anschliessend
bin ich in den Suppermarkt gegangen um Brot zu kaufen, da mein altes
verschimmelt war und musste es in den Abfall tun. Hier in Australien, nicht nur
in Gladstone, sondern auch in Cairns und Townsville, gibt es echtes Brot,
entweder aus Roggenmehl oder roggenmehl mit Getreideschrot. Dies ist nicht
dieses englisch-amerikanische Sagexbrot, das auf die Dauer ungeniessbar wird.
Das heisst, man hat es schnell mal über!
Nächste Seite
|