Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Papua Neuguinea nach Cairns 

            Mein Computer geht wieder. Auf Garantie wurde die Tastatur ausgewechselt. Ich sitze hier am Kartentisch und schlottere, da es hier in der Nacht sehr kalt wird. Ich musste die Wolldecke, die Uwe hier gelassen hat, holen, um mich in der Nacht damit zuzudecken. Erkältet habe ich mich auch schon, da ich nicht früh genug wärmere Kleider angezogen habe – hier ist es schliesslich Winter!
            Am 9. Mai habe ich um sieben Uhr morgens den Hafen von Port Moresby verlassen und bin ohne Wind bis ausserhalb des Riffgürtels gekommen. Da konnte ich die Segel setzen und vorerst ging es mit wenig Wind in die richtige Richtung – 175 Grad. Stetig nahm der Wind zu und schon bald musste ich das erste Reff einziehen. Der Seegang wurde auch immer grösser und steiler. Gegen Mittag band ich das zweite Reff ein, hatte ich doch zwischen 20 und 25 Knoten Wind aus Ostsüdost.
           
Schon bald erreichte der Seegang drei Meter und war relativ steil, so dass jede zweite Welle eine Badewanne voll Wasser über das Schiff warf. Dies ging so weiter bis zum nächsten Morgen, wo der Wind dann merklich nachliess und der Seegang sanfter wurde. Am vierten Tag hatte ich dann kaum mehr Wind und ich setzte den Motor ein. Nach etwa sechs Stunden fing er an zu stottern, da die Filter durch Bakterien verstopft waren.
           
Nach dem Austausch der Filter lief der Motor wieder normal, aber nach kurzer Zeit fing das Stottern wieder an. So erreichte ich den Hafen nicht vor dem Einnachten. Ich stellte den Motor ab, da ich ihn für die Einfahrt den Fluss dinauf nach Cairns brauchen würde. Mit ein ein halb bis zwei ein halb Knoten segelte ich dann weiter.
           
Das Barrier Reef musste ich also in der Nacht durchqueren. Mitten im Riffgürtelhatte ich dann keinen Wind mehr und ich trieb mit der Strömung nach draussen. Mit ach und krach konnte ich den Motor starten und fuhr hinter das Riff. Die zweite Komplikation war, dass mitten im Riff mein Haupt-GPS den Geist aufgegeben hat. Zum Glück hatte ich den kleinen Taschen-GPS progammiert und konnte auf ihn umsteigen.
            Kaum war ich aus den Riffen heraus, kam wieder Wind auf und ich konnte den Motor ausmachen und auf die Flussmündung zusegeln. Als ich den Einfahrtskanal ereicht hatte, habe ich den Motor wieder gestartet und es ging mit drei Knoten auf die Marina zu. Per Funk habe ich den Zoll avisiert, dass ich etwa gegen ein Uhr einlaufen würde.
            
Ich steuerte das Schiff auf die Einfahrt zu und gerade dahinter wollte ich das Gas zurück nehmen und der Motor ging aus. Er sprang nicht mehr an und ich trieb zum Glück auf die Mole zu, wo ich dann festmachen konnte. Kaum war ich am Quai war auch schon der Mann von der Quarantäne da und hat das ganze Schiff inspiziert – alles, was Früchte, Gemüse und Getreide ausser weissen Reis, was an Bord war wurde in einen grossen Plastiksack geschüttet und er nahm alles mit. Meine letzte Orange und die letzten Passionsfrüchte durfte ich noch essen.
            Er war gerade fertig, kam der Zoll an Bord, drei Mann oder Frau hoch, zwei Damen und ein Mann. Alles verlief glatt, hatte ich mich von Port Moresby aus per E-Mail angemeldet, nur, der Zoll hier hat nichts davon gewusst, weil das Amt in Canberra ihnen nicht berichtet hat. Da ich weder Zwiebel, Knoblauch noch Gemüse an Bord gehabt habe, ging ich zum Essen in ein Restaurant – ganz schön teuer, wie in der Schweiz. Ein Australien-Dollar entspricht ungefähr einem Schweizer-Franken.
           
In der Zwischenzeit wurde bei mir der Diesel abgepumpt und ich habe mir einen neuen GPS, einen neuen Autopiloten und neue Klüver- und Fockschoten gekauft. Nach dem Modifizieren der Antennenhalterung an Deck und dem Anschluss ans Bordnetz funktioniert er. Jetzt habe ich Seekarten auf dem GPS, da es keine anderen mehr gibt, die man in einem Stahlschiff einbauen könnte, weil man eine Aussenantenne haben muss. Der Autopilot ist klein und ist eigentlich für ein kleines Schiff gedacht, da ich aber über die Aries gehe, braucht er keine Kraft.
           Cairns ist voller Touristen vor allem aus dem Süden von Australien, wo es jetzt kalt ist; aus Japan und Korea kommen ganze Reisegesellschaften und natürlich auch einige Europäer. Dementsprechend ist die Infrastruktur der Stadt, überal sind Reisebüros, Ausflugs-und Tauchshops, Backpackerunterkünfte und Souvenierläden. Jeden Tag fahren eine ganze Menge Schiffe hinaus aufs Meer, beladen mit Tauchern oder Schnorchlern. Andere bieten Fischereitouren an oder sie laufen aus, um den Gästen das Krabbenfischen zu zeigen, die dann auch gleich verspiesen werden. Wenn du genügend bezahlen willst, fliegst du mit einem Helikopter oder einem Wasserflugzeug zur nächsten Insel und über einen Teil des Barrier Reefs.
            Die Restaurants sind recht teuer, vergleichbar mit Cannes oder Sankt Moritz in der Hauptsaison. die Souvenierläden sind vollgestopft mit Bumerangs, Gemälde der Ureinwohner und ihre "Alphörner" sehr wahrscheinlich alles in china hergestellt. Viele der Bumerangs sind aus Sperrholz hergestellt und alles Fabrikware. Kein einziges originales Stück habe ich gesehen. Da es im australischen Inland auch viele Halbedelsteine ausgegraben werden, sind hier auch viele Schmuckläden, die diese Steine verarbeitet anbieten - hergestellt wird dieser Schmuck nicht in Cairns.
            Mit den Einheimischen Kontakt zu kriegen, ist es hier genau so schwer, wie in den europäischen Fremdenorten. Die Bewohner sehen den ganzen Tag genug Fremde und wollen sich nicht noch in ihrer Freizeit mit diesen Menschenmassen abgebe und leben halt nur zusammen mit ihrer Familie oder ihren Freunden. 
            Viele der Gebäude in der alten Innenstadt haben noch heute den Charakter einer Kolonialsiedlung mit Häusern, die auch in den Südstaaten der USA oder in der Karibik anzutreffen sind. Im ersten stock läuft eine offene Veranda rings herum und die Häuser sind aus Holz gebaut versehen mit der einen ider anderen Mauer. 

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