Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Von Saba in die Philippinen nach Manila

            Am Morgen des 7. September legte ich in der Marina ab und machte einen Doppelsprung bis in die Egot-Bucht, etwa in der Mitte zwischen Kota Kinabalu und der Nordost-Spitze von Borneo. Leider alles mit dem Motor, da mich der Wind im Stich liess. Am Tag darauf ging es mit den gleichen Bedingungen in die Agal-Bay, fast am Ende von Borneo.
            Der dritte Tag führte mich dann auf die letzte Insel von Malaysia, auf Balambangan, diesmal unter Segel. Hier hatte ich einen Nervenkitzel – das Ruder drehte auf einmal leer durch und vor mir in fünf Meter  Entfernung ragte ein Riff auf, auf das ich zutrieb. Zum Glück war der Wind auf das Riff zu und ich konnte im Rückwärtsgang wegziehen und auf vierzehn Meter ankern. Zwar auflandiger Wind aber nie stärker als vier bis acht Knoten. Ich untersuchte,woran es lag, dass mein Ruder nicht mehr funktionierte und stellte fest, dass die Umlenkrolle mit der Basis des Steuerkabels weggebrochen war. Urasche: Vermischung von Aluminium und Bronze, vom Hersteller verursacht, montiert auf ein Stahlschiff. Durch Elektrolyse wurde das Teil an einer Stelle so geschwächt, dass es unter Zug abgebrochen ist.
Calandorang-Bay auf Balabac

            Am Morgen darauf begann schon um sechs Uhr die Reparatur, Bakskiste entgültig frei machen, Benzingenerator (den ich mir in Kota Kinabalu glücklicherweise gekauft hatte) herausnehmen und die entsprechenden Löcher bohren. Die Gewinde wurden geschnitten, die Grundplatte mit der Rolle festschrauben und nach dem mühseligen einfädeln der Steuerkabel war die Sache repariert. Diese Reparatur ist solide gemacht und bis nach Australien, wo ich dann den Schaden endgültig beheben kann, wird dies problemlos reichen. Ich muss mir das ganze Teil vom Hersteller besorgen. Um neun Uhr war alles verstaut und die Reise ging weiter.
Links: Fischer unter Segel
Rechts: Clarendon-Bay

           Der Kurs nach Balabac, die erst Insel der Philippinen, führte mich vorerst mit gutem Wind durch die Riffe auf die offene See. Dann kam ein kurzes Gewitter auf mit stärkerem Wind und Regen. Das Gewitter war noch nicht vorbei und ich musste den Motor anmachen und die Segel bergen, da ich keinen Wind mehr hatte. Um halb fünf lief ich dann in die Calandorang-Bay ein. Auf sechs Meter Wasser liess ich den Anker fallen.
            In dieser Bucht sah ich das erste mal die kleinen Fischerboote der Philippinos. Sie sind etwa vier Meter lang, sehr schmal und aus Holz gebaut. Auf beiden Seiten sind Schwimmer aus Bambus angebracht, die den Booten die Stabilität geben, die sie ihrer Breite wegen nicht haben. Sie sind entweder mit einem kleinen Benzin-Innenborder bestückt oder sie tragen ein Segel, wie auf dem nebenstehenden Bild. Auch grosse Boote, 15 Meter lang, sind auf die gleiche Weise gebaut.



Philippinischer Bus heisst Jeepney

           
Am 11. September segelte ich dann mit Gross, Fock und Klüver weiter auf die Insel Palawan zu. Nach dem Mittag musste ich wieder die Segel bergen, weil wieder der Wind eingeschlafen war. Am Abend gegen sechs Uhr
           Wieder unter Motor, ging’s dann nach Puerto Princesa, wo ich in der Dämmerung eintraf und nur schwer einen Ankerplatz auf fünfundzwanzig Meter fand. Ich klarierte aber nicht ein und beschloss, nach Manila zu segeln, da sonst nirgends ein Einklarierhafen ist. Nach dem Verlassen der Bucht  konnte ich die Segel setzen und mit Südwind segelte ich recht flott der Küste von Palawan entlang.
            Beim Einnachten schlief der Wind wieder ein und ich musste den Motor zur Hilfe nehmen. Bis zehn Uhr in der Nacht sass ich am Ruder, da mein Autopilot den Geist aufgegeben hat. Ich machte den Motor aus und unter Beleuchtung liess ich das Schiff treiben und ging schlafen. Nach drei Stunden kam ich wieder an Deck und fuhr weiter. Etwa um drei Uhr kam ein leichter Wind aus Nord auf und er gestattete mir, die Segel zu setzen.
           Den ganzen nächsten Tag segelte ich mit etwa sechzig Grad auf die Cuyo-Ost-Passage zu, die ich um neun Uhr abends erreichte. Nun musste ich gegen an, das heisst, wieder mit der Maschine. Die ganze Nacht fuhr ich gegen den Wind und habe festgestellt, dass das Schiff nur mit dem Grossegel allein bestückt, sehr gut den Kurs gegen den

Philippinische Rikscha, genannt Trysicle  

            Der nächste Tag brachte keine Änderung, doch in der Nacht gab es dann ein riesiges Gewitter ohne Wind, das von drei Uhr bis sieben Uhr morgens dauerte und Unmengen von Wasser auf mich herunter kippte. Und ich, draussen, angetan mit dem Ölzeug die ganze Zeit am Ruder! Den ganzen Tag über regnete es immer wieder ein bisschen und ich konnte Segel setzen, da der Wind auf Westen gedreht hat.
            Am Abend schlief der Wind wieder ein. Auch diese Nacht wieder unter Motor Richtung Nordwest. Am Tag dann blies auf einmal ein Ostwind von drei Bf. und es ging wieder flott voran. Nur mit dem Klüver und der Fock machte ich zwischen fünf und sechs ein halb Knoten.
            
Nach der Durchfahrt bei der Insel Cabra musste ich wieder die Segel bergen, da der Wind fast von vorne kam und recht böig war. Auch eine unangenehme Dünung stand auf mich zu, die aber dann, als ich ein wenig von der Insel Cabra weg war, nachliess. Vor der Einfahrt in die Bucht nach Manila liess ich das Schiff ohne Wind wieder treiben, da ich die Durchfahrt nicht in der Nacht bewältigen wollte.
           Am Morgen um zwei Uhr fuhr ich die restlichen Meilen, 18 an der Zahl, zur Einfahrt Corregidor, die ich um sieben Uhr erreichte. Es scheint eine lange Zeit zu sein, ich hatte aber einen starken Gezeitenstrom gegen mich. Um zwölf Uhr mittags lief ich dann in den Hafen des Manila-Yacht-Club ein und wurde an eine Mooring verwiesen.

Yacht Club von Manila mit den Hochhäusern

             Gleich wurde einklariert und ich konnte mich endlich ausruhen. In der Nacht schlief ich ohne Unterbruch mehr als zehn Stunden. Hier kann ich mein Fahrrad wieder gut gebrauchen, obwohl der Verkehr chaotisch ist. Deshalb fahre ich meist auf den Gehsteigen, die sowiso fast nicht benutzt werden.

 

 

 

 

 

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