Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Von Miri über Brunei nach Kota Kinabalu in Saba

Der Ventilator hilft mir am Navigationstisch nicht dauernd nass geschwitzt zu sen

            In Miri habe ich zwei mal die Bibliothek besucht und festgestellt, dass die Auswahl an englischen Büchern recht gross und vielseitig ist. Keine Romane, dafür aber viele Sachbücher auch über Sarawak und Borneo im allgemeinen. Mit meinen Freunden bin ich fast jeden Abend zusammen gekommen und sie konnten mir vieles über ihr Land, Borneo und die Religion erklären.
            Von einem Fischer habe ich noch einen ungebetenen Gast an Bord genommen. Mein Brot war angefressen und überall lagen schwarze Böhnchen rum – es war eine Ratte, die sich einmal den Luxus leisten wollte, auf einer Yacht zu sein. Alle meine Lebensmittel habe ich daraufhin in den Schaps verstaut, für den Knoblauch und den Ingwer scheint sie keine Vorliebe zu haben, wurden sie doch nicht angefressen. Ich habe dann eine Mausefalle gekauft, da war der Gast aber schon ausgeflogen, weil er nichts zu fressen gefunden hat.
            Noch in Miri habe ich mir zwei zwölf Volt Ventilatoren gekauft, einen in meiner Kabine, den anderen über dem Navigationstisch eingebaut. Dieser über dem Navigationstisch kann auch auf den Salon gedreht werden. Beide machen zwar einen Höllenlärm, aber sie fächeln genügend
Luft zu, dass man nicht die ganze Zeit in Schweiss gebadet ist. Zum Schlafen kann ich sie des Lärmes wegen nicht brauchen oder ich muss sehr, sehr müde sein.
            Nun, am 25. Juli war die Zeit gekommen, in See zu stechen und ein anderes Land kennen zu lernen. Am Morgen früh lief ich aus und musste den ganzen Tag motoren, da der sind nur sehr schwach blies. Gegen Abend kam dann ein Gewitter auf, das mir für zwanzig Minuten bis sechs Bf. blies. Ich hatte nicht einmal die Zeit das Vorsegel zu setzen, da war die Pracht schon wieder zu Ende und bescherte mir einen gehörigen Seegang, der mir am Ankerplatz das Kochen erschwerte.

          Geschlafen habe ich trotzdem recht gut und am Morgen war der Schwell fast weg, er war nur mehr sehr lang.
Jetzt waren es noch fünfundvierzig Meilen bis nach Muara in Brunei. Auch dieser Tag brachte nicht viel Wind. Mit Motor und Vorsegel habe ich es geschafft, fünf bis sechs Knoten zu laufen und erreichte den Yachtklub so gegen fünf Uhr. Tags darauf am Morgen war ich dann bei den Behörden und habe den Einklarierkram hinter mich gebracht. Ein Einheimischer sah mich an der Bushaltestelle und fragte mich, wohin ich gehen wolle und er brachte mich zum Fähranleger, wo alle Büros beieinander sind.
            Die Fischerboote haben noch ein anderes Souvenir zurück gelassen. Ich muss dann die ganze Schale beidseitig
putzen, da die Autoreifen der Fischer arge Schlieren verursacht haben. Nur, die Abdrücke werden zwar heller, aber ich kann sie nicht wegmachen, ein grauer Rest bleibt zurück. Trotz vielem und energischem Reiben bringe ich ihn nicht weg.

Das Gebäude des Yachtklubs  

            Gestern, am 28. Juli, habe ich eine Odyssee nach Bandar Seri Begawan, Einheimischer hat sich dann meiner erbarmt und nahm mich zu einer Haltestelle, wo sicher ein Bus vorbeikommen würde. Nach etwa einer viertel Stunde kam endlich einer und es ging den Weg zurück, woher ich gekommen bin. Zwar nicht zum Klub aber noch weiter in die Umgebung zu den im Grünen gelegenen Dörfchen.
            Am Busbahnhof von Muara angekommen, erwischte ich dann den Bus, der mich in die Hauptstadt brachte. Die Fahrt dauerte etwa dreissig Minuten und ich Brunei-Dollar bezahlen – 75 Rp. Die Stadt ist gemischt mit modernen Hochhäusern und vor allem dem Fluss entlang mit hölzernen Pfahlbauten, die wie Inseln in den Fluss hinein gebaut sind
            Hauptblickpunkt der Stadt ist der "Golden Dome", die Hauptmoschee mit vielen vergoldeten Kuppeln. Davor, gegen das Bankenzentrum liegt der Paradeplatz mit gedeckten Tribünen. Es kann sein, dass der Sultan, der jetzt achtundfünfzig Jahre alt ist musste dafür einen, diesen begrasten Platz auch zum Polospiel gebraucht. Rund um den Platz sind entweder Banken oder öffentliche Gebäude, meist Hochhäuser, angeordnet. Gleich hinter  dem Zentrum, an einem Seitenarm des Flusses gelegen, ist der öffentliche Markt mit allem was das Herz begehrt. Auch Handarbeiten können dort gekauft werden.

Die Hauptmoschee von Bandar mit goldenen Kuppeln  

            In einem von einem indischen Moslem geführten Restaurant habe ich sehr gut und schön scharf gegessen – der übliche Reis, gemischtes Gemüse und gekochtes Huhn in einem scharfen Masala. Nach einem Rundgang durch die Stadt besuchte ich dann ein Cyberkaffee, um wieder einmal neunzig von hundert Mails ungeöffnet in den Papierkorb zu schmeissen. Ich erhalte soviel Post, die nicht erwünscht ist, die mir alles mögliche anbieten. Dies geht von Segeltörns über Darlehensangeboten bis billigen Medikamenten, vor allem Viagra.
            Die Rückfahrt war dann kürzer, trotz eines Umweges in eine Kaserne der Ghurkas, weil der Bus direkter gefahren ist. Die Ghurkas waren eine berühmte Division des britischen Empire, wie auch die Sikhs aus Indien. Als ich dann zurück aufs Schiff wollte, war Niedrigwasser und ich musste in einem engen Kanal zwischen den Sandbänken hindurch fahren.
           Das Leben hier in Brunei kostet in etwa doppelt soviel wie in Malaysia. Ein Eistee mit Zitrone kostet hier 1,5 Brunei-Dollar, in Malaysia 1,5 Ringit. Für einen Brunei-Dollar erhält man 2,2 Ringit. Mit dem Essen in den Restaurants verhält es sich etwa gleich, nur hier im Yachtklub   teurer. Ich war auf dem Markt und koche halt meist selber.

Inselquartier im Fluss auf Stelzen

Das Restaurant mit Bar im Yachtklub  

            Im Moment geht es auf Vollmond zu und der Gezeiten-unterschied ist recht gross. Am Abend kann ich jetzt nicht mehr an Land, weil alles Trocken fällt, der Aussenborder des Dinghis berührt die Sandbänke und das Dinghi läuft auf. Gut, das Niedrigwasser erfolgt jeden Tag um 45 Minuten später, So dass die Einschränkung schon bald für mich kein Problem sein wird.
            Am 4. August war ich nochmals in Bandar und habe eine Wanderung durch das "Venedig von Borneo" gemacht. Dieses Stadtviertel heisst Kampung Ayer und beherbergt 30'000 Personen mit allem, was zum Leben notwendig ist. Vom Markt über Ärzte zu Polizeistationen und Feuerwehr findest du alles, ja sogar Schulen sind auf Stelzen gebaut. Auf Holzstegen geht es im Zickzack durch das Pfahlbau-Venedig. Mit schnellen Motorbooten am Platze der Gondeln und grössere Boote am Platze der Vaporetti halten zwischen den einzelnen Wohninseln den Verkehr aufrecht. Der Sultan möchte diese 600 Jahre alte Borneo-Tradition eliminieren, da diese stark Brand gefährdet sind. Jedoch die Leute wollen ihre Häuser nicht aufgeben und in die bereits gebauten Wohnblocks umziehen. Ich selber würde auch lieber hier wohnen statt in einem "modernen" Wohnblock. Kleine Teile sind bereits unbewohnt oder sogar abgerissen.

            Jetzt, achtzehnter August, bin ich in Labuan am Abendessen kochen – es gibt Curryreis mit Gemüse. Dazu gibt es dann ein Glas australischen Rotwein, den ich hier eingekauft habe.

            Nun bin ich in einer Luxusmarina etwa drei Kilometer vor Kota Kinabalu. Eine Woche kostet hier 100 Schweizer Franken, inbegriffen ist ein Schwimmbad, Duschen mit Badetuch, Kino, Tennisplätze und Golfplatz, 

 

 

Die Marina von Kota Kinabalu

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