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| | Von
Singapur in die Tiomanenj
Die Marina
der Republic of Singapore Yacht Club
Am dritten April hat Felix abgemustert, seine Freundin kommt nach Singapur und
sie wollen zusammen Ferien machen. Heute früh, Sonntag, den 4. April, sitze ich
am Computer und draussen regnet es in Strömen. In der Zeit von einer halben
Stunde wurde eine grosse Plastikschüssel und der Pütz mit Regenwasser gefüüllt.
Zwanzig Tage
musste ich in Singapur bleiben, um auf die neue Postcard zu warten. Schon in
Johor Bahru konnte ich kein Bargeld mehr beziehen und musste von meiner Reserve
in US-Dollar Gebrauch machen. Von Singapur aus rief ich dann die Post an und erkundigte mich, was da eigentlich los sei. Mit
der Adresse vom Yacht-Club
versehen, sandte ich dann ein Fax mit Passkopie in die Schweiz und dann hiess es
eben warten, warten, bis die neue Karte eintrifft.
Die Postbank hatte
meine Karte gesperrt, weil sie angeblich nicht wissen konnten, wohin sie die
neue senden sollten. Wehe es geht etwas über das Normale hinaus und sie sind
aufgeschmissen. Bevor ich die Schweiz verlassen hatte, teilte ich ihnen meine
Mailadresse mit, mit dem Hinweis, dass ich unter dieser Adresse immer erreichbar
bin.
Die Marina des "Republic
of Singapore Yacht Club" ist fürstlich ausgerüstet: ein grosses
Schwimmbecken, ein Hotel, Fitnessraum, Duschen mit Toiletten, Restaurant, sowie
Gebrauch des Internettes. Dafür sind die Liegegebühren auch recht hoch.
Am 20. April, nach
erledigen der Einkäufe ging es dann zur Tankstelle und anschliessend Richtung
Osten, der Südküste von Singapur entlang.
Zu dieser Fahrt
war nicht gerade das ideale Wetter, ist doch ein Tiefdruckgebiet durchgezogen
mit kaum oder gar keinem Wind. Dazu kam noch, dass meine Schiffs-schraube wegen
dem dreckigen Wasser von Singapur dick mit Seepocken überwuchert war und ich
fast keine Fahrt machen konnte. Auch ein starker Gezeitenstrom verringerte meine
Fahrt manchmal auf unter zwei Knoten. Erst in einer Bucht von Sibu, der ersten
Inseln der Tiomanen, wo das Wasser klar war, konnte ich die Schraube putzen und
laufe jetzt wieder volle Geschwindigkeit.
Die erste Nacht
verbrachte ich ankernd in einer Bucht gleich südlich des Flughafens Chang. Fast
über mich hinweg kamen die Flugzeuge die ganze Nacht zum Landen. Am Morgen war
ich froh, diesen Platz verlassen zu können. Die nächsten zwei Buchten hiessen
Teluk Punggai und Teluk Mahkota, wo ich hinter kleinen Inseln vor Anker ging.
Jetzt ging es hinaus zu den Tiomanen, die erst war Sibu und am Tag darauf gleich
nach Tioman. Ein
Pfahlbau-Fischerdorf bei Tioman Blick auf
die Sandküste von Tioman
Heute, Sonntag,
dem 25. April liege ich in der Bucht Kampung Tekek auf der Insel Tioman vor
Anker. Gestern, einem regnerischen Tag, bin ich hier eingetroffen und werde
einige Zeit in der Inselgruppe der Tiomanen verweilen, bevor ich dann mit dem
richtigen Wind nach Borneo segeln kann.
Die Gruppe der Tiomanen liegt auf der
Ostseite von Malaysia im Südchinesischen Meer, respektive im Golf von Thailand.
Bevor ich hier
weggehe, brauche ich noch einmal einen Taucher, der mir vor allem unten am Kiel
die ganzen Seepocken wegmachen kann. Ohne Tauchgeräte mit Flaschen ist dies für
mich kaum zu schaffen. Ist dann das Unterwasserschiff wieder einmal sauber,
werde ich auch wieder schneller voran kommen.
Der Ort Kampung
Telek besteht eigentlich nur aus einer einzigen Strasse, die etwas vom Strand
zurückgesetzt ist. Auf der Strandseite sind Hotels, Pensionen und Restaurants.
Dahinter befindet sich ein Flugplatz, die Schule und das Spital. Die Insel ist
Freihandelszone mit einem grossen Zollhaus und diversen Duty free Shops. Fast
alle Waren werden per Minifrachter, kleine Holzboote, mit allem versorgt. Nur
wenige Gemüse und Früchte werden auf der Insel angebaut.
 |

Links Zollhaus, oben eine kleine Bar |
Übers Wochenende
kommen viele Besucher aus Singapur hierher, sei es mit der Fähre, sei es mit
dem Flugzeug. Die Touristen baden, schnorcheln und tauchen. Hier gibt es drei
Tauchschulen. Gleich nördlich vom Fährkai befinden sich drei oder vier
Restaurants, wo ich für eine Mahlzeit mit einem Getränk 7,5 Ringit – etwa
Fr. 2.70 bezahle, alle anderen Restaurants sind für Touristen bestimmt und viel
teurer. Ich war in einem chinesischen Restaurant zum Essen, dies hat mich gleich
22 Ringit gekostet.

Oben mein Restaurant, rechts
Souvenirshop mit Besitzer |
 |
Der Wasserlinie
entlang war ein fast zehn cm breiter schwarzer Streifen, den habe ich hier
weggemacht und dabei eine Mittelohrentzündung eingefangen. Ich habe dann, als
die Schmerzen stark wurden, das Ambulatorium aufgesucht. Behandelt hat mich eine
Ärztin aus Myanmar, gekostet hat mich dies 15 Ringit und die Medikamente
kosteten nichts.
Meine Aries hat
nicht mehr gut funktioniert und ich habe sie dann zerlegt, gereinigt und neu
eingefettet. Jetzt funktioniert sie wieder zur Zufriedenheit. Jedoch beim
Autopiloten, der ausgestiegen ist, hatte ich keinen Erfolg etwas zu machen. Auch ein
Relingsdurchzug war gerissen und den habe ich ersetzt mit Chromstahlkabel, das
ich an Bord hatte.
Im
Gegensatz zu Singapur kann man hier gut mit der einheimischen Bevölkerung in
Kontakt kommen. So habe ich einige Bekanntschaften gemacht. Die Leute hier sind
alle sehr freundlich und fast alle sprechen englisch. Die Jungen vielleicht
weniger als die älteren, die noch das britischen Schulsystem erlebt haben.
Jetzt bin ich
einen Monat hier und warte auf den guten Wind, der mich nach Borneo, nach
Sarawak führen soll. Eigentlich wollte ich am 29. Mai Tioman verlassen, nur war
vor zwei Tagen ein Frontdurchgang und hier herrschen im Moment schwache östliche
bis nordöstliche Winde, also genau aus der Richtung, wohin ich gehen möchte.
Da habe ich beschlossen, noch eine Woche zu warten.
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