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Phuket
- Lankawi, hin und zurück, Regatta in Langkawi, Dezember 2004
Ein Autopilot auf der Aries
aufmontiert, kann auch mit Motor gebraucht werden
Mein Schiff liegt
in Ao Chalong vor Anker, weit vom Ufer weg, da es näher unter Land zu untief
wird. Der Gezeitenunterschied liegt bei Vollmond und Neumond bei ungefähr 3,1
Meter und bei Halbmond bei 1,4 Meter. Nur Katamarane können weiter drin liegen,
haben sie doch kaum Tiefgang.
Die Seglerwelt ist bunt gemischt:
Australier, Neuseeländer, Südafrikaner, Dänen, Norweger, Schweden, Engländer,
Franzosen, Österreicher, US-Bürger, Kanadier und Deutsche geben sich hier ein
Rendez-vous. Dabei sind auch zwei Schweizer, mich nicht dazu gerechnet, ich
fahre ja unter englischer Flagge.
Viele der Langzeitsegler sind hier hängen geblieben und sind schon längere
Zeit hier. Olaf der Norweger, zum Beispiel, hat eine thailändische Freundin
gefunden und hilft ihr in ihrem Restaurant. Andere sind schon Jahre lang hier
und wollen nicht mehr weg.
Die Preise sind sehr günstig, es lohnt sich kaum zu kochen, vor allem für
mich allein. Ein Thaigericht mit Crevetten und verschiedenen Gemüsen, serviert
mit dem hier üblichen Reis kostet 50 bis 55 Bath, dies sind Fr. 1.60 bis 1.80.
Sprite, Fanta oder Cola kosten 20 Bath – 60 Rp., ein einheimisches Bier 90 Rp.
Die Preise für Früchte und Gemüse sind sehr niedrig.
Hier in Ao Chalong sind kaum Hotels, trotzdem ist der Strand voller
Speedboote, ihre Kunden werden von überall mit Bussen hierher gekarrt und auf
die Schiffe verfrachtet, los geht es dann mit Höchstgeschwindigkeit
aus der Bucht hinaus. Tauchbasen mit ihren Schiffen operieren von Chalong aus,
die Taucher werden über einen langen Steg zu den Booten gefahren und ab zu den
Tauchplätzen.
Etwas, was mich
stark schockiert sind die Männer so um die fünfzig herum, die mit jungen Mädchen,
noch fast Kinder, in den Baren herum sitzen. Müssen diese Machos wirklich hier her kommen, um ihre Potenz zu
beweisen? Diese Frauen kommen meist aus dem Hinterland, nördlich von Bangkok
und haben in ihren Dörfern keine Möglichkeit, Geld zu verdienen, herrscht doch
eine grosse Arbeitslosigkeit.
Die Stadt Phuket ist keinen Besuch wert, ausser man will etwas einkaufen.
Die Häuser sind wie zusammengewürfelt, es herrscht ein
heilloses Durcheinander von
Baustilen. Ein Haus ist hoch, das nächste ist niedrig. Die Touristen wohnen
auch nicht in der Stadt. Entweder sind sie in Patong, Kata Beach oder in Nai
Harn.
Nachdem ich dreissig Tage in Thailand war, musste ich das Land verlassen,
da ich nur für einen Monat ein Visum erhalte. Also, wieder ausklarieren und
dann nach Lankawi, der ersten Insel in Malaysia. Der erste Tagestörn brachte
mich an die Insel Talibong, wo ich an einem noch unbenützten Sandstrand vor
Anker ging. Wie lange wird dies noch so bleiben?
Weiter ging
es dann an die Westküste von Tarutao, die letzte thailändische Insel. Etwa
zehn Meilen vor der Insel fing es an zu blasen und ich musste zwei Reffs ins
Grosssegel binden und den Klüver bergen. In einer grossen offenen Bucht habe
ich dann neben einem thailändischen Fischer geankert. Ich musste viel Kette
stecken, da den Bergeherunter starke Böen fegten. In der Nacht nahmen sie ein
wenig ab. Trotzdem fühlte ich mich nicht so sicher und viel male in der Nacht
ging ich an Deck, um meine Position zu kontrollieren.
Am Morgen des dritten Tages war ich vorerst nahe unter Land und der Wind
fiel von allen Seiten ein. Erst als ich gegen Westen von der Insel weg segelte,
bekam ich dann den Wind aus Nordost, wieder war er sehr stark und ich musste
wieder den Klüver bergen. Bei der Durchfahrt zwischen Tarutao und Lankawi wurde
er dann richtig stark, 6 bis 7 Bf. Das sind aber nur etwa hatte. Das Schiff lag sehr nahe
beim Wellenbrecher und wir versetzten das Schiff, wo dann nach drei vergeblichen
Versuchen endlich beim vierten mal der Anker griff. Uff! War das wohl ein Stress
und ich hatte viel Glück.
Nach zwei
Tagen verliessen wir, ohne den Katamaran, die Bucht und fuhren unter Motor in
die nächste Bucht. Hier konnten wir nur weit weg vom Land ankern, da der Grund
bis weit hinaus flach ausläuft. Wessen Schiff lag denn da? Es war Hennig, ein
in Hamburg geborener Australier, der schon vor dreissig Jahren ausgewandert ist.
Wir verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen und gingen chinesisch essen.
Am Morgen
lichteten alle drei den Anker und fuhren unter Motor auf die Bucht von Kuah zu.
Segeln konnten wir nicht, da wir den Wind in diesem schmalen Gewässer genau auf
die Nase hatten. Vor dem Ort angekommen, versuchte ich zu ankern. Nach fünf
erfolglosen Versuchen gab ich es auf und ging in die Marina, wo Hennig bereits
lag.
Es kam mir vor, als wäre hier eine Versammlung von Schweizern: Vreni und
Jean-Pierre von der Voss, Werner auf seinem Katamaran, Walter auf seiner Maramu,
Martin auf seiner Ovni und ich. In der Bucht lag noch ein weiterer Schweizer mit
seinem Katamaran, der bei Ebbe auf dem Trockenen lag. Bei ihm wurde dann als er
einmal nicht dort war, eingebrochen. Daraufhin ankerte er weiter draussen, wo
das Wasser tiefer war.
Jean-Pierre mit Vreni und ihrem Kater machen bereits
die vierte Weltumsegelung und liegen hier in der Marina bereits den dritten
Monat. Er schreibt für ein Katzenmagazin seine Erfahrung mit seiner Katze. Von
ihm habe ich den Tipp bekommen, wo ich günstig ein Mountainbike kaufen kann.
Schon praktisch so ein Fahrrad, du bist von den Bussen und den Taxis unabhängig. Dies wäre auch in Sri Lanka gut
gewesen.
Linkes Bild: Jean-Pierre, Vreni und mit dem Rücken zur Kamera Arnold. Rechtes
Bild Chico, der Kater von Vreni und Jean-Pierre.
Ende der zweiten Woche in Lankawi nahm ich mit Werner zusammen an einer
Plauschregatta teil. Fünf Boote haben sich angemeldet und ich lief dann an
dritter Stelle durchs Ziel, obwohl ich nur mit einem Crewmitglied die Genua
nicht fahren konnte. Hennig wurde dann noch vor mir platziert, weil er ein
kleines Schiff hat. Anschliessend gab es dann ein Barbecue, das im Startgeld
inbegriffen war.
Hier in Lankawi machte ich dann die Bekanntschaft mit einem Chinesen, der
aus Hongkong stammt. Da er schon mehrere male in Kuah war, konnte er mir sagen,
wohin ich zum Essen gehen solle. In der Zwischenzeit segelt er zurück nach
Hongkong und ich bekomme keinen Kontakt über Radio mehr mit ihm. Er hat mir
aber seine Mail-Adresse gegeben und ich werde ihn halt so erreichen.
In Kuah existiert ein Seglertreff, die Bar und Restaurant „Pier“, wo
alle, die hier liegen sich einmal sehen lassen. Viel Nationen sitzen dann um den
gleichen Tisch herum und man bekommt vieles zu hören, was später Verwendung
finden kann. Ein Hinweis war zum Beispiel, dass ein chinesischer Bäcker ein
gutes Schwarzbrot herstellt. Zwei mal in der Woche bäckt er dieses Brot,
bestehend aus Ruchmehl und ganzen Körnern und es schmeckt ausgezeichnet. Nach dem Weihnachts-Buffet im "Pier" klarierte
ich dann aus und segelte zurück nach Ao Chalong, wo ich dann am 30. Dezember
eintraf. Unterwegs machte ich verschiedene Halte und besuchte unter anderem Phi
Phi-Island, das hoch gelobt wird. Es ist aber nur eine Touristenfalle, wie viele
andere Orte auch. Am Silvester-Abend ging ich zu Olaf zum Selbstbedienungs-Buffet und der
"Rutsch" ins Jahr 2004 verlief recht gemächlich und angenehm.
Kletterfelsen in Phi Phi
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