Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Phuket - Lankawi, hin und zurück, Regatta in Langkawi, Dezember 2004 

 Ein Autopilot auf der Aries aufmontiert, kann auch mit Motor gebraucht werden


           Mein Schiff liegt in Ao Chalong vor Anker, weit vom Ufer weg, da es näher unter Land zu untief wird. Der Gezeitenunterschied liegt bei Vollmond und Neumond bei ungefähr 3,1 Meter und bei Halbmond bei 1,4 Meter. Nur Katamarane können weiter drin liegen, haben sie doch kaum Tiefgang.

    Die Seglerwelt ist bunt gemischt: Australier, Neuseeländer, Südafrikaner, Dänen, Norweger, Schweden, Engländer, Franzosen, Österreicher, US-Bürger, Kanadier und Deutsche geben sich hier ein Rendez-vous. Dabei sind auch zwei Schweizer, mich nicht dazu gerechnet, ich fahre ja unter englischer Flagge.
            Viele der Langzeitsegler sind hier hängen geblieben und sind schon längere Zeit hier. Olaf der Norweger, zum Beispiel, hat eine thailändische Freundin gefunden und hilft ihr in ihrem Restaurant. Andere sind schon Jahre lang hier und wollen nicht mehr weg.
            Die Preise sind sehr günstig, es lohnt sich kaum zu kochen, vor allem für mich allein. Ein Thaigericht mit Crevetten und verschiedenen Gemüsen, serviert mit dem hier üblichen Reis kostet 50 bis 55 Bath, dies sind Fr. 1.60 bis 1.80. Sprite, Fanta oder Cola kosten 20 Bath – 60 Rp., ein einheimisches Bier 90 Rp. Die Preise für Früchte und Gemüse sind sehr niedrig.
          
 
            Hier in Ao Chalong sind kaum Hotels, trotzdem ist der Strand voller Speedboote, ihre Kunden werden von überall mit Bussen hierher gekarrt und auf die Schiffe verfrachtet, los geht
es dann mit Höchstgeschwindigkeit aus der Bucht hinaus. Tauchbasen mit ihren Schiffen operieren von Chalong aus, die Taucher werden über einen langen Steg zu den Booten gefahren und ab zu den Tauchplätzen.
            Etwas, was mich stark schockiert sind die Männer so um die fünfzig herum, die mit jungen Mädchen, noch fast Kinder, in den Baren herum sitzen. Müssen diese Machos wirklich
hier her kommen, um ihre Potenz zu beweisen? Diese Frauen kommen meist aus dem Hinterland, nördlich von Bangkok und haben in ihren Dörfern keine Möglichkeit, Geld zu verdienen, herrscht doch eine grosse Arbeitslosigkeit.
            Die Stadt Phuket ist keinen Besuch wert, ausser man will etwas einkaufen. Die Häuser sind wie zusammengewürfelt, es herrscht ein
heilloses Durcheinander von Baustilen. Ein Haus ist hoch, das nächste ist niedrig. Die Touristen wohnen auch nicht in der Stadt. Entweder sind sie in Patong, Kata Beach oder in Nai Harn.
            Nachdem ich dreissig Tage in Thailand war, musste ich das Land verlassen, da ich nur für einen Monat ein Visum erhalte. Also, wieder ausklarieren und dann nach Lankawi, der ersten Insel in Malaysia. Der erste Tagestörn brachte mich an die Insel Talibong, wo ich an einem noch unbenützten Sandstrand vor Anker ging. Wie lange wird dies noch so bleiben?
           
Weiter ging es dann an die Westküste von Tarutao, die letzte thailändische Insel. Etwa zehn Meilen vor der Insel fing es an zu blasen und ich musste zwei Reffs ins Grosssegel binden und den Klüver bergen. In einer grossen offenen Bucht habe ich dann neben einem thailändischen Fischer geankert. Ich musste viel Kette stecken, da den Bergeherunter starke Böen fegten. In der Nacht nahmen sie ein wenig ab. Trotzdem fühlte ich mich nicht so sicher und viel male in der Nacht ging ich an Deck, um meine Position zu kontrollieren.

            Am Morgen des dritten Tages war ich vorerst nahe unter Land und der Wind fiel von allen Seiten ein. Erst als ich gegen Westen von der Insel weg segelte, bekam ich dann den Wind aus Nordost, wieder war er sehr stark und ich musste wieder den Klüver bergen. Bei der Durchfahrt zwischen Tarutao und Lankawi wurde er dann richtig stark, 6 bis 7 Bf. Das sind aber nur etwa
hatte. Das Schiff lag sehr nahe beim Wellenbrecher und wir versetzten das Schiff, wo dann nach drei vergeblichen Versuchen endlich beim vierten mal der Anker griff. Uff! War das wohl ein Stress und ich hatte viel Glück.
           
Nach zwei Tagen verliessen wir, ohne den Katamaran, die Bucht und fuhren unter Motor in die nächste Bucht. Hier konnten wir nur weit weg vom Land ankern, da der Grund bis weit hinaus flach ausläuft. Wessen Schiff lag denn da? Es war Hennig, ein in Hamburg geborener Australier, der schon vor dreissig Jahren ausgewandert ist. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend zusammen und gingen chinesisch essen.

            Am Morgen lichteten alle drei den Anker und fuhren unter Motor auf die Bucht von Kuah zu. Segeln konnten wir nicht, da wir den Wind in diesem schmalen Gewässer genau auf die Nase hatten. Vor dem Ort angekommen, versuchte ich zu ankern. Nach fünf erfolglosen Versuchen gab ich es auf und ging in die Marina, wo Hennig bereits lag.
            Es kam mir vor, als wäre hier eine Versammlung von Schweizern: Vreni und Jean-Pierre von der Voss, Werner auf seinem Katamaran, Walter auf seiner Maramu, Martin auf seiner Ovni und ich. In der Bucht lag noch ein weiterer Schweizer mit seinem Katamaran, der bei Ebbe auf dem Trockenen lag. Bei ihm wurde dann als er einmal nicht dort war, eingebrochen. Daraufhin ankerte er weiter draussen, wo das Wasser tiefer war. 

           Jean-Pierre mit Vreni und ihrem Kater machen bereits die vierte Weltumsegelung und liegen hier in der Marina bereits den dritten Monat. Er schreibt für ein Katzenmagazin seine Erfahrung mit seiner Katze. Von ihm habe ich den Tipp bekommen, wo ich günstig ein Mountainbike kaufen kann. Schon praktisch so ein Fahrrad, du bist von den Bussen und den Taxis unabhängig. Dies wäre auch in Sri Lanka gut gewesen.
 




 

 

 

 

 

 

 


Linkes Bild: Jean-Pierre, Vreni und mit dem Rücken zur Kamera Arnold. Rechtes Bild Chico, der Kater von Vreni und Jean-Pierre.

 
           Ende der zweiten Woche in Lankawi nahm ich mit Werner zusammen an einer Plauschregatta teil. Fünf Boote haben sich angemeldet und ich lief dann an dritter Stelle durchs Ziel, obwohl ich nur mit einem Crewmitglied die Genua nicht fahren konnte. Hennig wurde dann noch vor mir platziert, weil er ein kleines Schiff hat. Anschliessend gab es dann ein Barbecue, das im Startgeld inbegriffen war.

            Hier in Lankawi machte ich dann die Bekanntschaft mit einem Chinesen, der aus Hongkong stammt. Da er schon mehrere male in Kuah war, konnte er mir sagen, wohin ich zum Essen gehen solle. In der Zwischenzeit segelt er zurück nach Hongkong und ich bekomme keinen Kontakt über Radio mehr mit ihm. Er hat mir aber seine Mail-Adresse gegeben und ich werde ihn halt so erreichen.

            In Kuah existiert ein Seglertreff, die Bar und Restaurant „Pier“, wo alle, die hier liegen sich einmal sehen lassen. Viel Nationen sitzen dann um den gleichen Tisch herum und man bekommt vieles zu hören, was später Verwendung finden kann. Ein Hinweis war zum Beispiel, dass ein chinesischer Bäcker ein gutes Schwarzbrot herstellt. Zwei mal in der Woche bäckt er dieses Brot, bestehend aus Ruchmehl und ganzen Körnern und es schmeckt ausgezeichnet. Nach dem Weihnachts-Buffet im "Pier" klarierte ich dann aus und segelte zurück nach Ao Chalong, wo ich dann am 30. Dezember eintraf. Unterwegs machte ich verschiedene Halte und besuchte unter anderem Phi Phi-Island, das hoch gelobt wird. Es ist aber nur eine Touristenfalle, wie viele andere Orte auch. Am Silvester-Abend ging ich zu Olaf
zum Selbstbedienungs-Buffet und der "Rutsch" ins Jahr 2004 verlief recht gemächlich und angenehm.
Kletterfelsen in Phi Phi

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