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Kochbuch
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Die
Gewürzroute der arabischen Völker

Von
Aden nach Galle Mitte September 2003
Eben komme ich vom Hafenmeister
zurück und hole meinen Pass bei der Emigration (Einwanderungsbehörde) ab.
Jetzt kann ich nicht mehr an Land, offiziell habe ich jetzt schon
Jemen verlassen. Alles ist vorbereitet: Wasser und Diesel gebunkert, Früchte,
Gemüse und Konserven sind eingekauft. Naser bringt mir noch das Brot und dann,
morgen, am siebenten September kann es losgehen. Naser erscheint mit einer
immensen Menge Brot, soviel, bevor es schimmelt, kann ich gar nicht essen.
Es ist acht Uhr, Anker auf und los geht’s! Ich melde mich per Funk beim
Hafenkapitän ab und die Fahrt kann beginnen. Mein Weg führt mich vorerst unter
Motor durch den betonnten
Kanal hinaus in den Golf von Aden.
"Schön", sage ich mir "es fängt genau richtig an, wie die Wetterfrösche
es vorausgesagt haben": Westwind, drei Bf. Nichts wie los, die Segel gesetzt
und abgebraust in den indischen Ozean. Mit dem gerefften Gross, dem Klüver und
der Fock mache ich auch recht viel Fahrt, 51/2 bis 61/2 Knoten.
Lange dauert das Vergnügen nicht, der Wind lässt nach und wird immer
schwächer. Schon bald habe ich nur mehr 0,5 Bf und die Fahrt fällt unter zwei
kn.
Vorsegel bergen, eiserner Gustav an
und wieder Richtung Ost. Der Motor fängt an zu stottern, habe ich also in Aden
schmutzigen Diesel gebunkert. Damit der Motor rund lief, konnte ich nur auf 2000
bis 2100 Touren gehen – Fahrt halt nicht mehr als 41/2 kn. Bei Gelegenheit
muss ich die Dieselfilter wechseln oder reinigen.
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Hygiene
muss sein, meine Dusche: zuerst Seewasser, dann Süsswasser
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Der Wind kam nun aus Süden
manchmal stärker, manchmal schwächer: Vorsegel rauf, Vorsegel runter.
Schlussendlich war ich es müde bei jedem Hauch die Segel zu setzen und ich lief
unter Maschine weiter. Ganze vier Tage lang ging es so weiter und ich war fast
am verzweifeln!
Endlich setzte
Wind ein aus Südsüdost, ich konnte die Segel setzen und den Motor ausmachen.
Flott ging es voran und der Wind nahm an Stärke zu. Schon bald musste ich das
erste Reff einziehen, dann das zweite. Jetzt wurde der Klüver geborgen und ein
drittes Reff ins Gross gemacht – Windstärke sieben.
Brot
wird an Bord gebacken
Der Wind nahm noch mehr zu und ich machte über neun Knoten Fahrt. Der
Seegang nahm zu und ich überlegte mir, ob ich das vierte Reff einziehen sollte.
Trotz hohem Seegang lief das Schiff
auf Halbwindkurs ohne grosse
Probleme und die "Aries" (Windfahnensteuerung) bewältigte ihre Arbeit mit
Bravour. Bei diesem Seegang brauchte ich keine Angst vor den somalischen Piraten
zu haben, mit ihren offenen Booten wagten sie sich nicht so weit aufs offene
Meer hinaus.
Nach zwei
Tagen nahm der Wind ab, ich konnte das dritte Reff aufmachen aber die See blieb
ruppig und den Klüver konnte noch nicht gesetzt werden. In dieser Zeit habe ich
riesige Etmale (von Mittag zu Mittag) zurückgelegt: eins betrug 194 sm – eine
Excelente Leistung. Für weiter zwei Tage blieb der Wind bei etwa fünf Bf, dann
nahm er ab und drehte auf Südsüdwest. Ich brauchte nicht mehr so hoch an den
Wind zu gehen und die Fahrt nahm zu.
Jetzt,
wo der Wind abgenommen hatte, konnte ich auch fischen. Leider fing ich aber
keinen, ich verlor nur drei Plastikköder mit Angel, da zu grosse Fische
angebissen hatten. Es
könnte auch sein, dass ich nicht gesehen habe, dass ein Fisch an der
Angel war und ein grosser frass dann den kleineren und nahm gleich alles mit.
Erst kurz vor den Malediven war mir das Anglerglück gewogen, kurz nacheinander
fing ich gleich zwei Goldmakrelen. Die zweite wollte ich gar nicht, da sich aber
meine Angelschnur verheddert hatte und die Angel immer noch im
Wasser war, hat eine zweite angebissen. Diese war
gr&oulm;sser als die erste und ich habe sie dann eingesalzen, da ich nicht soviel
Fisch auf einmal essen konnte.
Mittagsschlaf
Einsalzen allein
nur mit Salz ist nicht gut, da der Fisch zäh wird. Man muss das Salz immer mit
der gleichen Menge Zucker mischen. Später habe ich dann eine andere Methode zur
Konsevierung angewendet. Ich schneide das Fischfleisch in etwa zwei cm grosse Würfel,
brate sie gut an und übergiesse sie mit kochendem Sud, bestehend aus halb Essig
und halb Wasser. So hält sich der Fisch drei
bis vier Tage. Tags darauf fing ich
noch einen kleinen Bonito und einen Thunfisch, alle beide in der Grösse,
dass ich sie gleich aufessen konnte.
Der Wind wurde immer schwächer und entsprechend ging auch die
Geschwindigkeit zurück. Oft machte ich weniger als vier Knoten Fahrt.
Jedoch wehte er aus der guten Richtung und ich konnte auf den
Nine-Degree-Chanal zuhalten. Etwa in der Mitte zwischen der arabischen
Halbinsel und den Malediven erwischte mich am Abend für zehn Minuten eine
Sturmbö. Leider sah ich nicht früh genug, welche Stärke diese Bö hatte
und ich hatte Mühe, den Klüver zu bergen. Darnach gab es einen
wolkenbruchartigen Regen ohne Wind.
Endlich
wurde der Saharasand vom Hoboob (Sandsturm im Roten Meer) aus den Segeln
gewaschen. Von da an gab es bis zu den Malediven fast jeden Abend, manch mal
auch in der
Nacht oder am frühen Morgen,
Regenfälle oder Gewitter. Die Luftfeuchtigkeit stieg auf 85 % und das Schiff
trocknete auch bei Sonnenschein nie aus.
Welch Spektakel
jeden Abend, wenn die Sonne unterging! So um 12 Uhr 30 (Weltzeit) setzte ich
mich hinten aufs Schiff und wartete auf den Sonnenuntergang. War die Sonne noch
eine kurze Strecke vom Horizont entfernt, fingen sich all die Wolken rund herum
an, sich zu verfärben. Die niedersten wurden dunkelgrau mit einem Blaustich,
die oberen wurden zuerst weiss, dann wurden sie rosa. Noch später wurde die Färbung
intensiv rot, bis sie dann auch in grau überging. Dort, wo die Sonne stand,
dauerte es viel länger, der Himmel wurde zuerst gelb, dann orange und verfärbte
sich später in ein
Rosa, das bis zu violette immer dunkler
wurde. Dies war mein "Fernsehen" jeden Abend. Anschliessend ging es dann ans
Kochen.

Logbuch
wird auf dem PC geführt
Am 21.
September passierte ich dann den Nine-Degree-Chanal, der Wind drehte fast zur
gleichen Zeit auf Westnordwest und ich konnte meinen Kurs auf
die Südspitze Indiens zu halten. Später musste ich dann schiften, weil
ich um Galle zu erreichen, weiter in den Süden musste.
Da
man dort nachts nicht in den Hafen einlaufen darf, musste ich "bremsen". Ich
habe zwei Reffs ins Gross gemacht und den Klüver geborgen, so war ich sicher,
dass ich bei der Dämmerung noch etwa 15 sm von Galle weg war. Am Morgen dann
wieder ausreffen, Klüver setzen, schiften und auf den Einfahrtskanal zu. Kurz
vor der Ansteuerungstonne wurden die Segel geborgen und für den Hafen
aufgetucht.
Ich meldete mich dann bei der Hafenkontrolle per Funk an und sie sagten
mir, dass ich ausserhalb des Wellenbrechers warten solle, es komme einer der
Hafenpolizei an Bord. Warum das? Über die Hafeneinfahrt ist ein Stahlnetz
gespannt der Tamiltiger
wegen. Zugleich meldete ich mich beim Agenten an,
der die ganze Schreibarbeit übernimmt, Kostenpunkt für Visa, Hafenplatz für
einen Monat und Gebühren für den Agenten: $ 170.-.
Die
ganze Prozedur dauerte an die drei Stunden und um vier konnte ich endlich zu
Mittag essen, dies natürlich in einem einheimischen Restaurant – gebratener
Curryreis mit Fisch und Gemüse, alles gemischt.
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