Meine Weltumsegelung

 Unter folgenden Adressen bin ich erreichbar: Al-na.ir@acamar.net oder andre2blanc@yahoo.com
Copyright © André Blanc, Januar 2008



Weltumsegelung
Wer bin ich?
Segler-Steckbrief
Das Schiff
Wie sieht's aus?
Der Gedanke
Vorbereitung

Gesundheit
Bordapotheke
Einkaufsliste
Schiffsvorbereitung
Larnaca
nach Port Suez
Suez nach Port Sudan 
Sudan nach Eritrea
Eritrea nach Aden
Besuch in Sana'a
7 Wochen Jemen
Aden nach Galle
Sri Lanka
Galle, Colombo

Dambulla, Sigiriya
Polonnaruwa
Anuradhapura - Mihintale
Galle nach Phuket
Phuket-Kuah-Phuket
Nai Harn nach Kuah

Kuah nach Singapu
r
Singapur - Tioman
Tioman - Kuching
Kuching - Miri

Miri und die Höhlen

Miri - Kota Kinabalu

Saba - Manila
Manila - P. Galera
Nord-Philippinen
Kinabalu-Naturparks
Süd-Philippinen
Philippinen - Papua
Port Moresby
Papua - Cairns
Cairns - Gladstone
Gladstone Mooloolaba
Mooloolaba - Brisbane
Brisbane - Tuncurry

Tuncurry - Sydney
Sydney - Adelaide
Sydney - Opua NZ
Opua - Whangarei
Whangarei - Whangaroa
Whangarei Auckland
Whangarei -  Papeete
Papeete - Huahine
Huahine - Bora Bora
Bora Bora - Cook-Ins.
Cook-Inseln - Samoa
Samoa -Tonga
Neiafu - Neiafu
Neiafu - Suva
Suva - Opua NZ
Opua - Nordinsel
Whangarei - Chile
Valdivia
Villarrica - Chiloé
Bariloche
Valdivia
Puerto Montt
Puerto Edén
Puerto Natales

Wo mitsegeln?
Bedingungen
Kochbuch
 Erste Etappe Anfang Juni 2003 

Von Larnaca auf Zypern nach
Port Said in Ägypten,
durch den Suez-Kanal nach Port Suez,
durch das Rote Meer nach Port Sudan, Massawa in Eritrea, Port Assam in Süderitrea nach
Aden in Jemen

 Alles klar, wir können auslaufen! 

Erstens kommt es anders . . .
            Heute Abend (28. Mai 2003) um acht Uhr wird es dann losgehen. Laut den Wetterberichten auf dem Internet soll der Wind vorerst aus West, später aus Ost, drehend auf Süd mit maximal fünf Bf. blasen. Später soll er dann auf West bis Nordwest zurückdrehen.

           Nach dem Ablegen in Larnaca ging die Fahrt vorerst flott voran. Um drei Uhr morgens schlief der Wind dann ein und wir mussten die Vorsegel bergen. Mit der Maschine ging es weiter Richtung Süden. Am Morgen um sechs setzte ein leichter Ostwind ein und wir konnten wieder segeln. Der Wetterbericht um neun versprach uns Winde aus West bis Nordwest und ein schwaches Höhentief sei westlich von uns.
            Es frischte bis auf vier Bf. auf und wir liefen mit sechs bis sieben Knoten nach Südsüdwest auf unser Ziel zu. Die Mannschaft wurde Seekrank und wollte nichts essen, Moritz lag die ganze Zeit in seiner Koje. Länger als zum Navigieren konnte ich mich auch nicht im Schiff aufhalten, wurde der Seegang doch immer höher.
           Kreuzend ging es mit voller Besegelung nach Westen auf die Einfahrt zu. Am Abend habe ich das erste mal gekocht und die Mannschaft ass auch mit unterschiedlichem Appetit. Gegen vier Uhr morgens drehte der Wind dann auf WNW und wir konnten die Ansteuerungstonne anliegen. Als die Tonne erreicht war, wurden die Segel geborgen und wir fuhren im betonnten Kanal auf die Stadt zu.
            Auf einmal fing das Barometer an zu fallen. Am Anfang glaubte ich, dass dies die normale Tendenz sei, da wir weiter gegen Süden kamen. Als er aber immer weiter fiel, mussten wir uns Gedanken machen. Der Wind aus Ost wurde stärker und dann gegen neun Uhr abends haben wir das erste und das zweite Reff eingezogen. Später flaute der Wind ab und kam dann aus Südwest und frischte auf.
            In der Nacht sank das Barometer auf 996 hPa und auf einmal hatten wir einen ausgewachsenen Sturm: acht bis neun Bf. Klüver bergen, drittes und viertes Reff einziehen und die Fock reffen, eine nasse Angelegenheit. Unser Kurs, hart am Wind, brachte uns trotzdem nach Ostsüdost. Am Morgen dann flaute der Wind ab, wir konnten die Fock wieder ausreffen und er drehte nach Westsüdwest. Wir waren noch fünfzig Meilen von Port Said entfernt. Wir konnten aber die Einfahrt nach Port Said anliegen und beobachteten um sechs Uhr morgens die Sonnenfinsternis, der Mond deckte die Sonne ab.Wir erreichten die Ansteuerungstonne.
            Im Slalom ging es durch den Kanal, mussten wir doch vielen Fischern ausweichen, die ihre Netze schleppten. Gegen zehn Uhr erreichten wir unbeschadet Port Fouad, brachten den Anker aus und zwei Leinen an den Steg. Nun begann der Behördenkram und die Verhandlung mit dem Agenten für die Kanaldurchfahrt. Kostenpunkt mit Visa und Hafengebühren: 590 US$.
           Tags darauf um neun Uhr kam der Lotse an Bord und wir liefen in den Suez Kanal ein. Vom Kanal aus sieht man praktisch nichts, da sich die Ufer uns als Wälle präsentieren, die aus dem Aushubmaterial bestehen. Am Abend nach erreichen der halben Strecke liefen wir Ismailia an und setzten den Lotsen an Land. Ohne Diskussion über die Höhe des Bakschischs ging es nicht, ich gab ihm aber nicht mehr. Der Agent in Port Said sagte uns, der Lotse sei von der Kanalbehörde bezahlt, zehn Dolar sei das Normale. 
 
            Am Morgen um acht holte ich den neuen Piloten an Bord – er brachte uns Brot und Bananen mit und wollte dafür drei Dollar haben, ein wenig zuviel aber es war seinerseits eine schöne Geste. Wieder fuhren wir einen Tag unter Motor durch den Kanal. Im grossen
Bittersee mussten wir auf Geheiss der Kanalbehörden für eine Stunde ankern, da ein Konvoi grosser Frachter von Süden kam.
            Flott ging es dann weiter bis wir so gegen sechs Uhr abends Port Tewfik, das Ende des Kanals, erreichten. Eine Barke des Suez-Yacht-Clubs war uns beim Anlegen an den Tonnen behilflich und nahm den Lotsen mit an Land. Mit dem Lotsen gab es keine Diskussion, er war mit den zehn Dollars zufrieden, ist es doch für ihn eine grosse Summe. Der Vertreter des Agenten von Port Said brachte und eine riesige Schachtel voll Patisserie, sehr süss aber für drei Mann viel zu viel.
            Ausser uns lagen noch zwei Segelschiffe an den Tonnen: ein Motorsegler aus Südafrika und eine kleine Yacht, die ich eigentlich kennen sollte. Das Rätsel war schnell gelöst: der Eigner fuhr mit seinem Dingi an mir vorbei und da erkannte ich ihn. „Lello“ rief ich, „was machst du den hier?“ Es war ein italienischer Freund, den ich seit vielen Jahren kenne und jetzt auf der Rückreise von seiner sieben jährigen Weltumsegelung war.
            Ich rief ihn an Bord und er erzählte von seinen Abenteuern. Nach einer „Spaghettata“ gingen wir gemeinsam in die Stadt und er zeigte uns, wo sich der Markt befand. Anschliessend gab ich ihm meine Seekarten von Griechenland und im Gegenzug erhielt ich welche von Indien, Sri Lanka und Malaysia. Schön, nach so vielen Jahren einen alten Freund wieder zu treffen!

Nächste Seite