Meine Weltumsegelung

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Copyright © André Blanc, Januar 2008



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 Vom Mittelmeer aus auf der unüblichen Ostroute um die Weltj
Am Anfang steht der Gedanke
  
    Seit langer Zeit war es mein Wunschtraum eine Weltumsegelung zu machen, einmal lange Strecken segeln und viele Länder mit ihren Menschen und Kulturen kennen lernen. Nach fünf Atlantik-Überquerungen wollte ich aber nicht noch einmal in die Karibik. Ich fragte mich aber, warum müssen alle gegen Westen auf der Barfuss-Route rund herum? Gibt es keine Möglichkeit, eine Zirkumnavigation auch ostwärts zu machen?
            In den Wintern ab 1999 begann ich ein intensives Studium der entsprechenden Literatur, vorerst mal "Segelrouten der Weltmeere", später dann die Handbücher der einzelnen Regionen mit detaillierteren Angaben. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es auch Richtung Osten möglich ist, mit gutem Wind um die Welt zu segeln. Man muss die eingefahrenen Wege meiden und auf andere Strecken ausweichen, die ausserhalb der Ostwindzone liegen. Der Monsun weht einmal von Südwesten und einmal von der anderen Seite, daher ist es möglich, auch in den Osten zu kommen. Besteht diese Möglichkeit nicht (als Beispiel im Pazifik), muss man halt in die Westwindzone ausweichen, sei es im Süden oder im Norden.
            Natürlich ist es einfacher auf der Westroute, verlassen doch die Segler den Ankerplatz, wenn die anderen gehen. Dies kann ja nicht verkehrt sein, denken sich die meisten. Willst du aber anders rum, bist du praktisch auf dich gestellt, du schwimmst gegen den Strom. Die zu Rate gezogenen Bücher und Wetterkarten vermitteln ein optimistisches Bild, sofern man die entsprechende Saison und Breite wählt. Der Reiz liegt aber darin, etwas neues, nicht alltägliches zu unternehmen.
            Gerade von Nichtseglern hörte ich oft die grössten Zweifel am Unternehmen: Piraten hier, Diebe da und dann immer in der Fremde, kein Zuhause mehr. Segler hingegen wollten wissen, dass man auf der Ostroute viel Gegenwind haben muss, wehen die Passatwinde doch immer von Ost nach West. Es stimmt schon, man kann diese Zonen auch verlassen, halt zum Teil mit mehr Wind oder mehr Stürmen.

  
         Als Leitmotiv meiner Reise wählte ich:

 "Auf den Spuren der Gewürzhändler des Mittelalters". 
  
       Auf dem Seeweg und über die Seidenstrasse haben die arabischen Völker die Gewürze und die Seide aus Ost- und Südost-Asien geholt und sie an die europäischen Händler - vor allem  Venezianer und Genuesen - weiter verkauft.  Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus sind dieGriechen über den Indischen Ozean gesegelt, den sie Eritrea-Meer tauften. Noch früher haben die indischen Völker von der Malabar-Küste aus die arabische Halbinsel angelaufen. Aus einer alten chinesischen Aufzeichnung geht hervor, dass sie vor der Zeit Christi mit Flottillen von über hundert Dschunken bis nach Arabien und an die Ostküste von Afrika vorgestossen sind.
            Später hört man noch etwas bei den Römern (Plinius), dann gibt es aber für lange Zeit keine Hinweise, dass Europäer dieses Meer befahren hätten. Mit ihren offenen Holzschiffen, den
Dhaus, sind die Araber durch das Rote Meer gesegelt, haben den Indischen Ozean und das südchinesische Meer erforscht, lange vor den Europäern. Sechshundert Jahre lang waren sie die einzigen, die diese Reise gewagt haben. An der Verbreitung des islamischen Glaubens ist noch heute abzulesen, bis wohin die arabischen Seefahrer ihre Reisen ausgedehnt haben.
           
Im dreizehnten Jahrhundert wurden die Europäer durch die Erzählungen von Marco Polo auf diesen Seeweg aufmerksam gemacht. Es dauerte aber noch weitere zweihundert Jahre, bis es soweit war, bis sich ein Kapitän dieser Herausforderung stellte.

Ein Dhau heute 


            Als die Türken im vorderen Orient die Macht ergriffen, wurden die europäischen Händler von ihren Lieferanten getrennt und die Waren wurden unerschwinglich. Nun wagten sich die Portugiesen, am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, um Afrika herum segelnd, auch in den Indischen Ozean.
            Der erste, der den Weg um das Kap der Guten Hoffnung gewagt hat, war Vasco da Gama, ein portugiesischer Seefahrer, der bis nach Indien gekommen ist. Die Portugiesen haben in Indien zwei Häfen gegründet, Goa und Cochin. Später kam dann noch Galle in Sri Lanka dazu, wo sie überall Festungen gebaut haben. Jahrzehnte darnach wurden sie in Cochin und in Galle von den Holländern verdrängt, jedoch Goa retteten sie ins 20 Jh.

  
         Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert waren es dann die Holländer, Engländer, und die Franzosen, die den Indischen Ozean dominierten.

   Karavelle mit Lateinersegel

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