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Vom
Mittelmeer aus auf der unüblichen Ostroute um die Weltj
Am Anfang steht der Gedanke
Seit
langer Zeit war es mein Wunschtraum eine Weltumsegelung zu machen, einmal lange
Strecken segeln und viele Länder mit ihren Menschen und Kulturen kennen lernen.
Nach fünf Atlantik-Überquerungen wollte ich aber nicht noch einmal in die
Karibik. Ich fragte mich aber, warum müssen alle gegen Westen auf der
Barfuss-Route rund herum? Gibt es keine Möglichkeit, eine Zirkumnavigation auch
ostwärts zu machen?
In den Wintern ab 1999 begann
ich ein intensives Studium der entsprechenden Literatur, vorerst mal "Segelrouten
der Weltmeere", später dann die Handbücher der einzelnen Regionen mit
detaillierteren Angaben. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es auch
Richtung Osten möglich ist, mit gutem Wind um die Welt zu segeln. Man muss die
eingefahrenen Wege meiden und auf andere Strecken ausweichen, die ausserhalb der
Ostwindzone liegen. Der Monsun weht einmal von Südwesten und einmal von der
anderen Seite, daher ist es möglich, auch in den Osten zu kommen. Besteht diese
Möglichkeit nicht (als Beispiel im Pazifik), muss man halt in die Westwindzone
ausweichen, sei es im Süden oder im Norden.
Natürlich ist es
einfacher auf der Westroute, verlassen doch die Segler den Ankerplatz, wenn die
anderen gehen. Dies kann ja nicht verkehrt sein, denken sich die meisten. Willst
du aber anders rum, bist du praktisch auf dich gestellt, du schwimmst gegen den
Strom. Die zu Rate gezogenen Bücher und Wetterkarten vermitteln ein
optimistisches Bild, sofern man die entsprechende Saison und Breite wählt. Der
Reiz liegt aber darin, etwas neues, nicht alltägliches zu unternehmen.
Gerade von
Nichtseglern hörte ich oft die grössten Zweifel am Unternehmen: Piraten hier,
Diebe da und dann immer in der Fremde, kein Zuhause mehr. Segler hingegen
wollten wissen, dass man auf der Ostroute viel Gegenwind haben muss, wehen die
Passatwinde doch immer von Ost nach West. Es stimmt schon, man kann diese Zonen
auch verlassen, halt zum Teil mit mehr Wind oder mehr Stürmen.
Als
Leitmotiv meiner Reise wählte ich:
"Auf den Spuren
der Gewürzhändler des Mittelalters".
Auf
dem Seeweg und über die Seidenstrasse haben die arabischen Völker die Gewürze
und die Seide aus Ost- und Südost-Asien geholt und sie an die europäischen Händler
- vor allem Venezianer und Genuesen - weiter verkauft. Bereits im 5.
Jahrhundert vor Christus sind dieGriechen
über den Indischen Ozean gesegelt, den sie Eritrea-Meer tauften. Noch früher
haben die indischen Völker von der Malabar-Küste aus die arabische Halbinsel
angelaufen. Aus einer alten chinesischen Aufzeichnung geht hervor, dass sie vor
der Zeit Christi mit Flottillen
von über hundert Dschunken bis nach Arabien und an die Ostküste von Afrika
vorgestossen sind.
Später hört man
noch etwas bei den Römern (Plinius), dann gibt es aber für lange Zeit keine
Hinweise, dass Europäer dieses Meer befahren hätten. Mit ihren offenen
Holzschiffen, den Dhaus, sind
die Araber durch das Rote Meer gesegelt, haben den Indischen Ozean und das südchinesische Meer erforscht, lange vor den Europäern. Sechshundert
Jahre lang waren sie die einzigen, die diese Reise gewagt haben. An der
Verbreitung des islamischen Glaubens ist noch heute abzulesen, bis wohin die
arabischen Seefahrer ihre Reisen ausgedehnt haben.
Im
dreizehnten Jahrhundert wurden die Europäer durch die Erzählungen von Marco
Polo auf diesen Seeweg aufmerksam gemacht. Es dauerte aber noch weitere
zweihundert Jahre, bis es soweit war, bis sich ein Kapitän dieser
Herausforderung stellte.
Ein
Dhau heute
Als
die Türken im vorderen Orient die Macht ergriffen, wurden die europäischen Händler
von ihren Lieferanten getrennt und die Waren wurden unerschwinglich. Nun wagten
sich die Portugiesen, am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, um Afrika herum
segelnd, auch in den Indischen Ozean.
Der erste, der den Weg um das Kap der Guten Hoffnung gewagt hat, war
Vasco da Gama, ein portugiesischer Seefahrer, der bis nach Indien gekommen ist.
Die Portugiesen haben in Indien zwei Häfen gegründet, Goa und Cochin. Später
kam dann noch Galle in Sri Lanka dazu, wo sie überall Festungen gebaut haben.
Jahrzehnte darnach wurden sie in Cochin und in Galle von den Holländern verdrängt,
jedoch Goa retteten sie ins 20 Jh.
Im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert waren es dann die Holländer, Engländer,
und die Franzosen, die den Indischen Ozean dominierten.
Karavelle
mit Lateinersegel
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